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SIBO (Dünndarmfehlbesiedlung) ist eine Erkrankung, bei der sich zu viele Bakterien im Dünndarm ansiedeln. Normalerweise leben im Dünndarm nur wenige Bakterien. Bei SIBO sind es zu viele oder die falschen Bakterien. Das kann zu Verdauungsproblemen führen.
Wichtige Fakten
SIBO kommt nicht bei jedem vor, aber es ist häufig bei Menschen mit chronischen Magen-Darm-Beschwerden, wie Reizdarmsyndrom oder Zöliakie. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 10–30 % der Menschen mit Reizdarm auch SIBO haben.
SIBO kann Menschen jeden Alters betreffen, aber es tritt häufiger bei Erwachsenen auf, besonders bei älteren Menschen mit Verdauungsproblemen. Auch Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Diabetes, Immunschwäche) sind anfälliger.
Die Diagnose von SIBO erfolgt meist mit einem Wasserstoff-Atemtest. Dabei trinken Sie eine Zuckerlösung (z.B. Laktulose oder Glukose). Anschließend atmen Sie über mehrere Stunden in spezielle Beutel. Die gemessenen Gase (Wasserstoff und Methan) zeigen, ob und in welchem Ausmaß Bakterien im Dünndarm überschießend wachsen.
Der Test dauert etwa 2–3 Stunden. Sie müssen vorher nüchtern sein und bestimmte Lebensmittel meiden (z.B. keine Kohlenhydrate, keinen Kaffee). Während des Tests blasen Sie alle 20–30 Minuten in einen Beutel. Es ist schmerzfrei und ungefährlich. Manchmal kann die Zuckerlösung zu Blähungen führen, das ist normal.
Die Behandlung von SIBO zielt darauf ab, die Bakterien zu reduzieren und die Faktoren zu verbessern, die das übermäßige Bakterienwachstum begünstigen. Eine erfolgreiche Behandlung umfasst oft eine Kombination aus Medikamenten, Ernährungsumstellung und der Behandlung der zugrundeliegenden Ursache.
Mit SIBO zu leben kann herausfordernd sein, aber viele Betroffene finden Wege, ihre Symptome zu kontrollieren. Planen Sie Mahlzeiten im Voraus, essen Sie ruhig und kauen Sie gründlich. Vermeiden Sie es, direkt nach dem Essen zu liegen. Stress kann die Symptome verschlimmern – versuchen Sie, Entspannungstechniken in Ihren Alltag einzubauen.
Eine Ernährungsumstellung ist oft der Schlüssel. Die sogenannte Low-FODMAP-Diät wird häufig empfohlen, um fermentierbare Kohlenhydrate zu reduzieren, die Bakterien im Dünndarm füttern. Diese Diät sollte unter Anleitung einer Ernährungsfachkraft durchgeführt werden. Leichte Bewegung wie Yoga oder Spazierengehen kann die Darmtätigkeit fördern. Vermeiden Sie jedoch anstrengende Sportarten direkt nach dem Essen.
Da SIBO oft eine Folge anderer Erkrankungen oder anatomischer Probleme ist, lässt es sich nicht immer verhindern. Allerdings können Sie das Risiko senken, indem Sie eine gesunde Darmflora fördern (z.B. ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit) und bekannte Risikofaktoren wie die übermäßige Einnahme von Magensäureblockern vermeiden. Eine gute Blutzuckereinstellung bei Diabetes und die Behandlung von Grunderkrankungen können ebenfalls helfen.
Es gibt keine Impfung gegen SIBO. Die beste Vorbeugung ist die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankungen.
Es wird kein allgemeines Screening auf SIBO empfohlen. Nur bei entsprechenden Symptomen und Risikofaktoren wird ein Atemtest durchgeführt.
Die Aussichten bei SIBO sind in der Regel gut. Mit einer gezielten Behandlung können die meisten Menschen ihre Symptome deutlich verbessern oder sie sogar vollständig beseitigen. Allerdings neigt SIBO dazu, wiederzukommen, wenn die Ursache nicht behoben wird. Deshalb ist es wichtig, nach der Behandlung weiterhin auf eine gesunde Lebensweise zu achten und regelmäßig ärztliche Kontrollen wahrzunehmen. Viele Patienten führen ein normales Leben ohne größere Einschränkungen. Bleiben Sie zuversichtlich: Ihr Arzt kann Ihnen helfen, den für Sie besten Weg zu finden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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Die medikamentöse Behandlung umfasst in der Regel eine Antibiotika-Therapie, die auf die Art der Bakterien abgestimmt wird (z.B. für wasserstoffproduzierende oder methanproduzierende Bakterien). Es gibt verschiedene Antibiotika, die Ihr Arzt je nach Testergebnis und Verträglichkeit auswählen kann. Oft ist eine einmalige Gabe ausreichend, manchmal sind Wiederholungen nötig. Zusätzlich können Medikamente eingesetzt werden, die die Darmbewegung fördern (Prokinetika), um einem erneuten Bakterienwachstum vorzubeugen. Bitte nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Verordnung ein.
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, z.B. wenn strukturelle Probleme im Dünndarm (wie Verengungen oder Divertikel) die Ursache sind. Ihr Arzt wird dies nur dann vorschlagen, wenn andere Behandlungen nicht helfen und ein klarer chirurgischer Nutzen zu erwarten ist.
Die ständigen Beschwerden wie Blähungen und Durchfall können belastend sein und zu Angst vor dem Essen, sozialem Rückzug oder Stimmungsschwankungen führen. Es ist ganz normal, sich manchmal frustriert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychologische Unterstützung. Wenn Sie Gedanken an Selbstverletzung oder Hoffnungslosigkeit haben, wenden Sie sich bitte sofort an eine psychiatrische Klinik oder rufen Sie die kostenlose Telefonseelsorge an (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222).