DTPA-Nierenszintigraphie
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine DTPA-Nierenszintigrafie (auch DTPA-Nierenfunktionsszintigrafie genannt) ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der Sie eine schwach radioaktive Substanz (Tracer) über eine Armvene erhalten. Mit einer speziellen Kamera werden dann die Nieren beim Filtern und Ausscheiden des Tracers beobachtet. Das zeigt, wie gut die Nieren arbeiten und ob der Urin ungehindert abfließt.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 30 bis 60 Minuten.
- Sie erhalten eine geringe Menge radioaktives Material, das für Erwachsene und Kinder sicher ist.
- Vor der Untersuchung müssen Sie ausreichend trinken (Wasser, ungesüßter Tee) – Ihr Arzt gibt genaue Anweisungen.
- Das Ergebnis hilft, Nierenfunktionsstörungen, Abflussbehinderungen oder Engstellen zu erkennen.
Ja, die DTPA-Nierenszintigrafie wird in deutschen Kliniken und Praxen für Nuklearmedizin regelmäßig durchgeführt. Sie ist ein Standardverfahren zur Beurteilung der Nierenfunktion und des Harnabflusses.
Die Untersuchung wird bei Menschen jeden Alters eingesetzt – von Säuglingen bis zu älteren Erwachsenen –, wenn der Verdacht auf eine Nierenfunktionsstörung oder einen gestörten Harnabfluss besteht. Sie ist auch nach Nierentransplantationen oder bei angeborenen Harnwegsfehlbildungen sinnvoll.
Symptome
- Akute Nierenkoliken mit starken Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen
- Plötzliches, komplettes Aussetzen der Urinproduktion (Anurie)
- Schwere allergische Reaktion auf das verabreichte Kontrastmittel (sehr selten, tritt meist in der Klinik sofort auf)
- ⚠Fieber über 38,5 °C mit Schüttelfrost oder Flankenschmerz (Zeichen einer schweren Nierenbeckenentzündung)
- ⚠Sichtbares Blut im Urin über mehrere Tage
- ⚠Starke, anhaltende Schmerzen in der Nierengegend (eine Seite oder beidseitig)
Häufige Symptome
- Die DTPA-Nierenszintigrafie wird meist zur Abklärung von Symptomen wie wiederkehrenden Harnwegsinfekten, Flankenschmerzen, Blut im Urin oder erhöhten Nierenwerten im Blut eingesetzt.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird sie häufig bei angeborenen Harnwegserkrankungen (z. B. Nierenbeckenenge) oder nach Harnwegsinfekten durchgeführt, um eine Nierenschädigung auszuschließen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen dient sie der Beurteilung der Nierenfunktion vor Operationen oder bei Verdacht auf Nierenarterienstenose (Verengung der Nierenarterie).
Ursachen
Hauptursachen
- Die DTPA-Nierenszintigrafie ist kein Test zur Ursachenfindung einer Erkrankung, sondern zur Funktionsbeurteilung. Sie wird eingesetzt, wenn eine Nierenschädigung, ein Harnstau oder eine Engstelle im Harnleiter vermutet wird.
- Mögliche zugrundeliegende Probleme: Nierensteine, Tumore, angeborene Harnwegsverengungen, Entzündungen oder Zustand nach Nierentransplantation.
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Vorbestehende Nierenerkrankungen (z. B. chronische Niereninsuffizienz)
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Diabetes mellitus
- Frühere Nierenoperationen oder Nierensteine
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Akute, starke Flankenschmerzen mit Fieber oder Übelkeit
- Kein Urin mehr über 12 Stunden (Anurie)
- Plötzliche, starke Schwellung im Bereich der Nieren (selten)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte (mehr als 2 pro Jahr)
- Blut im Urin, das ohne Schmerzen auftritt
- Auffällige Nierenwerte im Blut (Kreatinin, Harnstoff) bei der Routineuntersuchung
Diagnose
Die DTPA-Nierenszintigrafie selbst ist ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin. Sie wird durchgeführt, wenn nach einer Basisuntersuchung (Bluttest, Ultraschall) der Verdacht auf eine Funktionsstörung oder Abflussbehinderung der Nieren besteht.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Kreatinin, Harnstoff, GFR (glomeruläre Filtrationsrate)
- Urinanalyse: Eiweiß, Blut, Bakterien
- Ultraschall der Nieren (Nierensonografie)
- DTPA-Nierenszintigrafie (nuklearmedizinische Funktionsaufnahme)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung findet in einer nuklearmedizinischen Praxis oder Klinik statt. Sie werden gebeten, eine Stunde vor der Untersuchung etwa einen halben Liter Wasser zu trinken (sofern Ihr Arzt nichts anderes sagt). Eine Krankenschwester legt einen kleinen Venenzugang. Dann wird Ihnen die schwach radioaktive Substanz (DTPA) gespritzt. Sie liegen auf einem Untersuchungstisch, während eine Gamma-Kamera Bilder von Ihren Nieren aufnimmt. Die Kamera bewegt sich über Ihren Bauch und Rücken – Sie spüren nichts. Nach etwa 30 Minuten sind die meisten Aufnahmen fertig. Manchmal wird Ihnen nach etwa 20 Minuten ein wasserlösliches Medikament (z. B. Furosemid) gespritzt, um den Harnfluss zu fördern. Danach können Sie normal nach Hause gehen. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit der einer Röntgenaufnahme der Lunge.
