Allergien: Tipps für den Alltag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems: Der Körper wehrt sich gegen eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen oder Hausstaub, so als wären es Krankheitserreger.
Wichtige Fakten
- Allergien kommen sehr häufig vor.
- Die Auslöser nennt man Allergene.
- Man kann Allergien behandeln und die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen.
Ja. Allergien zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Viele Menschen haben zum Beispiel Heuschnupfen, Asthma oder eine Tierhaarallergie.
Allergien können in jedem Alter auftreten. Sie beginnen oft in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter, können aber auch später im Leben neu entstehen.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust
- Anschwellen von Augen, Lippen, Zunge oder Hals
- Schwindel, Ohnmachtsgefühl oder Kreislaufzusammenbruch
- Schwere, sich schnell ausbreitende Hautausschläge mit Fieber
- ⚠Starke allergische Reaktion, die nicht besser wird
- ⚠Ausgeprägte Atembeschwerden oder ein Asthmaanfall
- ⚠Allergische Reaktion auf ein neu eingenommenes Medikament oder einen Insektenstich
Häufige Symptome
- Niesen und eine verstopfte oder laufende Nase
- Juckende, tränende Augen
- Hautausschlag oder Quaddeln (Nesselsucht)
- Atemgeräusche oder Husten bei Asthma
Symptome bei Kindern
- Ständiges Naseputzen und Reiben der Nase (Allergiesalut)
- Müdigkeit und schlechtere Konzentration in der Schule
- Rötungen oder Ekzeme auf der Haut, besonders an Wangen und in den Armbeugen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Seltener typische Pollenallergie, aber oft Reaktionen auf Hausstaubmilben oder Medikamente
- Ausschläge und Juckreiz, die die Haut sehr trocken machen
- Bei neuen oder unklaren Beschwerden sollte man schneller ärztlichen Rat suchen
Ursachen
Hauptursachen
- Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern
- Hausstaubmilben
- Tierhaare (zum Beispiel von Katzen oder Hunden)
- Schimmelpilzsporen in feuchten Räumen
- Bestimmte Lebensmittel, zum Beispiel Nüsse, Eier oder Milch
- Gift und Eiweiß aus Insektenstichen (zum Beispiel von Bienen oder Wespen)
Risikofaktoren
- Allergien in der Familie
- Asthma oder andere allergische Erkrankungen
- Säuglinge mit Neurodermitis haben ein höheres Risiko für weitere Allergien
- Starke Belastung mit Luftschadstoffen oder Innenraumallergenen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Allergiebeschwerden den Alltag stark beeinträchtigen, zum Beispiel den Schlaf
- Wenn zusätzlich Asthma-Symptome wie Husten oder Atemnot auftreten
- Wenn nach einem Insektenstich oder Lebensmittelverzehr eine starke Reaktion auftritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden über mehrere Wochen immer wieder auftreten
- Wenn Sie wissen möchten, worauf genau Sie allergisch sind
- Bevor Sie rezeptfreie Allergiemittel längerfristig einnehmen
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst ausführlich nach Ihren Beschwerden und Ihrem Alltag. Danach prüft er gegebenenfalls mit Haut- oder Bluttests, ob Ihr Immunsystem auf bestimmte Allergene reagiert.
Mögliche Untersuchungen
- Pricktest: Ein Tropfen mit dem möglichen Allergen wird auf die Haut gegeben, die Haut wird leicht angeritzt.
- Bluttest: Er sucht nach Antikörpern, die bei einer Allergie vermehrt entstehen.
- Tagebuch: Bei Unsicherheit oder bei Nahrungsmittelallergien kann ein Symptom- und Ernährungstagebuch helfen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihr Arzt wird die Testergebnisse gemeinsam mit Ihnen besprechen und gegebenenfalls an einen Allergologen (Allergieexperten) überweisen. Das Gespräch dauert manchmal etwas länger – nehmen Sie sich Zeit und bringen Sie alle Fragen mit.
