Herz-CT: Vorbereitung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Herz-CT (Computertomographie des Herzens) ist ein bildgebendes Verfahren, das mit Hilfe von Röntgenstrahlen detaillierte Querschnittsbilder des Herzens und der Herzkranzgefäße erstellt. Damit kann der Arzt Verkalkungen, Verengungen oder andere Veränderungen an den Herzkranzgefäßen erkennen.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 10 bis 15 Minuten.
- In der Regel wird ein Kontrastmittel über die Armvene gespritzt, um die Gefäße besser darzustellen.
- Herz-CTs sind sehr genau und können helfen, Herzkrankheiten frühzeitig zu erkennen.
- Die Vorbereitung ist einfach: In den Stunden vor der Untersuchung sollten Sie nichts essen, aber ausreichend Wasser trinken.
Herz-CTs werden in Deutschland immer häufiger eingesetzt. Besonders bei Menschen mit unklaren Brustschmerzen oder einem mittleren Risiko für Herzkrankheiten ist diese Untersuchung eine wichtige Methode.
Die Untersuchung wird bei Erwachsenen durchgeführt, bei denen der Arzt eine Herzkranzgefäßerkrankung vermutet. Auch Menschen mit bestimmten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder starkem Übergewicht können von einem Herz-CT profitieren.
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen, die länger als 5 Minuten anhalten
- Schmerzen, die in den linken Arm, den Rücken, den Kiefer oder den Oberbauch ausstrahlen
- Plötzliche Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Bewusstlosigkeit oder starke Übelkeit mit Schweißausbruch
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen bei Ruhe oder geringer Belastung
- ⚠Ungewöhnliche Müdigkeit oder Kurzatmigkeit über Stunden
- ⚠Schwindel oder das Gefühl, ohnmächtig zu werden
Häufige Symptome
- Brustschmerzen (Angina pectoris) – besonders bei Belastung
- Kurzatmigkeit oder Atemnot bei Anstrengung
- Engegefühl oder Druck in der Brust
- Müdigkeit und Schwächegefühl ohne ersichtlichen Grund
Symptome bei Kindern
- Herz-CTs werden bei Kindern nur sehr selten durchgeführt. Mögliche Anzeichen für angeborene Herzfehler könnten sein: bläuliche Haut (Zyanose), schnelle Ermüdung beim Spielen oder Trinken.
- Bei Kindern ist die Untersuchung nur bei speziellen Fragestellungen (z. B. angeborene Herzfehler) und nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung sinnvoll.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen treten häufig untypische Symptome auf: Kurzatmigkeit, Übelkeit, Oberbauchschmerzen oder plötzliche Müdigkeit anstelle von klassischen Brustschmerzen.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein Herz-CT wird durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine Verengung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit) besteht.
- Häufigste Ursache für solche Verengungen sind Ablagerungen (Plaques) aus Fett, Kalk und anderen Substanzen an den Gefäßwänden (Arteriosklerose).
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Hohe Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht (Adipositas)
- Bewegungsmangel
- Stress
- Ungesunde Ernährung (viel Fett, Zucker und Salz)
- Familiäre Vorbelastung (Herzkrankheiten bei nahen Verwandten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Brustschmerzen oder Atemnot verspüren, rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Wenn Sie neuartige Brustschmerzen haben, die nicht weggehen, suchen Sie noch am selben Tag einen Arzt auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie mehrere Risikofaktoren für Herzkrankheiten haben (z. B. Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes) und noch keine Untersuchung der Herzkranzgefäße durchgeführt wurde.
- Wenn Sie über 50 Jahre alt sind und eine Familiengeschichte von Herzkrankheiten vorliegt.
Diagnose
Ein Herz-CT wird in der Regel von einem Radiologen oder Kardiologen verordnet. Zuerst führt der Arzt eine körperliche Untersuchung und ein EKG durch. Bei Verdacht auf eine Herzkranzgefäßerkrankung kann ein Herz-CT die nächste sinnvolle Untersuchung sein.
