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Der fĂ€kale Calprotectin-Wert ist ein Laborwert, der aus einer Stuhlprobe bestimmt wird. Er zeigt an, ob eine EntzĂŒndung im Darm vorliegt. Calprotectin ist ein EiweiĂ, das von bestimmten weiĂen Blutkörperchen freigesetzt wird, wenn eine EntzĂŒndung stattfindet. Ein erhöhter Wert kann auf eine entzĂŒndliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hindeuten, muss aber immer von einem Arzt oder einer Ărztin im Zusammenhang mit anderen Befunden bewertet werden.
Wichtige Fakten
Der fĂ€kale Calprotectin-Test wird heute hĂ€ufig in der Hausarztpraxis und in der gastroenterologischen Facharztpraxis eingesetzt. Er gehört zur Standarddiagnostik bei Verdacht auf eine DarmentzĂŒndung.
Der Test wird bei Menschen jeden Alters durchgefĂŒhrt, wenn Symptome wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl auftreten. Er ist besonders hilfreich bei der AbklĂ€rung von chronischen DurchfĂ€llen oder Verdacht auf eine chronisch-entzĂŒndliche Darmerkrankung (CED).
Der fĂ€kale Calprotectin-Test wird aus einer Stuhlprobe durchgefĂŒhrt. Sie erhalten von Ihrem Arzt oder Ihrer Ărztin ein spezielles Röhrchen mit Anleitung, wie Sie die Probe zu Hause entnehmen. Die Probe wird dann ins Labor geschickt. Das Ergebnis liegt meist innerhalb weniger Tage vor. Ein normaler Wert liegt unter 50â100 ”g/g Stuhl, je nach Labor. Werte darĂŒber deuten auf eine mögliche EntzĂŒndung hin. Der Test allein reicht aber nicht zur Diagnose â er ist ein Wegweiser. Bei auffĂ€lligen Werten folgen meist weitere Untersuchungen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des erhöhten Calprotectin-Werts. Liegt eine Infektion vor, heilt diese meist von selbst aus oder wird mit unterstĂŒtzenden MaĂnahmen behandelt. Bei einer chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankung (CED) stehen verschiedene TherapieansĂ€tze zur VerfĂŒgung, die EntzĂŒndungen reduzieren und Symptome lindern. Ihr Arzt oder Ihre Ărztin erstellt einen individuellen Behandlungsplan.
Ein erhöhter Calprotectin-Wert oder eine chronisch-entzĂŒndliche Darmerkrankung mĂŒssen den Alltag nicht bestimmen. Viele Menschen fĂŒhren mit der richtigen Behandlung ein weitgehend normales Leben. Wichtig ist, dass Sie auf Ihren Körper hören, sich bei SchĂŒben mehr Ruhe gönnen und Ihre Medikamente regelmĂ€Ăig einnehmen. Ein offener Austausch mit Familie, Freunden und Kollegen ĂŒber Ihre Erkrankung kann helfen, VerstĂ€ndnis zu schaffen.
Chronisch-entzĂŒndliche Darmerkrankungen lassen sich nicht gezielt verhindern, da sie auf einer komplexen Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren beruhen. Allerdings können Sie das Risiko fĂŒr SchĂŒbe verringern, indem Sie Stress reduzieren, sich gesund ernĂ€hren, nicht rauchen und Ihre Medikamente wie verordnet einnehmen. Eine frĂŒhzeitige Diagnose und konsequente Behandlung verbessern die Prognose deutlich.
Eine Impfung gegen DarmentzĂŒndungen gibt es nicht. Bei einer bestehenden immunmodulierenden Therapie empfehlen Ărzte und Ărztinnen jedoch, die Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken und COVID-19 gemÀà den aktuellen STIKO-Empfehlungen aufzufrischen. Besprechen Sie Ihren Impfstatus mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer HausĂ€rztin.