Behandlung
Eine Allergie kann man nicht immer heilen, aber man kann sie behandeln. Am wichtigsten ist, den Auslöser wo möglich zu meiden und die Beschwerden mit ärztlich begleiteten Maßnahmen zu lindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Meiden Sie bekannte Auslöser, zum Beispiel Pollen oder Tierhaare.
- Waschen Sie Bettwäsche regelmäßig bei mindestens 60 Grad, um Hausstaubmilben zu reduzieren.
- Lüften Sie Schlafzimmer und Wohnräume mehrmals täglich stoßweise.
- Bei Pollenallergie: Schlafen Sie bei geschlossenen Fenstern und duschen Sie vor dem Schlafengehen.
- Benutzen Sie eine Nasenspülung mit Kochsalzlösung, um die Nase von Pollen und Staub zu befreien.
- Tragen Sie bei Heuschnupfen eine Sonnenbrille, um Pollen von den Augen fernzuhalten.
Medizinische Behandlungen
Je nach Allergie kommen verschiedene Behandlungsansätze in Frage: Zum Beispiel Antihistaminika (Mittel, die die allergische Reaktion abschwächen) oder Nasensprays mit Kortison zur Beruhigung der Schleimhäute. Bei Heuschnupfen und bestimmten anderen Allergien macht man eine Hyposensibilisierung (auch spezifische Immuntherapie genannt). Dabei gewöhnt sich der Körper über Monate mit kleinen, steigenden Allergenmengen an den Auslöser. Welche Behandlung für Sie am besten ist, bespricht Ihr Arzt mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Allergien in der Regel nicht nötig. Nur bei Komplikationen wie stark vergrößerten Nasenmuscheln oder Nasenpolypen kann ein HNO-Arzt einen Eingriff erwägen.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie den Alltag Ihren Auslösern entsprechend. So können Sie Symptome oft deutlich vermeiden. Besonders bei Pollenflug gibt es Pollenvorhersagen im Internet – sie zeigen, wann die Belastung hoch ist.
Tipps für den Alltag
- Machen Sie das Schlafzimmer allergiearm: wenig Teppich, dafür abwaschbare Böden.
- Duschen Sie nach dem Aufenthalt im Freien, um Pollen abzuwaschen.
- Halten Sie Haustiere – wenn nötig – vom Bett fern und waschen Sie ihre Decken regelmäßig.
- Vermeiden Sie trockene, verstaubte Räume und öffnen Sie regelmäßig Fenster.
- Verwenden Sie milde, parfümfreie Pflegeprodukte für die Haut.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung an der frischen Luft unterstützen das Immunsystem. Bei Pollenallergie eignet sich Sport besser drinnen oder zu Zeiten mit niedriger Pollenbelastung, zum Beispiel nach dem Regen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Allergien können müde machen und die Lebensqualität einschränken. Es ist normal, sich davon manchmal gestresst zu fühlen. Suchen Sie Unterstützung bei Familie und Freunden – und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn die seelische Last groß wird.
Vorbeugung
Nicht jede Allergie ist vermeidbar. Einige Maßnahmen können das Risiko aber senken, zum Beispiel Nichtrauchen in der Schwangerschaft und im Haushalt sowie das Stillen in den ersten Lebensmonaten. Solche Empfehlungen sollten Sie immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Allergien können den Schlaf stören und zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsproblemen führen.
- Heuschnupfen kann sich auf die Lunge ausweiten und zu Asthma führen.
- Dauerhafte Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder Mittelohrentzündungen sind möglich.
- Bei schweren allergischen Reaktionen (Anaphylaxie) kann es zu Kreislaufversagen kommen – das ist ein Notfall.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Diagnose und Behandlung haben die meisten Menschen ein gutes, aktives Leben trotz Allergie. Viele Beschwerden lassen sich gut kontrollieren, und neue Therapien machen das Leben mit Allergien immer einfacher.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.