Augendruck: Ergebnisse verstehen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Augeninnendruck (auch Augendruck genannt) ist der Druck, den die Flüssigkeit im Inneren des Auges ausübt. Ein normaler Druck ist wichtig für die Gesundheit des Sehnervs. Zu hoher oder zu niedriger Druck kann auf Probleme hinweisen.
Wichtige Fakten
- Ein normaler Augeninnendruck liegt meist zwischen 10 und 21 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule).
- Erhöhter Augeninnendruck ist ein wichtiger Risikofaktor für ein Glaukom (Grüner Star), aber nicht jeder mit erhöhtem Druck entwickelt diese Erkrankung.
- Niedriger Augeninnendruck kann ebenfalls auf Schäden hinweisen, z. B. nach Verletzungen oder Operationen.
Ja, die Messung des Augeninnendrucks ist eine sehr häufige Untersuchung beim Augenarzt. Vor allem bei Menschen über 40 Jahren wird sie routinemäßig durchgeführt.
Menschen ab 40 Jahren, Personen mit familiärer Vorbelastung für Glaukom, Kurzsichtige (Myopie), Diabetiker und Menschen mit bestimmten Augenerkrankungen sind häufiger betroffen.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im Auge
- Übelkeit oder Erbrechen zusammen mit Augenschmerzen
- Plötzliche Sehverschlechterung oder Sehverlust auf einem Auge
- Rötung des Auges und starke Kopfschmerzen
- ⚠Anhaltende Augenschmerzen oder Druckgefühl
- ⚠Sehen von Regenbogenfarben um Lichtquellen (Halos)
- ⚠Einschränkung des Gesichtsfeldes (Sie sehen Dinge am Rand nicht mehr)
Häufige Symptome
- In vielen Fällen verursacht ein erhöhter Augeninnendruck keine Beschwerden – ein Grund, warum regelmäßige Kontrollen wichtig sind.
- Manche Menschen bemerken erst spät Symptome wie allmählichen Sehverlust oder ein eingeschränktes Gesichtsfeld (tunnelartiges Sehen).
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann erhöhter Augeninnendruck zu Lichtempfindlichkeit, tränenden Augen oder einem Vergrößern des Augapfels führen.
- Häufig treten aber keine Symptome auf, weshalb die Untersuchung bei Kindern selten ist.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben ein höheres Risiko für erhöhten Augeninnendruck, oft ohne Symptome.
- Manchmal treten verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen oder Schmerzen im Auge auf – ein Grund für eine sofortige ärztliche Abklärung.
Ursachen
Hauptursachen
- Zu viel Kammerwasser im Auge – entweder wird zu viel produziert oder es kann nicht richtig abfließen.
- Verstopfung der Abflusswege für das Kammerwasser (z. B. beim Offenwinkelglaukom).
- Entzündungen im Auge (Uveitis), Verletzungen oder bestimmte Medikamente (z. B. Kortison).
Risikofaktoren
- Alter über 40 Jahre
- Familiäre Vorbelastung (glaukomkranke Verwandte)
- Hohe Kurzsichtigkeit (Myopie)
- Diabetes mellitus
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Verletzungen oder Operationen am Auge
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen starken Schmerzen im Auge, Übelkeit oder Sehverlust – sofort in die Notaufnahme oder zum Notdienst (112).
- Bei akuter Rötung des Auges mit starkem Druckgefühl.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab 40 Jahren alle 2-3 Jahre eine Augeninnendruckmessung beim Augenarzt.
- Bei erhöhtem Risiko (z. B. Familiengeschichte) jährlich kontrollieren lassen.
- Wenn Sie bereits wegen Glaukom behandelt werden, regelmäßige Kontrolltermine einhalten.
Diagnose
Der Augenarzt misst den Druck mit einem Gerät namens Tonometer. Zusätzlich wird der Sehnerv untersucht, Ihr Gesichtsfeld getestet und die Dicke der Hornhaut gemessen.
Mögliche Untersuchungen
- Tonometrie – das Gerät drückt kurz und sanft auf die Hornhaut.
- Spaltlampenuntersuchung – zur Beurteilung der vorderen Augenabschnitte.
- Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) – zeigt, ob Sie in den Randbereichen sehen.
- Optische Kohärenztomographie (OCT) – zur Messung der Dicke des Sehnervs.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Untersuchung bekommen Sie meist betäubende Augentropfen. Der Arzt wird Sie bitten, an eine Lampe zu schauen und das Auge ruhig zu halten. Die Messung ist völlig schmerzfrei.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und Schwere des erhöhten Drucks. Ziel ist es, den Druck zu senken und den Sehnerv zu schützen.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre verordneten Augentropfen genau nach Anweisung des Arztes ein.
- Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengungen, die den Druck kurzfristig erhöhen könnten (z. B. schweres Heben).
- Tragen Sie bei starker Sonneneinstrahlung eine Sonnenbrille.
Medizinische Behandlungen
Die häufigste Behandlung sind Augentropfen, die die Produktion von Kammerwasser verringern oder den Abfluss verbessern. Es gibt verschiedene Wirkstoffgruppen, der Arzt wählt individuell aus. In manchen Fällen kommen auch Laserverfahren oder eine Operation infrage.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Medikamente nicht ausreichen, kann ein chirurgischer Eingriff (z. B. eine Trabekulektomie) den Abfluss des Kammerwassers verbessern. Dies wird mit dem Augenarzt besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Leben Sie so normal wie möglich. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen, um den Verlauf im Auge zu behalten. Tragen Sie Ihren Arztausweis oder notieren Sie Ihre Medikamente.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, aber vermeiden Sie große Mengen auf einmal.
- Vermeiden Sie rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Bei Yoga oder Sport: Vermeiden Sie Kopf- oder Körperpositionen, die den Druck erhöhen (z. B. Kopfstand).
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist empfehlenswert. Moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist gut, allerdings sollten Sie anstrengende Übungen meiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose eines erhöhten Augeninnendrucks oder eines Glaukoms kann belastend sein. Viele machen sich Sorgen ums Sehen. Es ist normal, verunsichert zu sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder holen Sie sich Unterstützung.
Vorbeugung
Ein erhöhter Augeninnendruck lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko schwerer Folgen kann durch Früherkennung und Behandlung deutlich gesenkt werden.
Impfungen
Entfällt.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Augenuntersuchungen ab 40 Jahren werden von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung empfohlen (gemäß AWMF-Leitlinie 007/020).
Komplikationen
Unbehandelt
- Langfristige Schädigung des Sehnervs (Glaukom)
- Einschränkung des Gesichtsfeldes bis hin zur Erblindung
- Bleibende Sehverluste, die nicht rückgängig zu machen sind
Langzeitprognose
Mit frühzeitiger Erkennung und konsequenter Behandlung ist die Prognose gut. Die meisten Menschen behalten ihr Sehvermögen und können ein normales Leben führen. Auch wenn der Druck nicht immer normalisiert werden kann, lässt sich das Fortschreiten meist aufhalten.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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