Audiometrie-Ergebnisse verstehen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Audiometrie ist ein Hörtest. Dabei wird gemessen, wie gut Sie Töne und Sprache hören können. Das Ergebnis zeigt, ob und wie stark Ihr Gehör beeinträchtigt ist.
Wichtige Fakten
- Audiometrie misst die Hörschwelle für verschiedene Tonhöhen und Lautstärken.
- Der Test dauert etwa 20 bis 30 Minuten und ist schmerzfrei.
- Die Ergebnisse werden in einem Diagramm, dem Audiogramm, dargestellt.
Audiometrie ist ein Standardverfahren bei Verdacht auf Hörverlust. Jährlich werden in Deutschland Millionen Hörtests durchgeführt.
Der Test wird bei Menschen jeden Alters durchgeführt – von Neugeborenen bis zu älteren Erwachsenen. Besonders häufig bei Personen mit Hörproblemen, Tinnitus oder Schwindel.
Symptome
- Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr
- Starke Ohrschmerzen mit Fieber
- Verletzung am Ohr mit Blutungen
- ⚠Schwindel mit Ohrgeräuschen
- ⚠Hörverlust nach Flugreise oder Tauchen
- ⚠Eitriger Ausfluss aus dem Ohr
Häufige Symptome
- Schwerhörigkeit bei Unterhaltungen
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Gefühl von verstopftem Ohr
- Ohrschmerzen oder Druckgefühl
Symptome bei Kindern
- Verzögerte Sprachentwicklung
- Häufiges Nachfragen oder Nichtreagieren auf Geräusche
- Schwierigkeiten in der Schule
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Hören von Tönen, aber Schwierigkeiten beim Verstehen von Worten
- Sozialer Rückzug wegen Hörproblemen
- Lauteres Fernsehen oder Radio
Ursachen
Hauptursachen
- Altersbedingter Hörverlust (Presbyakusis)
- Lärmbelastung (z. B. laute Musik, Maschinen)
- Verstopfung des Gehörgangs (Ohrenschmalz)
- Mittelohrentzündungen
- Vererbte Hörstörungen
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Berufliche Lärmexposition
- Rauchen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Antibiotika, harntreibende Mittel)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzlicher Hörverlust innerhalb weniger Stunden
- Ohrschmerzen mit Fieber oder Ausfluss
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltende Schwerhörigkeit
- Tinnitus (Ohrgeräusche) länger als eine Woche
- Schwindel in Verbindung mit Hörproblemen
Diagnose
Der Arzt führt eine Audiometrie durch. Sie sitzen in einer schalldichten Kabine und bekommen Kopfhörer auf. Sie drücken einen Knopf, sobald Sie einen Ton hören. So wird Ihre Hörschwelle ermittelt.
Mögliche Untersuchungen
- Reinton-Audiometrie (Messung der Hörschwelle für verschiedene Frequenzen)
- Sprachaudiometrie (Verstehen von Wörtern bei unterschiedlicher Lautstärke)
- Tympanometrie (Prüfung des Mittelohrs auf Druckverhältnisse)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test ist schmerzfrei und dauert etwa 30 Minuten. Danach bespricht der Arzt mit Ihnen das Audiogramm. Es zeigt, bei welchen Frequenzen und Lautstärken Ihr Gehör eingeschränkt ist.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und Art des Hörverlusts. Ziel ist, das Hören zu verbessern und Folgen wie soziale Isolation zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Ohren vor Lärm schützen (z. B. Ohrstöpsel)
- Ohren vorsichtig reinigen, keine Wattestäbchen tief einführen
- Regelmäßige Kontrolle bei Hörakustiker oder Arzt
Medizinische Behandlungen
Bei Schallleitungsstörungen (z. B. Ohrenschmalz oder Mittelohrentzündung) können Medikamente oder eine Reinigung helfen. Bei Innenohrschwerhörigkeit kommen Hörgeräte oder (in schweren Fällen) Cochlea-Implantate in Frage. Der Arzt wird gemeinsam mit Ihnen die beste Lösung besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein bei chronischen Mittelohrentzündungen, Otosklerose (Knochenwachstum im Ohr) oder wenn ein Cochlea-Implantat eingesetzt wird.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Hörverlust zu leben erfordert Geduld und Anpassung. Nutzen Sie Hilfsmittel wie Hörgeräte oder Apps zur Untertitelung. Kommunizieren Sie offen mit Familie und Freunden über Ihre Bedürfnisse.
Tipps für den Alltag
- Verwenden Sie in lauten Umgebungen Lärmschutz
- Stellen Sie sich beim Gespräch so, dass Sie das Gegenüber gut sehen können
- Reduzieren Sie Hintergrundgeräusche (z. B. Fernseher leiser stellen)
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen (B12, Folsäure) kann die Durchblutung des Innenohrs fördern. Regelmäßige Bewegung, z. B. Spaziergänge, hilft gegen Stress, der Hörprobleme verschlimmern kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hörverlust kann zu Frustration, Angst und sozialem Rückzug führen. Es ist normal, sich manchmal überfordert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie eine psychologische Beratung – Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Viele Formen des Hörverlusts lassen sich nicht verhindern, aber Lärmschäden und Verstopfungen sind vermeidbar. Schützen Sie Ihre Ohren vor lauten Geräuschen und lassen Sie regelmäßig das Ohr reinigen.
Impfungen
Gegen manche Infektionen, die das Gehör schädigen können (z. B. Mumps, Masern), gibt es Impfungen. Lassen Sie Ihren Impfstatus vom Arzt prüfen.
Früherkennungsprogramme
Neugeborene erhalten in Deutschland ein Hörscreening. Erwachsene mit Risikofaktoren (z. B. Lärmbelastung) sollten alle 2–3 Jahre einen Hörtest machen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Hörfähigkeit
- Soziale Isolation und Einsamkeit
- Erhöhtes Risiko für Stürze (durch Gleichgewichtsstörungen)
- Kognitive Einschränkungen (z. B. Demenzrisiko erhöht)
Langzeitprognose
Mit modernen Hörhilfen und Behandlungen können die meisten Menschen mit Hörverlust ein erfülltes Leben führen. Je früher Sie handeln, desto besser sind die Chancen, Folgen zu vermeiden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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