Herzklopfen: Bluttest erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Palpitationen sind das Gefühl, dass Ihr Herz schnell, unregelmäßig oder stark schlägt. Ein Bluttest bei Palpitationen hilft Ihrem Arzt, mögliche Ursachen wie Schilddrüsenprobleme, Blutarmut oder Elektrolytstörungen zu erkennen. Der Test untersucht, ob bestimmte Werte in Ihrem Blut außerhalb des normalen Bereichs liegen.
Wichtige Fakten
- Palpitationen sind meist harmlos, können aber auf eine behandlungsbedürftige Grunderkrankung hinweisen.
- Ein Bluttest ist ein einfacher, schmerzarmer und schneller erster Schritt zur Abklärung.
- Die Blutuntersuchung kann Schilddrüsenwerte, Elektrolyte und andere wichtige Marker messen.
Ja, Palpitationen sind sehr häufig. Die meisten Menschen haben sie hin und wieder. Ein Bluttest zur Abklärung wird bei wiederholten oder anhaltenden Palpitationen empfohlen.
Palpitationen können in jedem Alter auftreten. Sie sind besonders häufig bei jungen Frauen, Menschen mit Angststörungen, bei Schilddrüsenerkrankungen und nach sportlicher Belastung. Auch bei älteren Menschen können sie aufgrund von Herzrhythmusstörungen vorkommen.
Symptome
- Plötzliche starke Brustschmerzen oder Druckgefühl
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit (auch kurz)
- Atemnot, die nicht nachlässt
- Herzrasen mit starkem Schwindel, sodass Sie sich nicht halten können
- Wenn die Palpitationen mit einem flatten, schnellen Puls über 120 Schläge pro Minute einhergehen und nicht aufhören
- ⚠Anhaltende Palpitationen über mehrere Minuten oder Stunden
- ⚠Palpitationen mit üblem Geschmack im Mund, Übelkeit oder Schwitzen
- ⚠Wiederholte Palpitationen, die Sie im Alltag beeinträchtigen
- ⚠Wenn Sie bereits eine Herzerkrankung haben und neue Symptome auftreten
Häufige Symptome
- Gefühl eines schnellen, pochender oder unregelmäßigen Herzschlags
- Herzrasen in Ruhe oder bei leichter Anstrengung
- Gefühl, dass das Herz einen Schlag aussetzt oder stolpert
- Beklemmungsgefühl oder Druck auf der Brust
- Begleitende Schwindelgefühle oder leichte Benommenheit
Symptome bei Kindern
- Kinder berichten oft von Herzklopfen beim Spielen oder in Ruhe
- Sie können unruhig oder ängstlich wirken
- Manche Kinder legen die Hand auf die Brust oder klagen über ein Flattern
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Palpitationen können mit Schwindel, Sturzangst oder Ohnmachtsanfällen verbunden sein
- Sie treten häufig bei Vorhofflimmern auf, das mit einem Bluttest und einem EKG untersucht wird
- Oft fühlen sich ältere Menschen allgemein schwach oder müde
Ursachen
Hauptursachen
- Harmlose Auslöser wie Stress, Aufregung, Koffein, Alkohol oder Nikotin
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): zu viele Schilddrüsenhormone beschleunigen den Herzschlag
- Blutarmut (Anämie): zu wenig rote Blutkörperchen führen zu erhöhter Herzfrequenz
- Elektrolytstörungen (z. B. Kalium- oder Magnesiummangel), die die Herzreizbildung beeinflussen
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder Extrasystolen (zusätzliche Herzschläge)
Risikofaktoren
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Herzerkrankungen in der Familie
- Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis)
- Übermäßiger Konsum von Koffein, Alkohol oder Energy-Drinks
- Starker emotionaler Stress oder Angststörungen
- Bestimmte Medikamente (z. B. Asthmasprays, Schilddrüsenmedikamente, Entwässerungstabletten) – fragen Sie Ihren Arzt
- Schlafmangel oder extreme Müdigkeit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Palpitationen mit Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht einhergehen
- Wenn Sie eine bekannte Herzkrankheit haben und neue/andere Palpitationen auftreten
- Wenn der Puls über 120 pro Minute bleibt oder sehr unregelmäßig ist
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Palpitationen immer wieder auftreten, auch ohne körperliche Anstrengung
- Wenn Sie sich Sorgen machen und einfach Klarheit haben möchten
- Bevor Sie mit einem neuen Medikament beginnen, das das Herz beeinflussen könnte
Diagnose
Zur Abklärung von Palpitationen wird in der Regel zunächst eine Blutuntersuchung durchgeführt. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen Ihre Beschwerden, Ihren Alltag und mögliche Risikofaktoren. Oft wird zusätzlich ein Ruhe-EKG geschrieben, um die Herzaktion zu dokumentieren.
