Transthorakales Echokardiogramm
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine transthorakale Echokardiographie (TTE) ist eine schmerzlose Ultraschalluntersuchung des Herzens. Dabei wird ein Schallkopf auf die Brustwand gesetzt, der Schallwellen aussendet. Die Echos dieser Wellen werden in Bilder umgewandelt, die die Bewegungen und die Struktur des Herzens zeigen – ähnlich wie bei einem Ultraschall in der Schwangerschaft.
Wichtige Fakten
- Die TTE ist eine der häufigsten Herzuntersuchungen und dauert etwa 30–60 Minuten.
- Sie ist völlig schmerzfrei, nicht belastend und ohne Strahlenbelastung.
- Die Untersuchung liefert wichtige Informationen über Herzklappen, Herzmuskel und Herzgröße.
- Eine TTE kann ambulant in einer Praxis oder Klinik durchgeführt werden – meist ohne besondere Vorbereitung.
Ja, die transthorakale Echokardiographie ist eine Standarduntersuchung in der Kardiologie. Jährlich werden in Deutschland Hunderttausende solcher Untersuchungen durchgeführt.
Die TTE kann bei Menschen jeden Alters eingesetzt werden – von Neugeborenen bis zu älteren Erwachsenen. Sie wird dann empfohlen, wenn der Verdacht auf eine Herzerkrankung besteht oder die Herzfunktion überwacht werden soll.
Symptome
- Starke, anhaltende Brustschmerzen, die in Arme, Rücken oder Kiefer ausstrahlen
- Plötzliche Atemnot mit blauen Lippen oder Verwirrtheit
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufstillstand – sofort 112 rufen
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen unklarer Ursache
- ⚠Plötzlich auftretendes Herzrasen mit Schwindel oder Übelkeit
- ⚠Wiederholte Ohnmachtsanfälle ohne erkennbaren Grund
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit bei Belastung oder in Ruhe
- Brustschmerzen oder Druckgefühl
- Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag oder das Gefühl von Herzstolpern
- Schwellungen an Knöcheln, Füßen oder Beinen (Ödeme)
- Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
Symptome bei Kindern
- Blaufärbung der Lippen oder Haut (Zyanose) – besonders beim Schreien oder Füttern
- Schnelle Ermüdung beim Trinken oder Spielen
- Hörbares Herzgeräusch beim Abhören durch den Kinderarzt
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Plötzliche oder zunehmende Atemnot
- Häufige Schwindelgefühle oder Ohnmachtsanfälle
- Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Ursachen
Hauptursachen
- Verdacht auf Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
- Verdacht auf Herzklappenerkrankungen (z. B. Verengung oder Undichtigkeit)
- Verdacht auf angeborene Herzfehler
- Verdacht auf Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
- Kontrolle nach einem Herzinfarkt oder nach einer Herzoperation
Risikofaktoren
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Zuckerkrankheit (Diabetes)
- Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin)
- Rauchen
- Übergewicht (Adipositas)
- Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung
- Familienanamnese: Herzerkrankungen bei nahen Verwandten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher oder starker Atemnot
- Bei Brustschmerzen, die länger als ein paar Minuten anhalten
- Bei anhaltendem Herzrasen mit Schwindel oder Ohnmacht
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Herzprobleme wie Kurzatmigkeit, Müdigkeit oder Schwellungen bemerken
- Zur regelmäßigen Kontrolle einer bekannten Herzerkrankung
- Vor einer geplanten Operation oder Chemotherapie, um das Herz zu überprüfen
Diagnose
Die Diagnose wird mittels einer transthorakalen Echokardiographie (TTE) gestellt – einer Ultraschalluntersuchung, die von außen durch die Brustwand durchgeführt wird. Zusätzlich können Belastungstests oder ein Langzeit-EKG erforderlich sein.
