Whooping cough in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Keuchhusten (Pertussis) ist eine ansteckende Infektion der Atemwege, die durch Bakterien verursacht wird. Sie führt zu starken Hustenanfällen, die oft mit einem typischen „Keuchen“ einhergehen. Bei Erwachsenen kann der Husten sehr lang anhalten – oft über Wochen.
Wichtige Fakten
- Keuchhusten wird durch Bakterien (Bordetella pertussis) ausgelöst.
- Die Krankheit ist hochansteckend, aber durch Impfung gut vermeidbar.
- Bei Erwachsenen verläuft Keuchhusten oft mild, aber der Husten kann lästig und langwierig sein.
Keuchhusten kommt weltweit vor. In Deutschland gibt es immer wieder Ausbrüche, vor allem bei Erwachsenen, deren Impfschutz nachlässt.
Keuchhusten kann Menschen jeden Alters betreffen. Erwachsene sind oft betroffen, wenn sie als Kind geimpft wurden, der Schutz aber im Laufe der Jahre nachlässt.
Symptome
- Bei Atemnot oder bläulicher Verfärbung der Lippen/Haut (Sauerstoffmangel)
- Bei Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen während eines Hustenanfalls
- Wenn jemand nach einem Hustenanfall nicht mehr zu Atem kommt
- ⚠Anhaltender Husten über 3 Wochen
- ⚠Husten mit Erbrechen oder starkem Gewichtsverlust
- ⚠Bei bestehenden Lungenerkrankungen (z. B. Asthma) oder geschwächtem Immunsystem
Häufige Symptome
- Anfangs: leichter Husten, Schnupfen, leichtes Fieber (wie eine Erkältung)
- Nach 1–2 Wochen: starke, anhaltende Hustenanfälle, oft nachts
- Nach Hustenanfall: keuchendes Einatmen („Keuchgeräusch“)
- Erbrechen oder Würgen nach dem Husten
- Erschöpfung durch die Hustenanfälle
Symptome bei Kindern
- Bei Säuglingen: Atemaussetzer (Apnoen) ohne typischen Husten – Notfall!
- Ältere Kinder: ähnliche Symptome wie bei Erwachsenen, oft mit Keuchgeräusch
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Husten kann länger anhalten (bis zu 3 Monate)
- Höheres Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündung oder Rippenbrüche durch Husten
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit dem Bakterium Bordetella pertussis
- Ansteckung durch Tröpfchen in der Luft (Husten, Niesen) von erkrankten Personen
Risikofaktoren
- Keine oder unvollständige Impfung gegen Keuchhusten
- Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Schulen, Pflegeheime)
- Kontakt zu Säuglingen oder Kleinkindern, die noch nicht geimpft sind
- Nachlassender Impfschutz (Auffrischimpfung alle 10 Jahre empfohlen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Hustenanfälle mit Atemnot
- Husten, der mit Erbrechen oder Ohnmacht einhergeht
- Verschlechterung des Allgemeinzustands (hohes Fieber, Verwirrtheit)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Husten, der länger als eine Woche anhält
- Verdacht auf Keuchhusten (z. B. nach Kontakt zu einer erkrankten Person)
- Sie benötigen eine Impfauffrischung – fragen Sie Ihren Arzt
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Symptomen und möglichen Kontakten. Anschließend wird ein Abstrich aus dem Rachen oder eine Blutuntersuchung durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Rachenabstrich (Nachweis der Bakterien)
- Bluttest (Antikörper gegen Pertussis)
- Manchmal: Röntgen der Lunge, um eine Lungenentzündung auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei. Ein Abstrich kann kurz unangenehm sein, ist aber schnell vorbei. Die Ergebnisse liegen nach einigen Tagen vor.
Behandlung
Keuchhusten wird in der Regel mit Antibiotika behandelt – vor allem, wenn die Erkrankung früh erkannt wird. Antibiotika können die Ansteckungsgefahr verringern. Später stehen die Linderung der Symptome und die Vermeidung von Komplikationen im Vordergrund.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser, Kräutertee), um die Atemwege feucht zu halten
- Ausreichend Ruhe und Schlaf
- Lüften der Räume und ggf. Luftbefeuchter nutzen
- Hustenmittel nur nach ärztlicher Absprache – manche können den Hustenreiz unterdrücken, was bei Keuchhusten nicht immer ratsam ist
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann ein Antibiotikum verschreiben, das die Bakterien bekämpft. Zusätzlich können schleimlösende Medikamente oder Inhalationen helfen, den Husten zu erleichtern. Bei starken Anfällen können Kortison-haltige Medikamente zum Einsatz kommen – dies entscheidet der Arzt individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Keuchhusten nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Vermeiden Sie engen Kontakt zu Säuglingen, Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, solange Sie ansteckend sind (etwa 3 Wochen nach Hustenbeginn). Schonen Sie sich und gönnen Sie sich Ruhepausen.
Tipps für den Alltag
- Hände regelmäßig waschen
- In die Armbeuge husten oder niesen
- Falls nötig: Maske tragen, um andere zu schützen
- Ausreichend Schlaf und stressreduzierende Maßnahmen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung – wie Spaziergänge – ist in Ordnung, sobald Sie sich kräftig genug fühlen. Vermeiden Sie jedoch anstrengende Aktivitäten, solange der Husten stark ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wochenlanger Husten kann belastend sein und zu Schlafmangel, Erschöpfung oder Frustration führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber – manchmal hilft auch ein Gespräch mit einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Ja, die beste Vorbeugung ist die Impfung. Auch regelmäßiges Händewaschen und das Meiden von erkrankten Personen senken das Risiko.
Impfungen
Die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis-Impfstoff) wird in Deutschland für Säuglinge, Kinder und Erwachsene empfohlen. Eine Auffrischimpfung alle 10 Jahre ist ratsam – besonders für Menschen, die Kontakt zu Säuglingen haben (Eltern, Großeltern, Erzieher). Fragen Sie Ihren Arzt nach der nächsten Auffrischung.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening. Bei Verdacht kann der Arzt einen Test durchführen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung (Pneumonie)
- Rippenbrüche durch heftigen Husten
- Mittelohrentzündung
- In seltenen Fällen: Gehirnentzündung (Enzephalopathie) durch Sauerstoffmangel
Langzeitprognose
Die meisten Erwachsenen genesen vollständig, auch wenn der Husten mehrere Wochen anhalten kann. Mit frühzeitiger Behandlung und Impfschutz sind schwere Verläufe selten. Bleiben Sie zuversichtlich und besprechen Sie Ihre Fragen mit Ihrem Arzt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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