Behandlung
Die DTPA-Nierenszintigrafie ist eine diagnostische Untersuchung und keine Behandlung. Das Ergebnis zeigt, ob und welche Therapie nötig ist. Die Behandlung richtet sich nach der festgestellten Erkrankung (z. B. Nierenstein, Engstelle, Nierenentzündung).
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend (1,5–2 Liter Wasser am Tag, wenn Ihr Arzt nichts anderes empfiehlt).
- Vermeiden Sie längeres Zurückhalten von Urin – gehen Sie rechtzeitig auf die Toilette.
- Bei Harnwegsinfekten helfen Wärme (Wärmflasche auf den Unterbauch) und viel Flüssigkeit – bei Fieber oder starken Schmerzen sofort zum Arzt.
Medizinische Behandlungen
Abhängig vom Befund kann der Arzt folgende allgemeine Behandlungsansätze vorschlagen: Antibiotika bei bakteriellen Harnwegsinfekten, harntreibende oder durchblutungsfördernde Medikamente zur Unterstützung der Nierenfunktion, oder bei Harnstau eine Harnleiterschiene (dünner Kunststoffschlauch im Harnleiter) oder eine operative Erweiterung des Harnleiters (z. B. bei Nierenbeckenenge). Nierensteine werden je nach Größe und Lage mit Stoßwellentherapie, Harnleiterspiegelung oder Laserbehandlung entfernt. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Nierenfacharzt (Nephrologen) oder Urologen über die für Sie geeignete Therapie – nennen Sie keine konkreten Medikamentennamen, da die Wahl von vielen Faktoren abhängt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nötig, wenn eine Nierenbeckenenge (Harnstau) oder ein Harnleitertumor den Urinabfluss dauerhaft behindert. Auch bei großen Nierensteinen, die nicht auf natürlichem Weg abgehen, kann eine Operation (z. B. perkutane Nephrolitholapaxie) erforderlich sein. Ihr Chirurg wird die Risiken und Vorteile mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Die DTPA-Nierenszintigrafie ist eine einmalige Untersuchung – Sie müssen nicht dauerhaft mit ihr 'leben'. Nach der Untersuchung können Sie Ihren Alltag sofort wieder aufnehmen. Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser am Tag, damit die radioaktive Substanz schnell ausgeschieden wird. Da die Strahlenbelastung sehr gering ist, sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen nötig. Halten Sie engen Körperkontakt zu Kindern oder Schwangeren am Tag der Untersuchung nicht unnötig lang (aber auch das ist nicht gefährlich – eher aus Vorsicht).
Tipps für den Alltag
- Viel trinken (1,5–2 Liter pro Tag, es sei denn, Ihr Arzt empfiehlt eine Flüssigkeitsbegrenzung).
- Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung der Nieren.
- Rauchen vermeiden – Rauchen schädigt die Blutgefäße und damit die Nieren.
- Bluthochdruck und Diabetes gut einstellen lassen – das entlastet die Nieren.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, salzarme Ernährung (weniger als 5 g Salz pro Tag) und reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte unterstützen die Nierengesundheit. Vermeiden Sie zu viel tierisches Eiweiß und Fertiggerichte. Bewegung – z. B. 30 Minuten Spazierengehen oder Radfahren täglich – hält den Blutdruck stabil und fördert die Durchblutung der Nieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Untersuchung selbst ist nicht belastend. Wenn aber eine ernsthafte Nierenerkrankung diagnostiziert wird, kann die Diagnose Angst oder Verunsicherung auslösen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen, und lassen Sie sich gegebenenfalls psychologisch beraten. Chronische Nierenerkrankungen sind gut behandelbar – viele Menschen führen ein normales Leben.
Vorbeugung
Die DTPA-Nierenszintigrafie selbst muss nicht vorgebeugt werden. Die zugrundeliegenden Nierenerkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil, ausreichend Trinken, Vermeidung von Rauchen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Blutdruck, Blutzucker, Nierenwerte) zum Teil verhindern oder früh erkennen.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks und der Nierenwerte (Kreatinin, GFR) sind zur Früherkennung sinnvoll – besonders bei Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung. Die DTPA-Szintigrafie ist in der Regel kein Screening-Test, sondern wird gezielt bei Symptomen eingesetzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Nierenabflussstörungen (z. B. Nierenbeckenenge) können zu fortschreitender Nierenschädigung bis hin zum Nierenversagen führen.
- Chronische Nierenentzündungen (Pyelonephritis) können zu Vernarbungen (Schrumpfnieren) und dauerhaftem Funktionsverlust führen.
- Nierensteine, die nicht abgehen, können Harnstau, schwerwiegende Infektionen (Urosepsis) oder komplette Nierenabflussbehinderung verursachen.
Langzeitprognose
Die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung meist gut. Selbst wenn eine Nierenschädigung festgestellt wird, können moderne Therapien das Fortschreiten deutlich verlangsamen. Viele Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion führen ein aktives, erfülltes Leben. Die DTPA-Szintigrafie hilft, frühzeitig die richtige Behandlung einzuleiten – das gibt Hoffnung und Sicherheit.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Nierenstiftung · Deutschland
- Bundesverband Niere e.V. – Selbsthilfe für Nierenkranke · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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