CT-Koronarkalk-Score
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein CT-Koronarkalk-Score ist ein spezieller Computertomographie-Scan (CT), der die Menge an Kalk (Kalzium) in den Herzkranzgefäßen misst. Kalkablagerungen sind ein Zeichen für Arterienverkalkung (Atherosklerose), die zu Herzinfarkt führen kann. Der Score hilft, das persönliche Risiko für einen Herzinfarkt besser einzuschätzen.
Wichtige Fakten
- Der CT-Koronarkalk-Score ist eine schmerzfreie und nicht-invasive Untersuchung (keine Spritzen, kein Röhrchen im Körper).
- Er verwendet sehr wenig Röntgenstrahlung – etwa so viel wie eine Mammographie.
- Der ermittelte Wert (Agatston-Score) gibt eine grobe Abschätzung des Kalkgehalts. Je höher der Score, desto mehr Kalk und desto höher das Risiko.
- Ein Score von Null bedeutet, dass kein nachweisbarer Kalk vorhanden ist – das Herzinfarktrisiko ist dann sehr niedrig.
Der CT-Koronarkalk-Score wird zunehmend eingesetzt, vor allem bei Menschen mit mittlerem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, um die Therapie-Entscheidungen zu verbessern. Er ist kein Standard-Screening für alle, aber bei bestimmten Risikofaktoren kann Ihr Arzt die Untersuchung empfehlen.
Die Untersuchung wird vor allem bei Personen empfohlen, die ein mittleres Risiko für Herzinfarkt haben – also wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen (Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Übergewicht oder familiäre Vorbelastung). Bei sehr jungen Menschen oder Personen mit sehr niedrigem Risiko ist der Nutzen meist gering.
Symptome
- Plötzlicher starker Brustschmerz, der länger als ein paar Minuten anhält oder in Arm, Rücken, Kiefer ausstrahlt
- Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht
- Kalte Schweißausbrüche, Übelkeit oder starkes Druckgefühl in der Brust
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen bei Belastung (z. B. beim Treppensteigen), die nach Ruhe wieder verschwinden
- ⚠Herzrasen oder unregelmäßiger Puls, der nicht aufhört
- ⚠Plötzlich auftretende, unerklärliche Müdigkeit oder Schwäche
Häufige Symptome
- Der CT-Koronarkalk-Score selbst verursacht keine Symptome – er ist eine Vorsorgeuntersuchung.
- Die Untersuchung wird häufig bei Menschen ohne Beschwerden durchgeführt, um das Herz-Kreislauf-Risiko einzuschätzen.
- Falls bereits Symptome wie Brustschmerz, Kurzatmigkeit oder starkes Herzklopfen bestehen, werden normalerweise andere Untersuchungen zuerst durchgeführt.
Symptome bei Kindern
- Diese Untersuchung wird bei Kindern so gut wie nie durchgeführt. Risikofaktoren für Arterienverkalkung sind im Kindesalter selten und werden meist anders abgeklärt (Blutuntersuchungen, familiäre Risiken).
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist ein gewisser Kalkgehalt der Gefäße normal. Der CT-Score kann trotzdem sinnvoll sein, um das Infarktrisiko genauer einzuschätzen, gerade wenn andere Risikofaktoren dazu kommen.
Ursachen
Hauptursachen
- Der CT-Koronarkalk-Score misst die Ablagerungen von Kalk (Kalzium) in den Herzkranzgefäßen. Diese Ablagerungen sind ein Zeichen für verhärtete, verengte Arterien (Atherosklerose).
- Die Hauptursache für solche Ablagerungen ist eine Entzündung der Gefäßwand, die durch Fette (Cholesterin), Rauchen, Bluthochdruck und Zucker (Diabetes) begünstigt wird.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Cholesterinspiegel, insbesondere LDL-Cholesterin
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Übergewicht (Adipositas)
- Bewegungsmangel
- Familiäre Vorbelastung (Herzkreislauf-Erkrankungen bei Eltern oder Geschwistern)
- Alter (Männer über 45, Frauen über 55)
- Ungesunde Ernährung (viel Zucker, Fett, Salz)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzliche Brustschmerzen oder andere Notfall-Symptome haben, rufen Sie sofort 112.
- Wenn Ihr CT-Koronarkalk-Score deutlich erhöht ist und Sie unsicher sind, wie es weitergeht, vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie können mit Ihrem Hausarzt oder Kardiologen besprechen, ob ein CT-Koronarkalk-Score für Sie sinnvoll ist – zum Beispiel, wenn Sie mehrere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
- Nach der Untersuchung sollten Sie die Ergebnisse mit einem Arzt besprechen, um die nächsten Schritte zu planen (zum Beispiel Lebensstiländerungen oder Medikamente).
Diagnose
Der CT-Koronarkalk-Score wird mit einer speziellen Computertomographie (CT) des Herzens durchgeführt. Dabei wird ohne Kontrastmittel gearbeitet – das heißt, es muss kein Farbstoff gespritzt werden. Während des Scans liegen Sie auf einer Liege, die durch eine kurze Röhre fährt.
Mögliche Untersuchungen
- CT (Computertomographie) des Herzens – Aufnahmen in Sekundenschnelle, sehr geringe Strahlenbelastung.
- Berechnung des Kalzium-Scores (Agatston-Score) durch ein Computerprogramm.
- Wenn der Score erhöht ist, kann der Arzt weitere Untersuchungen empfehlen, z. B. ein Belastungs-EKG oder eine Herzkatheteruntersuchung.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Sie müssen auf dem Rücken liegen, die Arme über dem Kopf. Der Scan selbst dauert nur wenige Sekunden, in denen Sie kurz die Luft anhalten müssen. Sie spüren nichts. Vor der Untersuchung sollten Sie koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Cola, Energydrinks) vermeiden, da Koffein den Puls beeinflussen kann. Ansonsten keine besondere Vorbereitung.