Mögliche Untersuchungen
- Blutbild: zeigt, ob eine Anämie (Blutarmut) vorliegt
- Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4): erkennen eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse
- Elektrolyte (Natrium, Kalium, Magnesium): Ungleichgewichte können Herzrhythmusstörungen auslösen
- Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff): um Nierenerkrankungen auszuschließen
- Entzündungswerte (CRP): Hinweise auf Infektion oder Entzündung
- optional: Langzeit-EKG (24h oder 7 Tage) bei unklaren oder seltenen Palpitationen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutabnahme ist schnell und fast schmerzfrei. Sie müssen dafür nicht nüchtern sein, es sei denn, Ihr Arzt bittet ausdrücklich darum (z. B. bei Schilddrüsenwerten kann die Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten vor der Blutabnahme besprochen werden). Die Ergebnisse liegen meist nach ein bis zwei Tagen vor. Ihr Arzt wird sie mit Ihnen besprechen und ggf. weitere Untersuchungen empfehlen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, die durch den Bluttest gefunden wurde. Bei harmlosen Ursachen reicht es oft, Auslöser zu vermeiden und auf einen gesunden Lebensstil zu achten.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie zu viel Koffein, Alkohol und Nikotin
- Reduzieren Sie Stress – Entspannungstechniken wie Atemübungen oder Yoga können helfen
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Palpitationen (wann, wie lange, Begleitsymptome)
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können verschiedene Behandlungen infrage kommen: bei Schilddrüsenüberfunktion können Medikamente die Hormonproduktion normalisieren; bei Elektrolytmangel werden diese oral oder intravenös ausgeglichen; bei Blutarmut werden Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure ergänzt. Bei Herzrhythmusstörungen gibt es Medikamente, die den Herzschlag stabilisieren (wie Betablocker oder Antiarrhythmika) – diese werden immer von einem Arzt verordnet. In manchen Fällen kommt eine Katheterablation (Verödung von fehlgeleiteten Herzreizleitungsbahnen) infrage.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur selten ist eine Operation nötig, z. B. bei bestimmten Formen von Vorhofflimmern oder wenn eine Katheterablation nicht ausreicht. Ihr Kardiologe wird dies mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Palpitationen sind oft harmlos und lassen sich gut in den Alltag integrieren. Solange ein ernster Grund ausgeschlossen wurde, können Sie normal leben. Bei Bedarf hilft es, Trigger zu meiden und auf die Signale Ihres Körpers zu achten.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, moderate Bewegung (z. B. Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen)
- Ausreichend trinken (Wasser oder ungesüßter Tee) – mindestens 1,5–2 Liter täglich
- Vermeiden Sie übermäßigen Stress und planen Sie Pausen ein
- Schlaf von 7–8 Stunden pro Nacht unterstützt das Herz-Kreislauf-System
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Obst, Gemüse und Vollkornprodukten versorgt Ihren Körper mit wichtigen Mineralien. Magnesiumreiche Lebensmittel (Nüsse, Bananen, Hülsenfrüchte) können helfen, die Herzfrequenz zu stabilisieren. Beginnen Sie Sport langsam und steigern Sie sich – hören Sie auf Ihren Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Palpitationen können Angst auslösen, besonders wenn sie plötzlich auftreten. Die Sorge um das Herz kann den Alltag belasten. Es ist wichtig, sich zu informieren und mit dem Arzt oder einem Psychologen über Ängste zu sprechen. Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung oder Meditation können beruhigend wirken.
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen von Palpitationen lassen sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken. Regelmäßige ärztliche Kontrollen, insbesondere wenn Sie Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Schilddrüsenprobleme haben, helfen, frühzeitig gegenzusteuern.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Palpitationen. Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken können jedoch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, indem sie schwere Infektionen verhindern.
Früherkennungsprogramme
Bei familiärer Vorbelastung mit Herzkrankheiten oder plötzlichem Herztod kann ein Screening (z. B. EKG und Bluttest) schon in jungen Jahren sinnvoll sein. Ihr Arzt kann Sie beraten, ob und wann eine Vorsorgeuntersuchung für Sie infrage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei unbehandelten Schilddrüsen- oder Elektrolytstörungen können Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern entstehen
- Chronische Anämie kann zu einer dauerhaften Belastung des Herzens führen
- Selten: bei manchen Herzrhythmusstörungen besteht ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall oder Herzschwäche
Langzeitprognose
Die Prognose bei Palpitationen ist in den allermeisten Fällen sehr gut. Sobald die zugrunde liegende Ursache behandelt ist – sei es durch eine Ernährungsumstellung, Medikamente oder einen kleinen Eingriff – bessern sich die Beschwerden meist deutlich. Mit der richtigen Abklärung und Behandlung können Sie ein normales, aktives Leben führen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
- Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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