Nachsorge bei Sehnenverletzungen
Übersicht
Bei der Sehnen-Nachsorge geht es darum, eine verletzte oder operierte Sehne durch gezielte Übungen und Begleitung Schritt für Schritt zu stärken. Eine Sehne ist ein festes, elastisches Band, das Muskeln mit Knochen verbindet. Nach einer Verletzung braucht sie Zeit und die richtige Belastung, um wieder stabil zu werden.
Wichtige Fakten
- Die Heilung einer Sehne dauert meist mehrere Wochen bis Monate.
- Bewegung in angepasster Form fördert die Heilung, während absolute Schonung kontraproduktiv ist.
- Die Nachsorge wird oft physiotherapeutisch begleitet und folgt in Deutschland den AWMF-Leitlinien.
Ja, Sehnenverletzungen sind häufig, besonders an Schulter, Achillessehne, Handgelenk und Knie. Eine gute Nachsorge ist entscheidend für ein gutes Ergebnis.
Jeder kann betroffen sein – vom Freizeitsportler über Menschen mit körperlich anstrengender Arbeit bis zu älteren Menschen, deren Sehnen mit der Zeit an Elastizität verlieren.
Symptome
- Ein hörbares oder fühlbares Schnappen mit plötzlichem Kraftverlust – Hinweis auf einen Sehnenriss
- Eine offene Verletzung, bei der Gewebe oder Sehne sichtbar ist
- Unfähigkeit, den betroffenen Körperteil aktiv zu bewegen, zum Beispiel die Finger oder den Fuß
- Plötzlich auftretende starke Schwellung und blasse oder blaue Haut an Fingern oder Zehen
- ⚠Zunehmende Rötung, Überwärmung oder Fieber – mögliche Anzeichen einer Infektion
- ⚠Starke Schmerzen, die trotz schonender Behandlung nicht nachlassen
- ⚠Neu auftretende Taubheit oder Kribbeln
Häufige Symptome
- Leichte Schmerzen bei Bewegung oder Belastung
- Schwellung oder Spannungsgefühl entlang der Sehne
- Steifheit am Morgen oder nach längerem Sitzen
- Schwächegefühl beim Halten oder Heben
Symptome bei Kindern
- Schmerzen nach Wachstumsschüben, oft an der Ferse oder am Knie
- Beschwerden bei sportlicher Belastung wie Springen oder Laufen
- Seltener: Verletzungen durch Stürze oder Überlastung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Langsamere Heilung und längere Ruhigstellung notwendig
- Geringere Kraft und Elastizität der Sehne
- Häufig Begleiterscheinungen wie Arthrose, die die Nachsorge beeinflussen
Ursachen
Hauptursachen
- Sportverletzungen mit Überlastung oder plötzlicher Belastung
- Unfälle im Alltag, etwa ein Sturz auf die ausgestreckte Hand
- Operationen an der Sehne, die eine gezielte Nachsorge erfordern
- Wiederholte einseitige Bewegungen im Beruf oder Hobby
Risikofaktoren
- Alter – Sehnen verlieren mit den Jahren an Elastizität und Regenerationsfähigkeit
- Sportarten mit Sprüngen, Richtungswechseln oder Wurfbelastungen
- Berufe mit wiederholten Bewegungen oder langer Bildschirmarbeit
- Vorerkrankungen wie Diabetes oder rheumatische Erkrankungen
- Rauchen – es verschlechtert die Durchblutung und damit die Heilung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eine erneute Verletzung oder einen Riss vermuten
- Wenn Sie nach einer Operation plötzlich starke Schmerzen oder eine Schwellung bekommen
- Wenn Sie den betroffenen Körperteil nicht mehr bewegen können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zu vereinbarten Nachsorgeterminen in der orthopädischen Praxis
- Wenn die Schmerzen nach zwei bis drei Wochen nicht besser werden
- Vor Beginn neuer Belastungen oder Sportarten nach Absprache mit dem Arzt
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und Ihrem Alltag, tastet die Sehne ab und prüft Beweglichkeit und Kraft. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Kernspintomographie (MRT) können den Zustand der Sehne sichtbar machen.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (Sonographie): zeigt Sehnenstruktur und Risse
- Kernspintomographie (MRT): liefert detaillierte Bilder von Sehnen und umliegenden Geweben
- Röntgen: hilft, knöcherne Verletzungen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzarm und dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Bei der Ultraschalluntersuchung bewegt der Arzt den betroffenen Körperteil, um die Sehne in verschiedenen Positionen zu sehen.
