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Angina pectoris – oft nur Angina genannt – ist ein Schmerz oder ein Druckgefühl im Brustkorb, das auftritt, wenn der Herzmuskel vorübergehend nicht genügend Sauerstoff bekommt. Es ist kein Herzinfarkt, aber ein wichtiges Warnsignal, dass die Herzkranzgefäße verengt sind. Die Schmerzen treten meist bei Belastung oder Stress auf und bessern sich in Ruhe.
Wichtige Fakten
Ja, Angina pectoris ist weit verbreitet. Sie betrifft vor allem ältere Menschen und Menschen mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes. In Deutschland leiden etwa 3–4 % der Erwachsenen an einer koronaren Herzkrankheit, viele mit Angina-Symptomen.
Häufig betroffen sind Männer über 45 Jahre und Frauen über 55 Jahre, sowie Menschen mit Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, erhöhten Blutfetten oder familiärer Vorbelastung.
Die Diagnose einer Angina pectoris beginnt immer mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hört Ihr Herz ab, misst Blutdruck und Puls und fragt nach Ihren Beschwerden, Risikofaktoren und Ihrer Lebensweise. Anschließend kommen je nach Verdacht verschiedene Tests zum Einsatz – die Auswahl richtet sich nach den aktuellen Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Die Behandlung der Angina hat zwei Hauptziele: die Beschwerden lindern und einen Herzinfarkt verhindern. Dazu werden in der Regel Medikamente, eine Änderung des Lebensstils und manchmal auch ein Eingriff kombiniert.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die die Herzkranzgefäße erweitern, den Blutdruck senken, die Herzfrequenz verlangsamen oder die Blutgerinnung vermindern. Dazu gehören Wirkstoffgruppen wie Nitrate, Betablocker, Kalziumkanalblocker, Gerinnungshemmer und Cholesterinsenker (Statine). Welche Medikamente für Sie infrage kommen, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Bei instabiler Angina werden Sie meist stationär behandelt.
Achten Sie auf Ihre Auslöser: Starke körperliche Anstrengung, Stress oder üppige Mahlzeiten können eine Angina-Attacke hervorrufen. Halten Sie bei Beschwerden kurz inne und setzen oder legen Sie sich hin. Wenn Sie ein Notfall-Spray (Nitroglycerin) verschrieben bekommen haben, wenden Sie es nach Anleitung an. Führen Sie es immer bei sich.
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkorn, magerem Fleisch und ungesättigten Fetten (z. B. Olivenöl) ist empfehlenswert. Vermeiden Sie stark salzhaltige Speisen und Fertigprodukte. Fragen Sie Ihren Arzt nach einem individuellen Bewegungsplan – 30 Minuten moderates Gehen an den meisten Tagen reichen oft schon aus.
Sie können Ihr Risiko für Angina und koronare Herzkrankheit deutlich senken, indem Sie die Risikofaktoren kontrollieren: nicht rauchen, Blutdruck und Cholesterin im Zielbereich halten, gesund essen, sich bewegen und Stress reduzieren. Eine vollständige Vorbeugung ist nicht immer möglich, aber Sie können viel tun.
Es gibt keine Impfung gegen Angina. Allerdings können bestimmte Impfungen (wie Grippe- oder COVID-19-Schutz) vor Infektionen schützen, die das Herz belasten würden.
Die gute Nachricht: Wenn Sie die Behandlung ernst nehmen und Ihren Lebensstil anpassen, können Sie auch mit Angina ein langes und aktives Leben führen. Die meisten Menschen haben durch Medikamente und gegebenenfalls Eingriffe eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden. Bleiben Sie in engem Kontakt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und nehmen Sie an Kontrolluntersuchungen teil – so können Komplikationen früh erkannt und verhindert werden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei oder nur kurz unangenehm. Sie bekommen vor manchen Tests (wie der Herzkatheteruntersuchung) eine örtliche Betäubung. Die Ergebnisse bespricht der Arzt oder die Ärztin gemeinsam mit Ihnen und leitet daraus die Behandlung ein. Bis zur endgültigen Diagnose dauert es meist ein bis mehrere Tage.
Wenn Medikamente nicht ausreichen oder die Verengungen der Herzkranzgefäße sehr schwer sind, können Verfahren wie eine Ballonerweiterung mit Stent (perkutane Koronarintervention) oder eine Bypass-Operation eingesetzt werden. Die Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Die wiederkehrenden Beschwerden und die Sorge vor einem Herzinfarkt können Angst und Niedergeschlagenheit verursachen. Das ist normal. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber zu sprechen. Auch psychologische Unterstützung oder eine Herzsportgruppe können helfen. Wenn Sie sich in einer akuten Krise fühlen, wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) oder eine psychosoziale Beratungsstelle.