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Der Harnstoff-Atemtest (auch als Atemtest mit markiertem Harnstoff bezeichnet) ist ein einfacher, nicht-invasiver Test, mit dem eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori) im Magen nachgewiesen werden kann. H. pylori kann zu MagenschleimhautentzĂŒndungen (Gastritis) und MagengeschwĂŒren fĂŒhren.
Wichtige Fakten
H. pylori-Infektionen sind weltweit sehr hĂ€ufig. In Deutschland sind etwa 20â30 % der Erwachsenen betroffen, hĂ€ufig ohne Symptome.
Die Infektion betrifft Menschen jeden Alters, tritt jedoch hĂ€ufiger in Regionen mit niedrigeren Hygienestandards auf. In Deutschland sind vor allem Menschen ĂŒber 50 Jahre sowie Personen mit Magen-Darm-Beschwerden betroffen.
Der Harnstoff-Atemtest ist der Goldstandard zur nicht-invasiven Diagnose einer H. pylori-Infektion. Sie trinken eine wÀssrige Lösung mit einer kleinen Menge radioaktiv markiertem (13C) oder nicht-radioaktivem Harnstoff. Wenn H. pylori vorhanden ist, spaltet es den Harnstoff und gibt markiertes Kohlendioxid frei, das in der ausgeatmeten Luft gemessen wird.
Der Test dauert etwa 30 Minuten. Sie mĂŒssen vorher mindestens 6 Stunden nĂŒchtern sein (keine Nahrung, keine FlĂŒssigkeit). Sie atmen zuerst in einen Beutel, trinken dann die Lösung und atmen nach 30 Minuten erneut in einen Beutel. Das Verfahren ist völlig schmerzfrei.
Wenn eine H. pylori-Infektion nachgewiesen wird und Beschwerden verursacht, wird in der Regel eine sogenannte Eradikationstherapie durchgefĂŒhrt. Ziel ist es, das Bakterium vollstĂ€ndig aus dem Magen zu entfernen.
Die Behandlung besteht aus einer Kombination von zwei oder drei verschiedenen Medikamenten, die Ihr Arzt verordnet. Dazu gehören in der Regel ein MagensĂ€ureblocker (Protonenpumpenhemmer) und zwei Antibiotika. Die Therapie dauert meist 10â14 Tage. Es ist wichtig, die Medikamente genau nach Anweisung einzunehmen und den gesamten Kurs zu beenden, auch wenn die Beschwerden nachlassen.
Eine Operation ist bei einer unkomplizierten H. pylori-Infektion nicht notwendig. Sie kann erforderlich werden, wenn ein MagengeschwĂŒr zu Durchbruch oder Blutung fĂŒhrt â dies ist jedoch selten.
Die meisten Menschen mit H. pylori haben keine EinschrĂ€nkungen im Alltag. Nach erfolgreicher Behandlung sinkt das Risiko fĂŒr MagenschleimhautentzĂŒndungen und GeschwĂŒre deutlich.
Eine leichte, magenschonende Kost mit wenig fettigen, scharfen oder sĂ€urehaltigen Speisen wird empfohlen. RegelmĂ€Ăige, moderate Bewegung (Spazierengehen, Radfahren) unterstĂŒtzt die Verdauung und das allgemeine Wohlbefinden.
Chronische Magen-Darm-Beschwerden können belastend sein und zu Ăngsten oder gedrĂŒckter Stimmung fĂŒhren. Ein offenes GesprĂ€ch mit Ihrem Arzt ĂŒber Ihre Sorgen ist wichtig. Bei Bedarf kann er Sie an psychologische UnterstĂŒtzung verweisen.
Eine vollstĂ€ndige Vorbeugung ist schwierig, da die Ăbertragung oft im Kindesalter erfolgt. Doch einfache HygienemaĂnahmen können das Risiko verringern: regelmĂ€Ăiges HĂ€ndewaschen, Verzehr von sauberem Wasser und Lebensmitteln, getrennte ZahnbĂŒrsten und Besteck in Familien mit Infizierten.
Es gibt derzeit keinen zugelassenen Impfstoff gegen H. pylori.
Ein generelles Screening (Testen ohne Beschwerden) wird in Deutschland nicht empfohlen. Nur bei bestimmten Risikogruppen (z. B. Personen mit MagengeschwĂŒr in der Familie) kann Ihr Arzt einen Test vorschlagen.
Mit einer erfolgreichen Behandlung (Eradikation) ist die Prognose sehr gut. Die Infektion ist meist dauerhaft geheilt, und das Risiko fĂŒr Komplikationen sinkt stark. Bei frĂŒhzeitiger Erkennung und Therapie können die meisten Menschen ein beschwerdefreies Leben fĂŒhren. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Arzt und nehmen Sie Nachuntersuchungen wahr.
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Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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