Übersicht über die Embolisation
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Embolisation ist ein minimalinvasives Verfahren in der Radiologie. Dabei werden kleine Partikel, Spiralen oder andere Materialien über einen dünnen Katheter (einen Schlauch) in ein Blutgefäß eingebracht, um dieses gezielt zu verschließen. So können Blutungen gestillt, Tumore verkleinert oder krankhafte Gefäßverbindungen (zum Beispiel Gefäßfehlbildungen) behandelt werden. Der Eingriff wird meist unter örtlicher Betäubung und Bildkontrolle (Durchleuchtung) durchgeführt.
Wichtige Fakten
- Die Embolisation wird bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, zum Beispiel bei Gebärmuttermyomen, Lebertumoren oder Gefäßfehlbildungen.
- Sie ist ein schonender Eingriff, oft ohne größere Schnitte – der Katheter wird meist über die Leistenarterie eingeführt.
- Die Behandlung dauert je nach Aufwand 30 Minuten bis mehrere Stunden; die Erholungszeit ist meist kürzer als nach einer offenen Operation.
Die Embolisation ist ein etabliertes Verfahren, das in spezialisierten radiologischen Zentren regelmäßig durchgeführt wird. Sie ist nicht alltäglich wie eine Blutabnahme, aber für bestimmte Erkrankungen eine wichtige und verbreitete Behandlungsoption.
Die Embolisation kann bei Menschen jeden Alters eingesetzt werden, wenn die zugrundeliegende Erkrankung dies erfordert. Häufige Anwendungen sind bei Frauen mit Gebärmuttermyomen, bei Personen mit Lebertumoren oder bei Patienten mit Gefäßfehlbildungen (Arteriovenöse Malformationen).
Symptome
- Bei einer akuten, starken Blutung (z. B. Bluterbrechen, Blut im Stuhl, starke Blutung nach einer Verletzung) – sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei plötzlichen, starken Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit oder Sehstörungen – könnte auf eine geplatzte Gefäßfehlbildung hindeuten.
- Bei Bewusstlosigkeit oder Kreislaufzusammenbruch.
- ⚠Bei anhaltenden, starken Schmerzen, die nicht nachlassen.
- ⚠Bei Fieber oder Schüttelfrost nach einem Eingriff – könnte auf eine Infektion hinweisen.
- ⚠Bei starken Blutungen, die nicht aufhören.
Häufige Symptome
- Da die Embolisation selbst kein Symptom ist, sind die Beschwerden von der Grunderkrankung abhängig. Beispiele: Bei Myomen starke Menstruationsblutungen und Unterleibsschmerzen; bei Lebertumoren oft Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch; bei Gefäßfehlbildungen können Kopfschmerzen oder Blutungen auftreten.
Symptome bei Kindern
- Kinder können betroffen sein, wenn angeborene Gefäßfehlbildungen oder Tumore vorliegen. Die Symptome sind dann je nach Ort und Größe unterschiedlich, etwa Schwellungen, Schmerzen oder Blutungszeichen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen wird die Embolisation häufiger zur Behandlung von Tumoren (z. B. Leberkrebs) oder zur Blutstillung bei Verletzungen oder Magen-Darm-Blutungen eingesetzt. Die Beschwerden richten sich nach der Grunderkrankung.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Embolisation wird durchgeführt, um Blutungen zu stoppen, Tumore zu verkleinern oder krankhafte Blutgefäße zu verschließen. Die zugrundeliegenden Ursachen sind vielfältig: gutartige Geschwülste (z. B. Myome), bösartige Tumore (z. B. Leberkrebs), Gefäßfehlbildungen (Arteriovenöse Malformationen) oder Verletzungen.
Risikofaktoren
- Es gibt keine Risikofaktoren, die direkt zur Embolisation führen – sie ist eine Behandlung. Die Risikofaktoren für die Erkrankungen, die eine Embolisation nötig machen können, sind je nach Krankheit unterschiedlich (z. B. genetische Veranlagung, Hormone, Lebererkrankungen).
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke, unkontrollierte Blutungen haben (etwa aus dem Darm, der Blase oder der Gebärmutter).
- Wenn Sie nach einem Eingriff plötzlich starke Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder eine Schwellung/Irritation an der Einstichstelle bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unter anhaltenden, aber nicht akuten Beschwerden leiden, die auf eine Erkrankung hindeuten, für die eine Embolisation infrage kommt (z. B. starke Regelblutungen, Druck im Bauch, Gefäßfehlbildungen).
- Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Facharzt (Gynäkologe, Gastroenterologe, Radiologe) über Ihre Symptome.
Diagnose
Die Embolisation ist ein Behandlungsverfahren, keine Diagnose. Die zugrundeliegende Erkrankung wird mithilfe von bildgebenden Verfahren festgestellt: Ultraschall, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Angiographie (Röntgen der Blutgefäße).
Mögliche Untersuchungen
- Bildgebung (Ultraschall, CT, MRT) zur genauen Darstellung der Blutgefäße und des Krankheitsherdes.
- Blutuntersuchungen (z. B. Blutgerinnung, Leberwerte).