Behandlung
Der CT-Koronarkalk-Score ist ein Wegweiser – er sagt, ob Ihr Risiko erhöht ist. Die Behandlung richtet sich nach Ihrem Gesamtrisiko (Score plus andere Faktoren). Ziel ist es, die Arterienverkalkung zu bremsen und einen Herzinfarkt zu verhindern. Dazu gehören Lebensstiländerungen und falls nötig Medikamente.
Selbsthilfe zu Hause
- Gesund essen: viel Obst, Gemüse, Vollkorn, wenig Zucker, wenig gesättigte Fette (z. B. Pommes, Wurst, Butter).
- Regelmäßig bewegen: mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen – zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen.
- Nicht rauchen – das ist das Wichtigste, was Sie selbst tun können.
- Stress abbauen: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Spaziergänge in der Natur.
- Gewicht normalisieren: schon 5–10 % Gewichtsverlust senken das Risiko deutlich.
Medizinische Behandlungen
Falls Ihr Risiko hoch ist, wird Ihr Arzt oft Medikamente empfehlen, die den Cholesterinspiegel senken (sogenannte Statine) oder den Blutdruck senken. Möglicherweise auch ein blutverdünnendes Medikament (z. B. ASS in niedriger Dosis). Ihr Arzt entscheidet gemeinsam mit Ihnen, welche Therapie für Sie am besten geeignet ist – immer auf der Grundlage Ihres Scans und Ihrer Gesamtsituation.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein CT-Koronarkalk-Score allein führt nicht zu einer Operation. Wenn er jedoch sehr hohe Werte zeigt und gleichzeitig Beschwerden (z. B. Brustschmerzen) bestehen, kann eine Herzkatheteruntersuchung notwendig werden. Dabei kann man Engstellen dehnen oder einen Stent setzen. Eine Bypass-Operation ist selten, aber möglich.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie einen erhöhten CT-Koronarkalk-Score haben, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie bald einen Herzinfarkt bekommen. Vielmehr ist es ein Weckruf, aktiv zu werden. Ihr Alltag kann sich durch kleine Veränderungen verbessern: regelmäßige Bewegung, gesündere Mahlzeiten, weniger Stress. Viele Menschen fühlen sich nach den Änderungen sogar fitter und wohler.
Tipps für den Alltag
- Bewegungsprogramm: Suchen Sie eine Sportart, die Ihnen Freude macht – am besten Ausdauersport oder Krafttraining.
- Ernährungsumstellung: Setzen Sie auf Mittelmeerkost – viel Olivenöl, Nüsse, Fisch, Hülsenfrüchte.
- Rauchen aufhören: Nutzen Sie Hilfsangebote wie Rauchertelefon oder Apps (Ihr Arzt kann Sie beraten).
- Blutdruck und Cholesterin im Blick: Lassen Sie regelmäßig Ihre Werte kontrollieren.
- Medikamente zuverlässig einnehmen: Falls Ihr Arzt Ihnen etwas verschrieben hat, nehmen Sie es konsequent ein.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung nach mediterranem Vorbild ist wissenschaftlich gut belegt. Das bedeutet: viel frisches Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und hochwertige Öle (Olivenöl, Rapsöl). Dazu regelmäßig Fisch und wenig rotes Fleisch. Bewegung: Schon 30 Minuten zügiges Gehen am Tag senken das Risiko. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt oder eine Ernährungsberatung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein erhöhter CT-Score kann Angst machen – das ist ganz normal. Viele Menschen sorgen sich, wann der Herzinfarkt kommt. Es hilft, sich bewusst zu machen, dass Sie durch Ihre neuen Gewohnheiten das Risiko selbst verringern können. Wenn die Sorgen überhandnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber – manchmal kann eine psychologische Beratung oder eine Herz-Sportgruppe sehr entlastend wirken.
Vorbeugung
Ein CT-Koronarkalk-Score misst bestehende Verkalkungen; er selbst kann nicht verhindert werden. Aber die Entstehung neuer Kalkablagerungen kann durch einen gesunden Lebensstil und gegebenenfalls Medikamente gebremst werden. Je früher Sie anfangen, desto besser.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Arterienverkalkung. Aber lassen Sie sich gegen Grippe und COVID-19 impfen, da Infekte das Herz belasten können.
Früherkennungsprogramme
Ein CT-Koronarkalk-Score wird nicht bei jedem empfohlen. Deutsche Leitlinien (AWMF) empfehlen ihn bei Menschen mit mittlerem Risiko, um die Therapie zu verbessern. Für Männer über 45 und Frauen über 55 mit Risikofaktoren kann er sinnvoll sein. Ihr Arzt prüft das mit Ihnen gemeinsam.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte, fortschreitende Arterienverkalkung kann zu einem Herzinfarkt führen.
- Engstellen in den Herzkranzgefäßen können Brustschmerzen bei Belastung (Angina pectoris) verursachen.
- Im schlimmsten Fall kann ein Gefäßverschluss zum plötzlichen Herztod führen.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Ein hoher CT-Score ist kein Todesurteil. Mit den richtigen Maßnahmen – Lebensstiländerungen, Medikamenten, regelmäßigen Arztbesuchen – können Sie das Risiko eines Herzinfarkts deutlich senken. Viele Menschen leben mit erhöhten Werten viele Jahre gesund und aktiv. Bleiben Sie dran und lassen Sie sich von Ihrem Arzt begleiten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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