Kreislauf-Bluttest erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Bluttest zur Durchblutungsprüfung ist eine Laboruntersuchung, bei der aus einer Blutprobe verschiedene Werte gemessen werden, um Hinweise auf die Durchblutung (Blutfluss) und Sauerstoffversorgung der Organe und Gewebe zu erhalten. Dabei werden zum Beispiel die Anzahl der roten Blutkörperchen, Gerinnungsfaktoren oder bestimmte Abbauprodukte wie D-Dimere bestimmt. Der Arzt oder die Ärztin kann so besser beurteilen, ob eine Durchblutungsstörung vorliegt.
Wichtige Fakten
- Der Test misst verschiedene Blutbestandteile, die mit der Durchblutung zusammenhängen.
- Er wird oft bei Verdacht auf Gefäßverengungen, Thrombosen oder Durchblutungsstörungen eingesetzt.
- Die Blutentnahme ist einfach und risikarm – ähnlich wie bei einer normalen Blutabnahme.
Ja, Blutuntersuchungen zur Beurteilung der Durchblutung gehören zu den gängigen diagnostischen Verfahren in der Praxis und im Krankenhaus.
Sie werden bei Menschen jeden Alters eingesetzt – besonders häufig jedoch bei Personen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhten Blutfettwerten.
Symptome
- Plötzlich auftretende Lähmung oder Gefühllosigkeit eines Arms oder Beins
- Akute, starke Schmerzen in der Brust oder im Bauch
- Atemnot oder bläulich verfärbte Lippen/Zunge
- ⚠Starke, anhaltende Schmerzen in einem Bein, die nicht nachlassen
- ⚠Schwellung und Überwärmung eines Beins (mögliche Thrombose)
- ⚠Plötzlich auftretende, einseitige Sehstörungen oder Sprachstörungen
Häufige Symptome
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen (Schaufensterkrankheit), die in Ruhe nachlassen
- Kältegefühl oder Blässe in den Gliedmaßen
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Füßen oder Händen
- Langsam heilende Wunden an den Beinen oder Füßen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Durchblutungsstörungen selten vorkommen – Symptome sind dann z. B. bläuliche Verfärbungen der Haut (Zyanose) oder Schwellungen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen bemerken oft nachlassende Gehstrecken, kalte Füße oder veränderte Hautfarbe an den Beinen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Blutgefäße durch Arteriosklerose (Ablagerungen)
- Blutgerinnsel (Thrombosen), die den Blutfluss blockieren
- Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitis)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche oder Herzklappenfehler
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Hohes Lebensalter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, starken Schmerzen in Armen oder Beinen – besonders wenn das Glied blass und kalt wird
- Bei plötzlicher Sprach- oder Sehstörung oder Lähmung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig Schmerzen in den Beinen beim Gehen haben
- Wenn Wunden an den Füßen oder Beinen schlecht heilen
- Bei bekannten Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung. Dabei wird z. B. der Puls getastet, die Hautfarbe beurteilt und der Blutdruck an verschiedenen Stellen gemessen. Der Bluttest zur Durchblutungsprüfung ergänzt diese Informationen. Außerdem können bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Doppler-Sonographie) eingesetzt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Blutbild (Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen, Blutplättchen)
- Gerinnungstest (z. B. INR, PTT)
- D-Dimer-Test (zum Nachweis von Gerinnseln)
- Lipidprofil (Cholesterin- und Triglyceridwerte)
- Blutzuckermessung (bei Diabetesverdacht)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutentnahme dauert nur wenige Minuten. Danach wird die Probe im Labor analysiert. Die Ergebnisse liegen meist innerhalb von ein bis zwei Tagen vor. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung der Gefäße (Doppler) durchgeführt werden – diese ist schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Durchblutungsstörung. Ziel ist es, den Blutfluss zu verbessern und Komplikationen wie Thrombosen oder Herzinfarkt zu vermeiden. Die Therapie umfasst oft eine Kombination aus Lebensstiländerungen, Medikamenten und in manchen Fällen auch operativen Eingriffen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung, z. B. Geh- oder Radtraining (Ausdauersport)
- Rauchen aufgeben – das verbessert die Durchblutung deutlich
- Auf gesunde Ernährung achten (wenig Fett, viel Obst und Gemüse)
- Bei Durchblutungsstörungen in den Beinen: Füße warmhalten und enge Schuhe vermeiden
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Medikamente verschreiben, die die Blutgerinnung hemmen (z. B. Thrombozytenaggregationshemmer) oder den Blutdruck und die Blutfette senken. Auch gefäßerweiternde Mittel kommen infrage. Die genaue Auswahl hängt von der individuellen Situation ab – besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei stark verengten oder verschlossenen Gefäßen kann ein Eingriff nötig sein, z. B. eine Ballonaufweitung (Angioplastie) oder ein Bypass. Dies wird nur in fortgeschrittenen Fällen durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit Durchblutungsstörungen können ihren Alltag gut bewältigen, wenn sie die Therapie konsequent umsetzen. Achten Sie auf regelmäßige Bewegung und ausreichend Pausen. Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich auf kleine Wunden.
Tipps für den Alltag
- Bewegung: Tägliche Spaziergänge oder leichtes Training
- Ernährung: Mittelmeer-Kost mit viel Gemüse, Fisch und Olivenöl
- Kein Rauchen
- Stress vermeiden – Entspannungsübungen helfen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig gesättigten Fetten und Zucker unterstützt die Gefäßgesundheit. Regelmäßige Bewegung – wie zügiges Gehen oder Radfahren – kurbelt die Durchblutung an. Starten Sie langsam und steigern Sie die Intensität nach Absprache mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Durchblutungsstörungen können belastend sein. Gefühle von Unsicherheit oder Angst vor Komplikationen sind normal. Ein offenes Gespräch mit dem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle kann helfen.
Vorbeugung
Ja, viele Durchblutungsstörungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil verhindern oder hinauszögern. Entscheidend sind: Nichtrauchen, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit erhöhtem Risiko (z. B. Diabetes, Raucher) empfehlen Ärzte regelmäßige Kontrolluntersuchungen, etwa eine Doppler-Ultraschall-Untersuchung der Beinarterien.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlimmerung der Durchblutung bis hin zu Beingeschwüren (Ulcera)
- Gewebetod (Nekrose) und mögliche Amputation von Zehen oder Füßen
- Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Verengung der Herzkranz- oder Halsschlagadern
- Venenthrombose mit Lungenembolie (gefährlicher Gefäßverschluss in der Lunge)
Langzeitprognose
Mit frühzeitiger Erkennung und Behandlung ist die Prognose meist gut. Viele Menschen bleiben lange beschwerdefrei und können ihren Alltag aktiv gestalten. Die Einhaltung der Therapie und ein gesunder Lebensstil sind der Schlüssel zum Erfolg.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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