Sehnen-Selbstfürsorge: So bleiben Ihre Sehnen gesund und beweglich
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sehnen sind feste, dehnbare Gewebebänder, die Muskeln und Knochen verbinden. Sie übertragen die Kraft der Muskeln und ermöglichen Bewegungen. Selbstfürsorge bedeutet: Sie können mit einfachen Maßnahmen – wie richtiger Belastung, Kühlung, Pausen und Übungen – Ihre Sehnen unterstützen. Fachleute orientieren sich dabei an den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Wichtige Fakten
- Sehnen brauchen regelmäßige, aber nicht zu intensive Belastung, um gesund zu bleiben.
- Sehnen heilen langsam: Rechnen Sie bei einer Überlastung mit einigen Wochen, manchmal Monaten.
- Richtiges Aufwärmen, Kräftigung und Erholungszeiten können Beschwerden vorbeugen.
Sehnenbeschwerden sind häufig und gehören zu den häufigsten Gründen für Arztbesuche im Bereich der Knochen- und Gelenkgesundheit.
Sie können Menschen jedes Alters betreffen. Besonders oft sind Erwachsene ab 40 betroffen, aber auch junge Sportlerinnen und Sportler sowie Menschen mit einseitiger körperlicher Arbeit.
Symptome
- Sofort den Notruf 112 rufen oder in die nächste Notaufnahme gehen bei:
- Plötzlicher, heftiger Schmerz mit einem Rissgefühl oder Knall im Bereich einer Sehne
- Das betroffene Bein oder der Arm lässt sich nicht mehr bewegen oder belasten
- Offene Verletzung mit sichtbarer Sehne oder starke Blutung
- Taubheitsgefühl oder blasse/verfärbte Haut rund um die Verletzung
- ⚠Suchen Sie am selben Tag ärztliche Hilfe, zum Beispiel beim ärztlichen Bereitschaftsdienst oder in einer Notaufnahme, wenn:
- ⚠Schmerzen trotz Schonung und Kühlung über mehrere Tage anhalten
- ⚠Starke Schwellung, Rötung oder Überwärmung auftritt
- ⚠Fieber zusammen mit Sehnenschmerzen besteht
- ⚠Wiederholte Beschwerden den Alltag einschränken
Häufige Symptome
- Schmerzen bei Bewegung oder Belastung
- Druckempfindlichkeit oder Schwellung
- Steifheit, besonders nach dem Aufstehen oder langem Sitzen
- Knirschen oder Knacken bei Bewegung
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Sehnenbeschwerden seltener. Sie können bei Wachstumsschüben oder intensivem Sport auftreten, zum Beispiel als Schmerzen an der Ferse oder der Kniekehle.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Mit dem Alter werden Sehnen steifer und weniger elastisch. Ältere Menschen spüren Sehnenbeschwerden oft an der Schulter, der Achillessehne oder im Handgelenk.
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung durch wiederholte Bewegungen, zum Beispiel im Sport oder Beruf
- Zu schnelle Steigerung von Trainingsumfang oder -intensität
- Plötzliche ruckartige Bewegungen
- Ungeeignetes Schuhwerk oder falsche Sporttechnik
- Muskelungleichgewichte, die bestimmte Sehnen vermehrt beanspruchen
Risikofaktoren
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Sehnen ab.
- Übergewicht belastet Sehnen besonders an Beinen und Füßen.
- Sportarten mit Sprüngen oder schnellen Stopps, wie Laufen, Tennis oder Fußball.
- Berufe mit einseitigen Bewegungsabläufen oder langer Bildschirmarbeit.
- Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma oder Schilddrüsenstörungen können Sehnen angreifen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf einen Sehnenriss, starken Schmerzen oder plötzlicher Funktionseinschränkung
- Wenn Sie nicht mehr normal gehen oder greifen können
- Wenn nach einem Unfall eine Schwellung oder ein Bluterguss schnell zunimmt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten
- Wenn Sie unsicher sind, was die Ursache ist
- Wenn Sie wiederkehrende Sehnenprobleme haben, zum Beispiel an der Achillessehne oder der Schulter
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, Ihrem Alltag und möglichen Auslösern. Danach folgt eine körperliche Untersuchung mit Bewegungs- und Drucktests.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall, um die Sehnenstruktur zu beurteilen
- Magnetresonanztomographie (MRT) bei tiefer liegenden oder schwer beurteilbaren Sehnen
- Röntgen, um Veränderungen an den Knochen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzarm und ambulant. Sie erhalten einen Behandlungsplan, der oft Physiotherapie und konkrete Übungen enthält. Bei Bedarf erfolgt eine Überweisung an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Orthopädie oder Sportmedizin.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Im Mittelpunkt stehen gezielte Entlastung, schrittweiser Wiederaufbau der Sehnenkraft und der Schutz vor weiterer Überlastung. Die AWMF-Leitlinien empfehlen ein abgestuftes Vorgehen – von Selbstfürsorge bis zur fachärztlichen Therapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Entlasten Sie die Sehne für 1 bis 2 Tage, vermeiden Sie aber vollständige Ruhigstellung.
