Wolff Parkinson White awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW) ist eine angeborene Herzrhythmusstörung. Bei WPW gibt es eine zusätzliche elektrische Verbindung (eine Art „Extra-Leitung“) zwischen den Vorhöfen und den Kammern des Herzens. Diese zusätzliche Leitung kann dazu führen, dass das Herz plötzlich sehr schnell schlägt – oft ohne Vorwarnung.
Wichtige Fakten
- WPW ist eine angeborene Herzrhythmusstörung, die bereits bei der Geburt vorhanden ist.
- Betroffene haben oft Phasen mit sehr schnellem Herzschlag, die plötzlich beginnen und enden.
- WPW wird meist mit einem EKG (Elektrokardiogramm) erkannt – einem Test, der die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet.
- Viele Menschen mit WPW haben keine Symptome oder nur seltene Episoden.
WPW ist nicht sehr häufig. Etwa 1 bis 3 von 1000 Menschen haben diese Besonderheit in der Herzleitung. Die meisten Betroffenen bemerken nie Probleme, bei manchen treten aber vorübergehend schnelle Herzschläge auf.
WPW kann Menschen jeden Alters betreffen, sowohl Kinder als auch Erwachsene. Es ist eine angeborene Anomalie – das heißt, sie ist von Geburt an da. Manchmal wird sie zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt.
Symptome
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Starke Brustschmerzen oder Druckgefühl
- Atemnot, die nicht nachlässt
- Herzrasen, das länger als 30 Minuten anhält und sehr belastend ist
- ⚠Wiederkehrendes Herzrasen, das den Alltag beeinträchtigt
- ⚠Schwindel, der zu Stürzen führt
- ⚠Ungewöhnliche Müdigkeit oder Leistungsabfall
Häufige Symptome
- Plötzliches, schnelles Herzklopfen – wie ein „Rasen“ im Brustkorb
- Schwindelgefühl oder Benommenheit
- Kurzatmigkeit oder Engegefühl in der Brust
- Schwäche oder Müdigkeit
- Angstgefühl oder Unruhe während der Episoden
Symptome bei Kindern
- Bei Babys: starkes Schwitzen, Blässe, Trinkschwäche oder Unruhe
- Bei älteren Kindern: plötzliches Herzrasen, Klagen über Herzkopfen, Ohnmachtsanfälle
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene erleben ähnliche Symptome wie Jüngere, oft aber mit stärkerer Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen.
- Bei älteren Menschen kann WPW auch mit anderen Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern einhergehen.
Ursachen
Hauptursachen
- WPW entsteht durch eine zusätzliche Muskelbrücke (akzessorisches Bündel) zwischen Vorhof und Kammer des Herzens. Diese Brücke leitet elektrische Impulse anders als normal und kann zu Kurzschlüssen führen.
- Die genaue Ursache für diese zusätzliche Leitung ist nicht bekannt, aber sie ist von Geburt an vorhanden (angeboren).
Risikofaktoren
- Das Risiko für WPW ist nicht durch Lebensstil oder äußere Faktoren beeinflussbar.
- Selten tritt WPW im Rahmen anderer angeborener Herzfehler auf, wie der Ebstein-Anomalie.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem, starkem Herzrasen, das länger als 20 Minuten anhält
- Wenn Sie ohnmächtig werden oder starke Brustschmerzen haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig Herzrasen oder Schwindel bemerken – auch wenn es nur kurz ist
- Wenn bei einem Familienmitglied WPW festgestellt wurde
- Vor intensiver sportlicher Betätigung, wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Herz gesund ist
Diagnose
WPW wird durch ein EKG (Elektrokardiogramm) diagnostiziert. Das EKG zeigt charakteristische Veränderungen, die auf die zusätzliche Leitungsbahn hinweisen.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG: zeichnet die Herzströme in Ruhe auf
- Langzeit-EKG: misst die Herzaktivität über 24 Stunden oder länger
- Belastungs-EKG: zeigt das Herz unter körperlicher Anstrengung
- Ereignisrekorder: ein kleiner tragbarer Monitor, den Sie bei Symptomen aktivieren
- Elektrophysiologische Untersuchung (EPU): eine spezielle Herzkatheteruntersuchung, die die genaue Lage der zusätzlichen Leitung findet
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose ist meist einfach und schmerzfrei. Zunächst wird ein normales EKG gemacht. Falls nötig, folgen weitere Tests. Der Arzt wird mit Ihnen besprechen, welche Untersuchungen für Sie am besten sind.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, wie stark die Symptome sind und ob ein Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen besteht. Manche Menschen brauchen keine Behandlung, andere profitieren von Medikamenten oder einem kleinen Eingriff.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie Auslöser wie zu viel Koffein, Alkohol oder starke körperliche Anstrengung, wenn sie bei Ihnen Herzrasen auslösen.