Behandlung
Die Behandlung nach einer Sehnenverletzung zielt darauf ab, die Sehne zunächst zu schützen und dann schrittweise wieder zu belasten. Moderne Konzepte kombinieren eine anfängliche Ruhigstellung oder Teilbelastung mit einer frühzeitigen, kontrollierten Bewegungstherapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Kühlen und Hochlagern der betroffenen Stelle, um Schwellungen zu reduzieren
- Bewegung nach Anleitung: Anfangs mit geringer Belastung, dann langsam steigern
- Achten Sie auf Schmerzsignale: Starke oder stechende Schmerzen sind ein Zeichen, die Belastung zu reduzieren
- Gönnen Sie sich nachts ausreichend Schlaf, da der Körper im Schlaf die Heilung unterstützt
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung umfasst je nach Befund schmerzlindernde Maßnahmen, Injektionen in die Sehne oder die operative Versorgung. Diese Optionen werden mit Ihnen individuell besprochen. In Deutschland orientieren sich Ärzte dabei an den AWMF-Leitlinien. Wichtig ist eine regelmäßige physiotherapeutische Übungsbehandlung, die auf Ihre persönliche Belastbarkeit abgestimmt ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist meist bei vollständigen Sehnenrissen oder wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, notwendig. Nach der Operation schließt sich eine mehrwöchige Nachsorge mit bewegungsstabilisierenden Schienen und Physiotherapie an.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Ihren Alltag so, dass Sie die betroffene Sehne nicht überfordern. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, heben Sie schwere Lasten mit der gesunden Seite und nehmen Sie sich Pausen bei einseitigen Tätigkeiten.
Tipps für den Alltag
- Wärmen Sie die Muskulatur vor körperlicher Aktivität auf
- Bauen Sie regelmäßige Dehn- und Kräftigungsübungen ein, wie von Physiotherapeuten empfohlen
- Vermeiden Sie Rauchen, um die Durchblutung zu fördern
- Achten Sie auf ergonomische Arbeitsplätze und Hilfsmittel im Haushalt
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Eiweiß unterstützt die Gewebereparatur. Bewegen Sie sich regelmäßig – etwa mit Schwimmen oder Radfahren bei moderater Intensität – und besprechen Sie den Umfang der Belastung mit Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapeutin.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine lange Heilungszeit kann frustrierend sein oder Angst vor erneuten Verletzungen auslösen. Sprechen Sie über Ihre Sorgen mit Ihrem Behandlungsteam oder einer Vertrauensperson. Es ist völlig normal, dass die Geduld auf die Probe gestellt wird.
Vorbeugung
Sehnenverletzungen lassen sich nicht immer verhindern, aber das Risiko lässt sich durch gezieltes Aufwärmen, ausreichende Regeneration und einen langsamen Aufbau der Trainingsintensität deutlich senken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Sehnenschmerzen und Funktionsverlust
- Erhöhtes Risiko für erneute Risse oder einen vollständigen Sehnenriss
- Muskelabbau und Bewegungseinschränkungen durch Schonhaltung
Langzeitprognose
Mit einer konsequenten und individuell angepassten Nachsorge ist die Heilung in den meisten Fällen sehr gut. Bleiben Sie geduldig und arbeiten Sie eng mit Ihrem Behandlungsteam zusammen – dann steht einer schrittweisen Rückkehr in den Alltag und Sport wenig entgegen.
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Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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