- Angiographie: spezielle Röntgenaufnahme der Blutgefäße, die während des Eingriffs selbst oder vorab durchgeführt werden kann.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Embolisation werden Sie ausführlich von einem Radiologen beraten. Sie erhalten Informationen über Nutzen, Risiken und Ablauf. Meist müssen Sie vor dem Eingriff nüchtern sein (kein Essen und Trinken für einige Stunden). Der Eingriff selbst wird in örtlicher Betäubung durchgeführt – Sie sind wach, aber die Stelle wird betäubt.
Behandlung
Die Embolisation ist ein minimalinvasives Behandlungsverfahren. Dabei wird ein dünner Katheter über eine Arterie (meist in der Leiste) bis zum Zielort geschoben. Über den Katheter werden dann winzige Partikel, Spiralen oder ein spezielles Gel (Embolisat) injiziert, um das Blutgefäß zu verschließen. So wird die Blutzufuhr zu einem Tumor oder einer Fehlbildung unterbrochen. Der Eingriff wird unter Röntgenkontrolle durchgeführt und erfordert einen kurzen Krankenhausaufenthalt (meist 1-2 Tage).
Selbsthilfe zu Hause
- Nach der Embolisation sollten Sie sich schonen und körperliche Anstrengung vermeiden, besonders in den ersten Tagen.
- Trinken Sie ausreichend, um die Nierenfunktion zu unterstützen (das Kontrastmittel wird über die Nieren ausgeschieden).
- Beobachten Sie die Einstichstelle auf Rötung, Schwellung oder Blutungen – bei Auffälligkeiten den Arzt informieren.
Medizinische Behandlungen
Die Embolisation selbst ist die Behandlung. In manchen Fällen wird sie mit anderen Therapien kombiniert, zum Beispiel mit einer Chemotherapie bei Lebertumoren (dann spricht man von Chemoembolisation). Die Entscheidung über die genaue Art der Embolisation trifft der Radiologe gemeinsam mit Ihnen und Ihren anderen Ärzten. Je nach Grunderkrankung können auch Medikamente (z. B. zur Schmerzlinderung) gegeben werden – sprechen Sie mit Ihrem Arzt, nicht auf eigene Faust.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die Embolisation wird oft dann eingesetzt, wenn eine offene Operation zu riskant wäre oder nicht infrage kommt. In manchen Fällen kann eine Operation notwendig sein, wenn die Embolisation nicht ausreicht oder nicht möglich ist. Ihr Arzt wird mit Ihnen die beste Option besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Embolisation können die meisten Menschen nach einigen Tagen wieder ihren Alltag aufnehmen. Bei manchen Behandlungen (z. B. Myomembolisation) kann es eine Woche oder länger dauern, bis die Beschwerden nachlassen. Ihr Arzt gibt Ihnen einen konkreten Plan für die Erholungsphase.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie in den ersten Tagen nach dem Eingriff schwere körperliche Arbeit oder Sport.
- Auf Rauchen sollten Sie verzichten, da es die Durchblutung verschlechtert und die Heilung verzögern kann.
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, um den Körper zu unterstützen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Kost mit viel Obst und Gemüse ist empfehlenswert. Bewegung an der frischen Luft (z. B. Spaziergänge) fördert die Durchblutung, aber erst nach Absprache mit dem Arzt. Leichte Aktivitäten sind meist schon nach 1–2 Tagen möglich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Erkrankung und eine Behandlung wie die Embolisation können emotional belastend sein. Sorgen und Ängste sind normal. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Ihre Gefühle zu sprechen. Auch Gespräche mit Angehörigen oder psychosozialen Diensten im Krankenhaus können helfen.
Vorbeugung
Die Embolisation ist eine Behandlung, keine Vorsorge. Ob die zugrundeliegende Erkrankung verhindert werden kann, hängt von der Ursache ab. Zum Beispiel können manche Lebererkrankungen (die zu Tumoren führen) durch eine gesunde Lebensweise (kein Alkoholmissbrauch, Impfung gegen Hepatitis B) verhindert werden. Bei Myomen gibt es keine sichere Prävention.
Früherkennungsprogramme
Für bestimmte Erkrankungen, die eine Embolisation nötig machen können, gibt es Früherkennungsuntersuchungen – z. B. das Leberkrebs-Screening bei Risikopatienten (Ultraschall). Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob Sie zu einer Risikogruppe gehören.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bleibt die Grunderkrankung unbehandelt, können Komplikationen wie anhaltende Blutungen, Tumorwachstum, Schmerzen oder in schweren Fällen Organversagen auftreten.
- Bei Gefäßfehlbildungen besteht ohne Behandlung das Risiko einer Ruptur (Platzen) mit lebensbedrohlicher Blutung.
Langzeitprognose
Die Embolisation ist ein modernes und sicheres Verfahren, das in vielen Fällen eine sehr gute Alternative zur Operation darstellt. Die Erfolgsraten sind hoch, und die meisten Menschen erholen sich gut. Manchmal ist eine zweite Sitzung nötig, aber die Prognose ist insgesamt günstig. Ihr Arzt wird mit Ihnen über die individuellen Erfolgsaussichten sprechen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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