Durchfall auf Reisen – Vorbeugen, erkennen, behandeln
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Reisedurchfall ist eine Darminfektion, die durch verunreinigtes Essen oder Trinkwasser ausgelöst wird. Sie äußert sich durch wässrigen Stuhlgang, oft verbunden mit Bauchkrämpfen und Übelkeit. Die meisten Fälle heilen von selbst aus.
Wichtige Fakten
- Reisedurchfall ist die häufigste Reisekrankheit weltweit.
- Hauptursache sind Bakterien, Viren oder Parasiten in Lebensmitteln oder Wasser.
- Am wichtigsten ist es, genug zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Ja, Reisedurchfall betrifft weltweit viele Reisende. Je nach Region und Hygienestandard erkranken schätzungsweise 20 bis 50 Prozent der Reisenden.
Reisedurchfall kann jede Person treffen. Besonders anfällig sind junge Erwachsene, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Personen, die in Regionen mit niedrigeren Hygienestandards reisen.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an, wenn eines dieser Symptome auftritt:
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- Hohes Fieber über 39 Grad Celsius
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen
- Anzeichen einer schweren Austrocknung: sehr wenig Urin, Ohnmacht, Verwirrtheit
- ⚠Durchfall, der länger als drei Tage anhält
- ⚠Fieber über 38 Grad Celsius
- ⚠Schwangerschaft und gleichzeitig Durchfall
- ⚠Säuglinge und Kleinkinder mit Durchfall
- ⚠Menschen mit chronischen Krankheiten, die Anzeichen von Austrocknung zeigen
Häufige Symptome
- Mindestens drei Mal wässriger Stuhlgang pro Tag
- Bauchkrämpfe und Schmerzen im Bauch
- Übelkeit und Erbrechen
- Gelegentlich leichtes Fieber
Symptome bei Kindern
- Kinder verlieren schneller Flüssigkeit. Warnzeichen sind trockener Mund, eingefallene Augen, keine Tränen beim Weinen und weniger nasse Windeln als üblich.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen führt Durchfall besonders rasch zu Austrocknung. Schwindel, Schwäche oder Verwirrtheit können Anzeichen dafür sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien wie bestimmte E.-coli-Arten, Campylobacter oder Salmonellen
- Viren wie Noroviren oder Rotaviren
- Parasiten, zum Beispiel Lamblien (Giardia)
- Diese Erreger gelangen meist über verunreinigtes Wasser, rohe Lebensmittel oder mangelnde Hygiene in den Darm.
Risikofaktoren
- Reisen in Länder mit geringeren Hygienestandards
- Der Wechsel von Klima und Küche
- Ein geschwächtes Immunsystem
- Junges Alter – Kinder erkranken häufiger
- Einnahme von Magensäureblockern, da die natürliche Schutzbarriere des Magens verändert ist
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl
- Anzeichen von Austrocknung
- Hohes Fieber
- Durchfall, der länger als zwei bis drei Tage andauert
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie planen eine Reise in ein Land mit erhöhtem Infektionsrisiko und möchten sich beraten lassen
- Sie haben eine chronische Grunderkrankung und Durchfall tritt auf
- Sie sind schwanger oder betreuen ein kleines Kind und haben Fragen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose meist durch ein Gespräch über die Beschwerden und die Reisegeschichte. Zusätzlich können Stuhl-, Blut- oder Urinuntersuchungen nötig sein.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhlprobe, um Bakterien, Viren oder Parasiten nachzuweisen
- Bluttest, um den Flüssigkeits- und Elektrolytstatus zu prüfen
- In seltenen Fällen eine Ultraschalluntersuchung des Bauches, um andere Ursachen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden nach Ihren Symptomen, Ihrer Reise und möglichen Vorerkrankungen gefragt. Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Falls eine Stuhlprobe nötig ist, erklärt Ihnen die Praxis, wie Sie diese gewinnen.
Behandlung
Die wichtigste Behandlung ist der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen. Der Körper braucht in dieser Zeit Ruhe. Medikamente gegen Durchfall sollten Sie nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt einnehmen. Fachleute orientieren sich dabei an aktuellen medizinischen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel: stilles Wasser, Kräutertee oder eine Elektrolytlösung aus der Apotheke
- Essen Sie leicht Verdauliches wie Zwieback, Banane oder Reis
- Meiden Sie Milchprodukte, fettige und scharf gewürzte Speisen
- Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Seife, vor allem vor dem Essen und nach dem Toilettengang
- Ruhen Sie sich aus – Bewegung belastet den Kreislauf zusätzlich
Medizinische Behandlungen
In ärztlicher Behandlung können je nach Ursache Medikamente gegen Übelkeit oder Durchfall verordnet werden. Bei einer bakteriellen Infektion ist manchmal ein Antibiotikum sinnvoll. Welche Behandlung im Einzelfall richtig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Vermeiden Sie die eigenmächtige Einnahme von Arzneimitteln.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Reisedurchfall nicht erforderlich. Nur wenn eine seltene Komplikation wie ein Darmverschluss auftritt, kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
Solange der Durchfall anhält, sollten Sie zu Hause bleiben, wenn möglich. Planen Sie Ihren Alltag so, dass Sie in der Nähe einer Toilette sind. Achten Sie auf eine gute Hygiene, auch gegenüber Mitreisenden.
Tipps für den Alltag
- Gewöhnen Sie Ihren Magen langsam an die neue Küche, wenn Sie in ein anderes Land reisen
- Nutzen Sie bei unsicherer Wasserqualität abgepacktes Wasser auch zum Zähneputzen
- Vermeiden Sie Eiswürfel und ungeschältes Obst auf Reisen
- Informieren Sie sich vor der Reise über ärztliche Versorgungsmöglichkeiten am Urlaubsort
Ernährung und Bewegung
Während des Durchfalls ist Schonkost am besten. Nach dem Abklingen können Sie nach und nach wieder normal essen. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist dann meist gut, anstrengender Sport sollte noch ein paar Tage warten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Durchfall auf Reisen kann unangenehm sein und die Freude am Urlaub trüben. Es ist verständlich, dass man sich Sorgen macht. Ruhe und Selbstfürsorge helfen. Wenn die Angst vor Erkrankungen im Alltag belastet, ist ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Psychotherapeuten sinnvoll.
Vorbeugung
Reisedurchfall lässt sich nicht immer verhindern. Mit konsequenter Hygiene und vorsichtiger Auswahl von Speisen und Getränken lässt sich das Risiko jedoch deutlich senken.
Impfungen
Eine allgemeine Impfung gegen Reisedurchfall gibt es nicht. Je nach Reiseziel können Impfungen gegen einzelne Erreger wie Cholera oder Rotaviren sinnvoll sein. Lassen Sie sich dazu rechtzeitig in einer reisemedizinischen Beratung informieren.
Früherkennungsprogramme
Für gesunde Menschen ist keine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung von Reisedurchfall nötig. Bei Reisen mit erhöhtem Risiko empfiehlt sich eine ärztliche Beratung vor der Reise.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydratation) mit Elektrolytmangel
- Kreislaufbeschwerden, im schweren Fall Nierenversagen
- Selten: Ausbreitung der Erreger im Körper – eine Blutvergiftung (Sepsis)
Langzeitprognose
Die Prognose ist insgesamt sehr gut. Fast alle Menschen erholen sich von einem Reisedurchfall innerhalb weniger Tage vollständig. Wenn Sie sich gut um sich kümmern und bei Bedarf ärztliche Hilfe suchen, sind bleibende Schäden äußerst selten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.