Mögliche Untersuchungen
- EKG (Elektrokardiogramm) – misst die elektrische Aktivität des Herzens
- Blutuntersuchung – z. B. auf Cholesterin, Blutzucker und Entzündungswerte
- Belastungs-EKG – unter körperlicher Anstrengung
- Herzultraschall (Echokardiographie) – zeigt die Herzbewegung und Klappenfunktion
- Herz-CT – die genaue Bildgebung der Herzkranzgefäße
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Herz-CT dürfen Sie einige Stunden nichts essen (meist 4-6 Stunden). Trinken Sie aber ausreichend Wasser. Informieren Sie den Arzt über Allergien (besonders gegen Jod) und Nierenprobleme. Sie legen sich auf eine Liege, die durch einen ringförmigen Scanner fährt. Es werden zwei Aufnahmeserien gemacht: zuerst ohne Kontrastmittel, dann mit Kontrastmittel. Während der Kontrastmittelgabe spüren Sie möglicherweise kurzzeitig Wärme oder einen metallischen Geschmack – das ist normal. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Nach dem CT können Sie sofort wieder nach Hause gehen.
Behandlung
Ein Herz-CT ist nur eine Untersuchung – eine Behandlung folgt erst, wenn die Bilder Auffälligkeiten zeigen. Je nach Befund kann der Arzt verschiedene Therapien vorschlagen, die auf Ihre persönliche Situation abgestimmt sind.
Selbsthilfe zu Hause
- Ernähren Sie sich herzgesund: viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, wenig gesättigte Fette und Salz.
- Bewegen Sie sich regelmäßig: mindestens 30 Minuten moderate Bewegung an den meisten Tagen der Woche.
- Verzichten Sie auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Stress reduzieren – z. B. durch Entspannungsübungen, Spaziergänge oder Hobbys.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und Ihre Blutfettwerte – am besten mit Ihrem Hausarzt.
Medizinische Behandlungen
Falls der Herz-CT verengte Gefäße zeigt, kann der Arzt Medikamente verschreiben, um die Blutgerinnung zu hemmen, den Blutdruck zu senken oder die Blutfettwerte zu verbessern. Auch eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) kann nötig sein, um die Verengung genauer zu beurteilen und gegebenenfalls zu behandeln.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei sehr starken oder mehrfachen Verengungen kann ein chirurgischer Eingriff, wie zum Beispiel eine Bypass-Operation, in Betracht gezogen werden. Dies wird immer im Einzelfall entschieden.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie ein Herz-CT hatten und die Ergebnisse unauffällig sind, können Sie Ihren Alltag wie gewohnt fortsetzen. Bei auffälligen Ergebnissen wird der Arzt mit Ihnen besprechen, wie Sie Ihre Herzgesundheit verbessern können.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau nach ärztlicher Anweisung ein.
- Halten Sie Ihre Kontrolltermine beim Hausarzt oder Kardiologen ein.
- Führen Sie ein gesundes Leben mit ausreichend Schlaf und Bewegung.
- Vermeiden Sie Situationen mit starkem Stress – lernen Sie, Nein zu sagen und sich Pausen zu gönnen.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung bedeutet: wenig Fett, Zucker und Salz, dafür viele Ballaststoffe (z. B. Vollkorn, Hülsenfrüchte) und gesunde Fette (z. B. aus Olivenöl, Nüssen oder Fisch). Bewegung wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen ist ideal. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Aktivitäten für Sie persönlich geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein auffälliger Befund kann verunsichern oder ängstigen. Es ist wichtig, mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen zu sprechen. Auch Angehörige oder eine Selbsthilfegruppe können helfen. Bei starker Belastung kann eine psychologische Beratung sinnvoll sein.
Vorbeugung
Herzkranzgefäßerkrankungen lassen sich teilweise verhindern, indem Sie Risikofaktoren vermeiden: rauchen Sie nicht, essen Sie gesund, bewegen Sie sich ausreichend und lassen Sie sich regelmäßig durchchecken. Ein Herz-CT selbst wird nur bei konkretem Verdacht eingesetzt – es ist keine Vorsorgeuntersuchung.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gibt es keine generelle Screening-Untersuchung mit Herz-CT für alle. Bei bestimmten Risikogruppen (z. B. nach Einschätzung des Hausarztes) kann eine Früherkennung jedoch sinnvoll sein. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine solche Untersuchung für Sie infrage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Verengungen der Herzkranzgefäße können zu einem Herzinfarkt führen.
- Eine fortschreitende Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kann entstehen.
- Herzrhythmusstörungen, die lebensbedrohlich werden können.
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Untersuchung und einer guten Behandlung lassen sich die meisten Herzprobleme gut kontrollieren und die Lebensqualität deutlich verbessern. Auch nach einem auffälligen Befund haben viele Menschen noch viele Jahre ein aktives Leben.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.