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Ein Angiogramm (auch Angiografie genannt) ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der BlutgefĂ€Ăe. Dabei wird ein dĂŒnner Schlauch (Katheter) ĂŒber eine kleine Einstichstelle in der Leiste oder am Arm in ein BlutgefÀà eingefĂŒhrt. Ăber den Katheter wird ein Kontrastmittel gespritzt, das die GefĂ€Ăe auf Röntgenbildern sichtbar macht. So können Verengungen, VerschlĂŒsse oder Aussackungen (Aneurysmen) der Arterien oder Venen erkannt und oft gleich behandelt werden.
Wichtige Fakten
Angiogramme gehören zu den hĂ€ufigeren radiologischen Eingriffen. Jedes Jahr werden in Deutschland zehntausende durchgefĂŒhrt, vor allem bei Verdacht auf Verengungen der HerzkranzgefĂ€Ăe, der Halsschlagader oder der BeingefĂ€Ăe.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Durchblutungsstörungen (z. B. bei Arteriosklerose), nach einem Schlaganfall oder bei Verdacht auf eine Lungenembolie. Auch bei Verletzungen oder Tumorerkrankungen kann ein Angiogramm nötig sein.
Die Entscheidung fĂŒr ein Angiogramm wird oft nach vorherigen Untersuchungen wie Ultraschall, CT oder MRT getroffen. Der Facharzt (Radiologe) prĂŒft dann, ob eine GefĂ€Ădarstellung mit Katheter nötig ist. Das Angiogramm selbst ist sowohl ein diagnostisches als auch ein therapeutisches Verfahren.
Der Eingriff dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Sie bekommen eine örtliche BetĂ€ubung an der Einstichstelle (meist Leiste oder Arm). Der Arzt fĂŒhrt den dĂŒnnen Katheter ĂŒber die Haut in die Blutbahn ein. WĂ€hrend der Aufnahmen kann ein warmes GefĂŒhl durch das Kontrastmittel auftreten â das ist normal. Nach dem Eingriff mĂŒssen Sie fĂŒr ein paar Stunden flach liegen, damit die Einstichstelle nicht nachblutet. Die meisten Menschen spĂŒren keine Schmerzen, höchstens einen leichten Druck.
Ein Angiogramm dient oft nicht nur der Diagnose, sondern auch der Behandlung. Der Arzt kann ĂŒber den Katheter verschiedene MaĂnahmen durchfĂŒhren, um die Durchblutung zu verbessern oder eine Blutung zu stoppen.
Zu den Behandlungen, die wĂ€hrend eines Angiogramms möglich sind, gehören: das Aufdehnen einer verengten Stelle mit einem Ballon (Ballondilatation), das Einsetzen eines kleinen Metallgitters (Stent), das Auflösen von Blutgerinnseln ĂŒber Medikamente (Lyse) oder das Verstopfen eines krankhaft erweiterten GefĂ€Ăes (Embolisation). Welche Methode angewandt wird, entscheidet der Arzt je nach Befund. Alle Eingriffe erfolgen ĂŒber den Katheter â eine offene Operation ist nicht nötig.
Nach einem Angiogramm können Sie meist sofort Ihren Alltag wieder aufnehmen, sofern keine weitere Behandlung nötig war. Bei einer Therapie (z. B. Stent) sollten Sie fĂŒr einige Tage körperliche Anstrengungen vermeiden. Ihr Arzt gibt Ihnen genaue Anweisungen.
Eine ausgewogene ErnĂ€hrung mit viel GemĂŒse, Obst, Vollkornprodukten und wenig Salz, Zucker und gesĂ€ttigten FettsĂ€uren unterstĂŒtzt die GefĂ€Ăe. Moderate Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Wandern hilft, die Durchblutung zu fördern.
GefĂ€Ăerkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil oft verhindern oder hinauszögern. Dazu gehören: Nichtrauchen, ausgewogene ErnĂ€hrung, regelmĂ€Ăige Bewegung und die Kontrolle von Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker. Ein Angiogramm selbst ist eine Untersuchung â es verhindert keine Erkrankung, hilft aber, sie frĂŒh zu erkennen und zu behandeln.
FĂŒr Menschen mit erhöhtem Risiko (z. B. familiĂ€re Vorbelastung, Diabetes) kann ein jĂ€hrlicher Check-up beim Hausarzt sinnvoll sein. Ein Angiogramm als reine Vorsorgeuntersuchung ist nicht ĂŒblich â es wird nur bei konkretem Verdacht eingesetzt.
Die Prognose hĂ€ngt von der Grunderkrankung ab. Viele GefĂ€Ăprobleme lassen sich heute mit modernen Verfahren wie dem Angiogramm sehr gut behandeln. Je frĂŒher eine Verengung oder ein Aneurysma entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Nach einem erfolgreichen Eingriff können die meisten Menschen wieder ein normales Leben fĂŒhren. Ihr Arzt wird mit Ihnen einen individuellen Nachsorgeplan erstellen.
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Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfĂŒgbar.
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Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
In seltenen FĂ€llen reicht der Katheter-Eingriff nicht aus, zum Beispiel bei sehr groĂen Aneurysmen oder stark verkalkten GefĂ€Ăen. Dann kann eine offene Operation (z. B. Bypass oder GefĂ€Ănaht) nötig sein. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen alle Optionen.
Ein Eingriff an den GefĂ€Ăen kann verunsichern. Viele Menschen haben Angst vor einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. Das ist verstĂ€ndlich. Es kann helfen, mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle zu sprechen. Auch EntspannungsĂŒbungen wie Yoga oder autogenes Training können Ăngste mindern.