Mögliche Untersuchungen
- Transthorakale Echokardiographie (TTE) – der Standardultraschall des Herzens
- Belastungs-Echokardiographie (z. B. auf dem Fahrrad oder Laufband)
- Kontrastmittel-Echokardiographie (mit einem intravenösen Kontrastmittel, das die Bildqualität verbessert)
- 3D-Echokardiographie (dreidimensionale Darstellung des Herzens)
- Gegebenenfalls weitere Untersuchungen wie MRT oder Herzkatheter
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Untersuchung müssen Sie keine speziellen Vorbereitungen treffen – außer, dass der Arzt Sie möglicherweise bittet, vorher nichts zu essen, falls ein Kontrastmittel eingesetzt wird. Während der Untersuchung liegen Sie bekleidet auf einer Liege; der Arzt trägt ein Gel auf die Brust auf und bewegt den Schallkopf über die Haut. Sie werden ein leichtes Drücken spüren, aber keine Schmerzen. Nach der Untersuchung können Sie sofort wieder Ihren normalen Aktivitäten nachgehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach den Ergebnissen der Echokardiographie. Da die TTE selbst eine Untersuchungsmethode ist, gibt es keine direkte „Behandlung“ für sie. Vielmehr zeigen die Ergebnisse, ob und welche Therapie notwendig ist – z. B. bei Herzklappenfehlern, Herzmuskelschwäche oder Durchblutungsstörungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, wenig Zucker und viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten
- Bewegen Sie sich regelmäßig – mindestens 30 Minuten moderate Bewegung an den meisten Tagen der Woche
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum
- Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck und Blutzucker regelmäßig nach Absprache mit Ihrem Arzt
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund können verschiedene Therapien empfohlen werden: medikamentöse Behandlung, um Blutdruck zu senken, Herzrhythmusstörungen zu kontrollieren oder Herzschwäche zu behandeln; rhythmologische Maßnahmen wie eine Katheterablation; oder interventionelle Eingriffe wie eine Ballondilatation oder ein Stent. Die genaue Therapie wird Ihr Arzt mit Ihnen individuell besprechen – ohne eigenständige Medikamenteneinnahme.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn schwere Herzklappenfehler (z. B. Aortenklappenstenose) oder angeborene Herzfehler vorliegen. Auch bei fortgeschrittener Herzkranzgefäßverengung oder schwerer Herzmuskelschwäche kann ein operativer Eingriff – etwa Bypass-Operation, Herzklappenersatz oder Einsatz eines Herzschrittmachers – sinnvoll sein. Ihr Kardiologe wird Sie ausführlich beraten.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen, die eine TTE erhalten, haben keine bleibenden Einschränkungen. Sollte eine Herzerkrankung festgestellt werden, passt Ihr Arzt die Behandlung an, damit Sie möglichst beschwerdefrei leben können. Oft reichen einfache Lebensstiländerungen und regelmäßige Kontrollen.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie Ihre Arzttermine ein – regelmäßige Kontrollen sind wichtig
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Veränderungen früh zu erkennen
- Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung, wenn Ihr Arzt dies empfiehlt
- Nehmen Sie verschriebene Medikamente zuverlässig ein – besprechen Sie Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten (z. B. aus Nüssen, Olivenöl) unterstützt das Herz. Weißes Fleisch und Fisch sind besser als rotes Fleisch. Vermeiden Sie Fertigprodukte, die oft viel Salz enthalten. Bewegung in Maßen – wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen – ist gut für Herz und Kreislauf. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt ein individuelles Belastungsprogramm zusammenstellen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Herzerkrankung kann Angst und Sorge auslösen. Es ist normal, sich belastet zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Gefühle. Vertrauenspersonen, Freunde oder eine Selbsthilfegruppe können ebenfalls entlasten. Bei anhaltenden Symptomen wie Schlafstörungen oder Niedergeschlagenheit suchen Sie bitte psychologische Unterstützung.
Vorbeugung
Eine Echokardiographie selbst kann nicht verhindert werden – sie ist eine Untersuchung. Die meisten Herzerkrankungen lassen sich jedoch durch einen gesunden Lebensstil vermeiden oder verlangsamen. Dazu gehören ausgewogene Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen und regelmäßige ärztliche Kontrollen.
Impfungen
Empfohlen werden Impfungen gegen Grippe (Influenza) und Pneumokokken, da Infektionen das Herz belasten können. Auch eine COVID-19-Impfung kann schwere Verläufe verhindern. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt (z. B. Check-up 35) helfen, Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette frühzeitig zu erkennen. Bei bestimmten Risikogruppen kann Ihr Kardiologe eine TTE als Vorsorge empfehlen, z. B. bei Familienanamnese mit Herzerkrankungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Herzkrankheiten können zu Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen – dadurch wird das Herz immer leistungsschwächer
- Ein nicht erkanntes Herzleiden erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlichen Herztod
- Schwere Herzklappenfehler können zu dauerhaften Herzrhythmusstörungen oder Lungenproblemen führen
Langzeitprognose
Die transthorakale Echokardiographie ist eine sichere und sehr aussagekräftige Untersuchung. Werden Herzerkrankungen früh erkannt, lassen sie sich meist gut behandeln – medikamentös oder durch Lebensstiländerungen. Viele Menschen mit Herzerkrankungen führen dank moderner Therapien ein langes, aktives Leben. Ihr Arzt wird Ihnen helfen, Ihre individuelle Prognose zu verstehen und zu verbessern.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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