Whooping cough cough phase
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Keuchhusten (Pertussis) ist eine ansteckende bakterielle Infektion der Atemwege. In der Hustenphase, die oft viele Wochen dauert, treten heftige, anfallsartige Hustenanfälle auf. Nach einem Anfall ziehen Betroffene oft mit einem typischen ‚whooping‘-Geräusch die Luft ein.
Wichtige Fakten
- Die Hustenphase kann 2 bis 8 Wochen oder länger dauern.
- Keuchhusten ist besonders für Säuglinge unter sechs Monaten gefährlich.
- Eine Impfung schützt, aber der Impfschutz lässt mit der Zeit nach – daher sind Auffrischimpfungen wichtig.
Keuchhusten kommt weltweit vor. In Deutschland erkranken jährlich mehrere Tausend Menschen, vor allem ältere Kinder und Erwachsene, weil der Impfschutz nachlässt.
Keuchhusten kann Menschen jeden Alters treffen. Besonders gefährdet sind Säuglinge unter sechs Monaten, ungeimpfte Kinder und Erwachsene mit nachlassendem Impfschutz.
Symptome
- Atemstillstand oder schwere Atemnot
- Bläuliche Verfärbung von Lippen, Zunge oder Haut (Sauerstoffmangel)
- Bewusstlosigkeit nach einem Hustenanfall
- ⚠Hustenanfälle, die zu Erbrechen führen
- ⚠Fieber über 39°C
- ⚠Anhaltender Husten, der länger als drei Wochen dauert
- ⚠Starke Erschöpfung oder Appetitlosigkeit
Häufige Symptome
- Hustenanfälle, die mehrere Minuten dauern und sehr anstrengend sind
- Ein ziehendes oder pfeifendes Geräusch beim Einatmen nach dem Hustenanfall
- Erbrechen oder Würgen nach dem Husten
- Erschöpfung und Müdigkeit nach den Anfällen
Symptome bei Kindern
- Bei Säuglingen kann es zu Atemstillständen kommen (Apnoe)
- Kinder haben oft sehr heftige Anfälle, das Gesicht kann sich rot oder blau verfärben
- Die Anfälle können nachts schlimmer sein und den Schlaf stören
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Der Husten ist oft weniger typisch, aber hält lange an – manchmal mehrere Wochen
- Ältere Erwachsene können unter anhaltendem Reizhusten leiden, ohne das typische ‚Whooping‘-Geräusch
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit dem Bakterium Bordetella pertussis
- Ansteckung durch Tröpfchen in der Luft – beim Husten, Niesen oder Sprechen einer erkrankten Person
Risikofaktoren
- Nicht oder nur unvollständig geimpft sein
- Enger Kontakt zu einer Person mit Keuchhusten
- Nachlassender Impfschutz (nach 5–10 Jahren)
- Säuglingsalter (unter 6 Monaten)
- Schwangerschaft (eine Erkrankung kann das Baby gefährden)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen von Atemnot oder bläulicher Haut – sofort den Notruf 112 wählen!
- Wenn ein Säugling einen Hustenanfall hat – sofort ärztliche Hilfe suchen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltendem Husten, der länger als zwei Wochen andauert
- Bei Verdacht auf Keuchhusten, auch wenn die typischen Hustenanfälle fehlen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt die Diagnose meist anhand der typischen Symptome und einer Befragung zu Ihrem Impfstatus und möglichen Kontakten. Zur Bestätigung werden Labortests durchgeführt. Die Diagnose und Behandlung folgen der aktuellen AWMF-Leitlinie.
Mögliche Untersuchungen
- Nasen-Rachen-Abstrich: Ein Wattestäbchen wird in die Nase oder den Rachen eingeführt, um Erreger nachzuweisen (Kultur oder PCR).
- Bluttest: In späteren Krankheitsstadien können Antikörper gegen die Bakterien gemessen werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Abstrich ist etwas unangenehm, aber schnell vorbei. Die Ergebnisse liegen je nach Test nach einigen Stunden bis Tagen vor.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Bakterien abzutöten und die Ansteckungsgefahr zu verringern. Antibiotika werden vom Arzt verordnet. In der Hustenphase können sie die Dauer der Symptome etwas verkürzen, aber die Anfälle nicht sofort stoppen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Ruhe und Schlaf – die Anfälle sind sehr anstrengend
- Ausreichend trinken (Wasser, milde Tees), um den Schleim zu lösen
- Kleine, häufige Mahlzeiten – große Portionen können den Hustenreiz verstärken
- Luftbefeuchter im Schlafzimmer hilft, die Luft feucht zu halten
- Vermeiden Sie Rauch, starke Gerüche und kalte Luft – sie können Hustenanfälle auslösen
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Antibiotika verschreiben. Diese wirken am besten in der frühen Krankheitsphase. In der Hustenphase verhindern sie vor allem, dass Sie andere anstecken. Hustenlösende Mittel (Antitussiva) sind meist nicht sinnvoll, da der Husten den Schleim aus den Atemwegen entfernt. Im Krankenhaus können bei schweren Fällen zusätzlich Sauerstoff oder abschwellende Medikamente gegeben werden. Eine Operation ist nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Die Hustenphase kann Wochen dauern und ist sehr kräftezehrend. Planen Sie viel Ruhepausen ein und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten. Halten Sie Abstand zu anderen Menschen, besonders zu Babys und Schwangeren, bis Sie nicht mehr ansteckend sind (in der Regel 5 Tage nach Beginn der Antibiotika-Einnahme).
Tipps für den Alltag
- Langsame Rückkehr zu normalen Aktivitäten – hören Sie auf Ihren Körper
- Hände regelmäßig waschen, um die Erreger nicht zu verbreiten
- Mit dem Arzt besprechen, wann Sie wieder zur Schule oder zur Arbeit gehen können
Ernährung und Bewegung
Essen Sie leichte, nicht reizende Kost. Vermeiden Sie scharfe Gewürze, sehr heiße oder kalte Getränke. Bewegung an der frischen Luft ist in Ordnung, solange Sie sich nicht überanstrengen. Nach einem Hustenanfall sollten Sie sich erst erholen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Langanhaltender Husten kann sehr belastend sein: Schlafmangel, Erschöpfung und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, sind normal. Es kann helfen, mit Familie oder Freunden darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, Keuchhusten lässt sich durch eine Impfung verhindern. Der Impfschutz hält nicht ein Leben lang, daher sind Auffrischimpfungen nach Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) wichtig.
Impfungen
Die Impfung wird für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene empfohlen. Auch Schwangere sollten sich impfen lassen, um ihr Baby zu schützen. Lassen Sie Ihren Impfpass von Ihrem Hausarzt überprüfen.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening auf Keuchhusten gibt es nicht. Bei anhaltendem Husten über zwei Wochen ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei Säuglingen: Atemstillstand, Lungenentzündung, Krampfanfälle, seltener Hirnschäden
- Bei Erwachsenen: Rippenbrüche durch den starken Husten, Leistenbrüche, Harninkontinenz, Schlafstörungen
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich vollständig von Keuchhusten, auch wenn die Hustenphase langwierig sein kann. Eine frühzeitige Behandlung kann die Dauer verkürzen und Komplikationen verringern. Nach überstandener Infektion bleibt eine gewisse Immunität, aber Auffrischimpfungen sind dennoch empfohlen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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