Entdecken Sie das Ruqelo-Ökosystem
KI-gestützte klinische Produktivitätstools für medizinisches Fachpersonal.
Ruqelo ClinicalPatientenfreundliche Gesundheitsbildung und Orientierung.
Premium-Training für gesprochenes Arabisch mit Rollenspielen, Audio und Companion.
Ruqelo ArabicBasierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Eine Leukozyten-Szintigrafie (ausgesprochen: loiko-zy-ten-szin-ti-gra-fie) ist eine nuklearmedizinische Untersuchung. Dabei werden weiße Blutkörperchen (Leukozyten) mit einer ganz kleinen Menge radioaktiven Materials markiert und dem Patienten gespritzt. Anschließend macht eine Spezialkamera Bilder davon, wo sich diese Zellen im Körper ansammeln. So kann der Arzt Entzündungen oder Eiterherde (Abszesse) aufspüren, die mit anderen Methoden schwer zu finden sind.
Wichtige Fakten
Die Leukozyten-Szintigrafie ist eine spezielle Untersuchung, die nicht bei jeder Entzündung eingesetzt wird. Sie kommt eher selten vor und ist speziellen Fragestellungen vorbehalten – zum Beispiel bei Verdacht auf versteckte Infektionen an Knochen, Gelenken oder im Bauchraum.
Die Untersuchung eignet sich für Menschen jeden Alters, wenn der Verdacht auf eine versteckte Entzündung oder einen Eiterherd besteht. Besonders häufig wird sie bei Patienten mit Fieber unklarer Ursache, bei Verdacht auf Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis) oder bei Infektionen von Gelenkprothesen eingesetzt. Kinder und ältere Menschen können die Untersuchung ebenfalls erhalten, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt.
Die Diagnose erfolgt in der Nuklearmedizin. Zuerst wird Ihnen Blut abgenommen und daraus werden Ihre eigenen weißen Blutkörperchen isoliert. Diese werden im Labor mit einer sehr geringen Menge eines radioaktiven Stoffes markiert. Dann werden Ihnen diese markierten Zellen über eine Vene wieder zurückgespritzt. Die weißen Blutkörperchen wandern von selbst an Orte im Körper, wo eine Entzündung oder ein Eiterherd ist. Nach etwa 1–2 Stunden machen spezielle Kameras (Gammakameras) Aufnahmen von Ihrem Körper. Bei Bedarf werden weitere Aufnahmen nach 24 Stunden gemacht.
Die Untersuchung selbst tut nicht weh. Sie müssen nur still liegen, während die Kamera Bilder macht. Sie können jederzeit mit dem Personal sprechen. Nach der Untersuchung werden Sie noch etwas überwacht. Die radioaktive Substanz wird schnell aus dem Körper ausgeschieden – trinken Sie viel Wasser, um die Ausscheidung zu fördern. In den nächsten Stunden sollten Sie engen Kontakt zu Schwangeren und Kleinkindern vermeiden, wie Ihr Arzt es mit Ihnen bespricht.
Die Leukozyten-Szintigrafie selbst ist nur eine Untersuchung. Die Behandlung richtet sich nach dem, was die Aufnahmen zeigen. Wenn eine Entzündung oder ein Eiterherd gefunden wird, wird Ihr behandelnder Arzt eine passende Therapie einleiten.
Falls die Szintigrafie eine Entzündung oder einen Abszess zeigt, kann die Behandlung Antibiotika (nach Erregerbestimmung) oder operative Eingriffe (z. B. Drainage eines Eiterherdes) umfassen. Ihr Arzt wird die Therapie auf Ihre individuelle Situation abstimmen. Bei Protheseninfektionen kann eine mehrwöchige Antibiotikatherapie oder ein Austausch des Implantats nötig sein. Diese Entscheidungen trifft der Facharzt für Infektiologie, Orthopädie oder Chirurgie – immer in Absprache mit Ihnen.
Nach der Untersuchung können Sie meist sofort nach Hause gehen und Ihren Alltag fortsetzen. Die radioaktive Markierung ist nach etwa 24 Stunden so weit abgebaut, dass keine Vorsichtsmaßnahmen mehr nötig sind. In der ersten Zeit nach der Injektion sollten Sie aber Abstand zu Schwangeren und kleinen Kindern halten – genaue Anweisungen gibt Ihnen die Praxis.
Sie dürfen essen und trinken wie gewohnt. Eine spezielle Ernährung ist nicht nötig. Bewegung im Rahmen des normalen Tagesablaufs ist erlaubt und fördert die Durchblutung und das Wohlbefinden. Hören Sie auf Ihren Körper – bei Fieber oder Schmerzen ist Schonung angesagt.
Eine Leukozyten-Szintigrafie kann Ängste auslösen – vor der Strahlung oder vor der Nadel. Die Angst ist verständlich. Denken Sie daran: Die Untersuchung hilft, die Ursache Ihrer Beschwerden zu finden und gezielt zu behandeln. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Bei starker Unruhe können Atemübungen oder Ablenkung helfen. Wenn die Gedanken an die Erkrankung Sie sehr belasten, suchen Sie psychologische Unterstützung – Ihr Hausarzt kann Ihnen Ansprechpartner nennen.
Die Erkrankungen, die zu einer Leukozyten-Szintigrafie führen können, sind nicht immer vermeidbar. Eine gute allgemeine Hygiene und frühzeitige Behandlung von Infektionen können dazu beitragen, dass sich keine versteckten Eiterherde bilden. Wenn Sie eine Prothese haben, befolgen Sie die Empfehlungen Ihres Orthopäden zur Infektionsprophylaxe, etwa vor zahnärztlichen Eingriffen.
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen – das schützt vor schweren bakteriellen Infektionen, die zu versteckten Entzündungen führen können. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über den für Sie empfohlenen Impfplan.
Es gibt kein generelles Screening für versteckte Entzündungen. Bei Risikopatienten (z. B. mit geschwächtem Immunsystem) kann der Arzt frühzeitig bildgebende Verfahren einsetzen, um Komplikationen zu vermeiden. Bei unklarem Fieber ist die Leukozyten-Szintigrafie eine wichtige Option – sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.
Mit einer Leukozyten-Szintigrafie können Entzündungen meist gut lokalisiert werden, sodass eine gezielte Behandlung möglich ist. Moderne Therapien (Antibiotika, minimal-invasive Eingriffe) haben die Heilungschancen deutlich verbessert. Die Prognose hängt von der Grunderkrankung ab, ist aber insgesamt gut, wenn die Diagnose rechtzeitig gestellt wird. Bleiben Sie zuversichtlich – Ihr medizinisches Team wird Sie umfassend betreuen.
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Wenn ein großer Eiterherd (Abszess) oder eine infizierte Prothese vorliegt, ist oft ein operativer Eingriff nötig (z. B. Eröffnen des Abszesses, Entfernen der Prothese). Dies bespricht Ihr Chirurg mit Ihnen im Detail.