Ein allgemeines Screening auf erhöhten Calprotectin-Wert ist nicht fĂŒr alle Menschen empfohlen. Bei bestimmten Risikogruppen, z. B. nahen Verwandten von CED-Patienten, kann Ihr Arzt oder Ihre Ărztin eine gezielte AbklĂ€rung besprechen. Bei anhaltenden Durchfallbeschwerden gehört der fĂ€kale Calprotectin-Test zur Basisdiagnostik.
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ĂberprĂŒfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfĂŒgbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle Àrztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wÀhlen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Dieser Artikel dient der AufklĂ€rung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfĂŒgbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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Nutzen Sie sie zur ErgĂ€nzung â nicht als Ersatz â fĂŒr den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Die Stuhlprobe ist schmerzlos und unkompliziert. Sie bekommen ein Entnahmeset und eine kurze Anleitung. Lagern Sie die Probe bei Bedarf im KĂŒhlschrank und geben Sie sie zeitnah ab. Ihr Arzt oder Ihre Ărztin bespricht das Ergebnis mit Ihnen und erklĂ€rt die nĂ€chsten Schritte. Falls eine Darmspiegelung nötig ist, erhalten Sie vorab alle Informationen zur Vorbereitung (z. B. abfĂŒhrende MaĂnahmen).
Die medikamentöse Behandlung umfasst entzĂŒndungshemmende Mittel, die direkt im Darm wirken (z. B. mesalazinhaltige PrĂ€parate), sowie Immunmodulatoren, die das Immunsystem regulieren. Bei schweren VerlĂ€ufen kommen Biologika zum Einsatz â das sind Antikörper, die gezielt entzĂŒndungsfördernde Botenstoffe blockieren. Ihr Facharzt oder Ihre FachĂ€rztin entscheidet gemeinsam mit Ihnen ĂŒber die passende Therapie. Die Leitlinien der AWMF geben dafĂŒr Empfehlungen.
In seltenen FÀllen, wenn Medikamente nicht ausreichen oder Komplikationen wie Darmverschluss, Fisteln oder Abszesse auftreten, kann eine Operation notwendig werden. Dies betrifft vor allem Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Eine Operation wird immer nach sorgfÀltiger AbwÀgung mit dem Behandlungsteam geplant.
Eine gesunde, ausgewogene ErnĂ€hrung kann helfen, die Darmgesundheit zu unterstĂŒtzen. Bei Durchfall können leicht verdauliche Speisen wie Reis, Bananen, Haferschleim oder gedĂŒnstetes GemĂŒse gut vertragen werden. In Schubphasen meiden Sie besser ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, rohes GemĂŒse oder HĂŒlsenfrĂŒchte. FĂŒhren Sie ein ErnĂ€hrungstagebuch, um UnvertrĂ€glichkeiten zu erkennen. Bewegung ist grundsĂ€tzlich förderlich â passen Sie die IntensitĂ€t an Ihr Befinden an. Nach einem Schub starten Sie langsam wieder mit sanften AktivitĂ€ten.
Eine chronische Darmerkrankung kann psychisch belastend sein â durch stĂ€ndige Unsicherheit, SchamgefĂŒhle oder soziale EinschrĂ€nkungen. Es ist völlig normal, sich manchmal Ă€ngstlich oder niedergeschlagen zu fĂŒhlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ărztin darĂŒber zu sprechen. Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen können eine wertvolle UnterstĂŒtzung sein. Bei akuten Krisen hilft die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr).
Die Prognose ist heute deutlich besser als noch vor einigen Jahren. Mit modernen Medikamenten können die meisten Menschen mit chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen ein erfĂŒlltes Leben fĂŒhren und lange beschwerdefreie Phasen erreichen. Eine frĂŒhzeitige Diagnose und regelmĂ€Ăige Ă€rztliche Betreuung sind der SchlĂŒssel. Auch wenn die Erkrankung nicht heilbar ist, lĂ€sst sie sich in den meisten FĂ€llen gut kontrollieren. Bleiben Sie in engem Kontakt mit Ihrem Behandlungsteam und zögern Sie nicht, bei VerĂ€nderungen der Symptome Ă€rztlichen Rat einzuholen.