- Lernen Sie, Ihren Puls zu fühlen und achten Sie auf Warnsignale.
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Ihrem Arzt genaue Informationen zu geben.
Medizinische Behandlungen
Bei häufigen oder belastenden Episoden können Medikamente helfen, die das Herz beruhigen und das Risiko für schnelle Herzschläge senken. Diese Medikamente werden vom Herzspezialisten (Kardiologen) verordnet. Es gibt verschiedene Wirkstoffgruppen, die je nach Situation ausgewählt werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Katheterablation ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem die zusätzliche Leitungsbahn verödet (verkleinert) wird. Dies kann das Herzrasen dauerhaft beseitigen. Die Entscheidung für eine Ablation wird gemeinsam mit dem Kardiologen getroffen, wenn die Symptome stark sind oder ein Risiko für gefährliche Rhythmusstörungen besteht.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit WPW führen ein ganz normales Leben. Wenn Sie Symptome haben, lernen Sie, mit ihnen umzugehen und wissen, wann Sie Hilfe brauchen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Kardiologen sind sinnvoll.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie übermäßigen Konsum von Koffein (Kaffee, Energydrinks) und Alkohol, da diese das Herzrasen auslösen können.
- Hören Sie auf Ihren Körper: Wenn Sie sich unwohl fühlen, legen Sie eine Pause ein.
- Informieren Sie Ihren Sportarzt oder Trainer über Ihre Erkrankung, besonders bei Leistungssport.
Ernährung und Bewegung
Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind gut für das Herz. Allerdings sollten Sie bei WPW auf extremes Ausdauertraining oder sehr intensive Belastungen verzichten, wenn diese bei Ihnen Symptome auslösen. Besprechen Sie Ihr Sportprogramm mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
WPW kann Ängste auslösen, besonders wenn das Herzrasen plötzlich und unerwartet kommt. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle, wenn die Angst Ihren Alltag belastet. Hilfe bekommen Sie auch rund um die Uhr unter der kostenlosen Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222).
Vorbeugung
WPW ist angeboren und kann nicht verhindert werden. Sie können jedoch lernen, Auslöser für Herzrasen zu vermeiden und bei Symptomen rechtzeitig zu handeln.
Impfungen
Aufgeführt werden. Es gibt keine spezifischen Impfungen, die mit WPW zusammenhängen.
Früherkennungsprogramme
Ein Screening auf WPW ist in der Regel nicht notwendig. Wenn in Ihrer Familie WPW bekannt ist, kann Ihr Arzt ein EKG empfehlen, um sicherzugehen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige Episoden von Herzrasen, die den Alltag beeinträchtigen
- Selten: Entwicklung von Vorhofflimmern mit sehr schneller Überleitung über die zusätzliche Bahn – das kann zu ernsthaften Kreislaufproblemen führen
- Sehr selten: plötzlicher Herztod – dies ist aber extrem selten und tritt meist nur bei unbehandelten Hochrisikofällen auf
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit WPW haben eine sehr gute Prognose. Mit der richtigen Diagnose und – falls nötig – Behandlung kann das Risiko für gefährliche Komplikationen erheblich gesenkt werden. Viele Betroffene leben ohne Einschränkungen. Die Katheterablation heilt die Erkrankung in den meisten Fällen dauerhaft.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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