- Kühlen Sie akute Schmerzstellen 10 bis 15 Minuten mit einem feuchten Tuch oder Kühlgel.
- Lagern Sie das schmerzende Bein oder den Arm hoch, um Schwellungen zu verringern.
- Beginnen Sie nach der akuten Phase mit sanften Dehn- und Kräftigungsübungen, idealerweise nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Physiotherapeutin.
- Hören Sie auf Ihren Körper: Schmerz ist ein Warnsignal – üben Sie nicht in starke Schmerzen hinein.
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Physiotherapie verordnen, manuell-therapeutische Techniken oder eine Stoßwellentherapie empfehlen. In einigen Fällen werden örtliche Injektionen eingesetzt. Schmerzlindernde oder entzündungshemmende Medikamente können kurzfristig helfen – die passende Auswahl und Dosierung bespricht die medizinische Fachperson mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt selten in Betracht – zum Beispiel bei einem kompletten Sehnenriss oder wenn konservative Behandlungen nach mehreren Monaten nicht ausreichend geholfen haben. Das Vorgehen wird individuell mit Ihnen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie kurze Bewegungspausen ein, wenn Sie viel sitzen. Verteilen Sie Belastungen möglichst gleichmäßig und wechseln Sie einseitige Tätigkeiten ab. Achten Sie auch auf eine ergonomische Haltung bei der Arbeit.
Tipps für den Alltag
- Moderate Bewegung statt extremer Belastungsspitzen.
- Ausreichend Schlaf und Regeneration für die Gewebereparatur.
- Entspannungsübungen, zum Beispiel progressive Muskelentspannung oder Atemtechniken.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß (etwa aus Hülsenfrüchten, Nüssen oder magerem Milchprodukten) und Vitamin C (aus Paprika, Brokkoli oder Zitrusfrüchten) unterstützt Ihr Bindegewebe. Kräftigungsübungen sollten langsam aufgebaut werden, möglichst mit professioneller Anleitung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Sehnenbeschwerden können emotional belasten und die Lebensfreude beeinträchtigen. Es ist völlig normal, sich dann ungeduldig oder niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie darüber und holen Sie sich Unterstützung. Wenn Sie merken, dass Ihre Stimmung stark leidet oder Sie sogar Gedanken an Selbstverletzung haben, wenden Sie sich sofort an eine Vertrauensperson, Ihre ärztliche Praxis oder eine psychosoziale Beratungsstelle – Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Sehnenbeschwerden lassen sich nicht immer verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken: Trainieren Sie mit Bedacht, wärmen Sie sich vor dem Sport auf, steigern Sie die Intensität langsam und gönnen Sie sich Erholungsphasen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Sehnenbeschwerden. Allgemeine Impfungen, zum Beispiel gegen Tetanus, können aber helfen, Infektionen zu vermeiden, die im schlimmsten Fall auch Sehnen schädigen könnten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening für Sehnen. Bei Grunderkrankungen wie Diabetes oder Rheuma ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle sinnvoll, um mögliche Probleme früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen, die den Alltag dauerhaft beeinträchtigen
- Bewegungseinschränkung und Funktionsverlust im betroffenen Gelenk
- Muskelschwund durch dauerhafte Schonung
- Bei unbehandeltem Sehnenriss: dauerhafte Kraftminderung
Langzeitprognose
Mit Geduld und einer konsequenten Selbstfürsorge bessern sich die meisten Sehnenbeschwerden deutlich – oft innerhalb weniger Wochen bis Monate. Auch bei hartnäckigen Fällen gibt es gute Behandlungsoptionen. Bleiben Sie zuversichtlich: Ihr Körper kann sich erholen, wenn Sie ihn gut unterstützen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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