Tennis elbow overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Tennisarm (medizinisch: Epicondylitis humeri radialis) ist eine schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens. Die Schmerzen entstehen durch Überlastung der Unterarmmuskeln, die zum Handgelenk und zu den Fingern ziehen.
Wichtige Fakten
- Es ist eine der häufigsten Schmerzursachen am Ellenbogen.
- Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 40 und 60 Jahren.
- Die Beschwerden bessern sich oft von selbst oder mit einfachen Maßnahmen wie Ruhe und Physiotherapie.
Ja, der Tennisarm ist ein sehr häufiges Problem. Etwa 1 bis 3 von 100 Menschen haben irgendwann im Leben einen Tennisarm.
Der Tennisarm betrifft besonders Menschen, die wiederholt die gleichen Bewegungen mit dem Arm und Handgelenk ausführen – zum Beispiel bei der Arbeit (Maler, Schreiner) oder beim Sport (Tennis, Squash).
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall – möglicherweise ist ein Knochenbruch oder eine Verrenkung vorhanden. Rufen Sie sofort die 112.
- ⚠Schmerzen, die nach einigen Tagen Ruhe nicht nachlassen oder schlimmer werden.
- ⚠Wenn der Arm taub wird oder Sie ihn nicht mehr bewegen können (ohne vorherigen Unfall).
Häufige Symptome
- Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, die bis in den Unterarm ausstrahlen können.
- Verstärkte Schmerzen beim Greifen, Heben oder Drehen des Handgelenks.
- Geschwächte Griffkraft – zum Beispiel fällt das Halten einer Tasse schwer.
Symptome bei Kindern
- Ein Tennisarm kommt bei Kindern selten vor. Wenn doch, ähneln die Symptome denen von Erwachsenen: Schmerzen am Ellenbogen und Schwierigkeiten bei Greifbewegungen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch ältere Erwachsene können einen Tennisarm bekommen. Die Schmerzen sind ähnlich, können aber durch altersbedingte Veränderungen an Sehnen und Gelenken stärker ausgeprägt sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung der Unterarmstreckmuskulatur durch immer wiederkehrende Bewegungen – zum Beispiel beim Tennisspielen, Malern oder Arbeiten am Computer mit zu viel Kraftaufwand.
- Falsche Technik bei Sport oder Arbeit – zum Beispiel ein zu schwerer Schläger oder eine einseitige Haltung.
Risikofaktoren
- Alter zwischen 40 und 60 Jahren.
- Berufe mit wiederholten Arm- und Handbewegungen (z. B. Handwerker, Köche, Musiker).
- Sportarten wie Tennis, Badminton oder Squash.
- Schwache Unterarmmuskeln oder mangelndes Aufwärmen vor Belastung.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem Unfall oder Sturz mit starken Schmerzen, Schwellung oder Bewegungsunfähigkeit – dann sofort ärztliche Hilfe holen (Notaufnahme).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen länger als zwei Wochen anhalten, trotz Schonung und einfachen Hausmitteln.
- Wenn die Griffkraft deutlich nachlässt oder der Arm im Alltag stark einschränkt.
Diagnose
Die Diagnose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt meist schon durch ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Dabei wird der Ellenbogen abgetastet und bestimmte Bewegungen werden getestet.
Mögliche Untersuchungen
- In der Regel sind keine bildgebenden Untersuchungen nötig.
- Bei Unklarheiten kann eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) helfen, andere Ursachen auszuschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie fragen, welche Tätigkeiten Sie ausüben und seit wann die Schmerzen bestehen. Dann drückt er auf die schmerzhafte Stelle und bittet Sie, das Handgelenk gegen Widerstand zu strecken. Die Untersuchung ist meist kurz und nicht sehr unangenehm.
Behandlung
Ein Tennisarm heilt bei den meisten Menschen von selbst oder mit Hilfe von konservativen (nicht-operativen) Behandlungen. Ziel ist es, die Sehnen zu entlasten und die Heilung zu fördern.
Selbsthilfe zu Hause
- Den Arm für einige Tage schonen und die auslösenden Bewegungen vermeiden.
- Mehrmals täglich für 10–15 Minuten kühlen (z. B. ein Kühlpad in ein Tuch wickeln).
- Leichte Dehnübungen für den Unterarm, sobald die Schmerzen nachlassen.
- Eine spezielle Ellenbogenbandage oder -manschette kann entlastend wirken.
Medizinische Behandlungen
Bei stärkeren oder länger anhaltenden Schmerzen können entzündungshemmende Arzneimittel (wie Ibuprofen oder Diclofenac) helfen – fragen Sie dazu Ihre Apotheke oder Ihren Arzt. Auch eine Kortison-Injektion kann vorübergehend die Beschwerden lindern. Physiotherapie und spezielle Kräftigungsübungen sind oft sehr wirksam.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in Betracht, wenn die Beschwerden nach 6 bis 12 Monaten Behandlung nicht besser werden. Dabei wird der gereizte Sehnenansatz entlastet. Die Entscheidung trifft der Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag sollten Sie Bewegungen vermeiden, die den Schmerz verstärken – zum Beispiel schweres Heben oder wiederholtes Drehen des Unterarms. Benutzen Sie Hilfsmittel wie ergonomische Werkzeuge oder einen rutschfesten Topfdeckelöffner.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine gute Körperhaltung bei der Arbeit.
- Wechseln Sie zwischen verschiedenen Tätigkeiten ab, um einseitige Belastung zu vermeiden.
- Wärmen Sie sich vor dem Sport oder körperlicher Arbeit gut auf.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß kann zur Sehnengesundheit beitragen. Bewegung ist erlaubt, solange sie keine Schmerzen verursacht. Gezielte Kräftigungs- und Dehnübungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten können die Heilung unterstützen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen können frustrieren und die Stimmung belasten. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Psychologische Unterstützung kann helfen, besser mit der Situation umzugehen.
Vorbeugung
Ja, teilweise. Durch regelmäßiges Aufwärmen vor Belastung, Kräftigung der Unterarmmuskulatur und das Vermeiden von Überlastung können Sie das Risiko senken. Bei Sportarten wie Tennis ist eine gute Technik wichtig – lassen Sie sich gegebenenfalls von einem Trainer beraten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende oder sich verschlimmernde Schmerzen.
- Eingeschränkte Beweglichkeit und Kraft im Arm.
- Muskelschwund (Atrophie) bei langer Schonung.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind gut: Bei etwa 80 bis 90 von 100 Menschen heilt ein Tennisarm innerhalb von einem Jahr – oft schon nach wenigen Wochen. Mit der richtigen Behandlung und Geduld können die meisten ihren normalen Aktivitäten wieder nachgehen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.