Durchfall am Arbeitsplatz: Vorbeugen und richtig handeln
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchfall bedeutet, dass der Stuhl sehr weich oder flüssig ist und häufiger als sonst entleert wird. Meist ist eine Infektion mit Viren oder Bakterien die Ursache. Am Arbeitsplatz kann sich eine solche Infektion schnell ausbreiten, wenn viele Menschen gemeinsam Räume, Toiletten oder Küchen nutzen. Mit einfachen Hygieneregeln können Sie sich und andere schützen.
Wichtige Fakten
- Die meisten Durchfallerkrankungen klingen nach ein bis drei Tagen von selbst ab.
- Gründliches Händewaschen mit Seife ist der wichtigste Schutz vor der Ausbreitung am Arbeitsplatz.
- Wer Durchfall hat, sollte nach Möglichkeit zu Hause bleiben, bis die Beschwerden abgeklungen sind.
Ja, Durchfall ist sehr häufig. Jeder Erwachsene erkrankt durchschnittlich ein- bis zweimal im Jahr. Auch am Arbeitsplatz kommt es immer wieder zu Magen-Darm-Infektionen, besonders in der kalten Jahreszeit.
Durchfall kann jeden treffen. Besonders betroffen sind Menschen mit häufigem Kontakt zu anderen, zum Beispiel in der Pflege, Gastronomie, Kinderbetreuung oder im Gesundheitswesen. Auch Personen mit geschwächtem Immunsystem haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- Zeichen einer schweren Austrocknung mit Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- Hohes Fieber über 39 °C mit starken Schmerzen
- Kreislaufversagen, zum Beispiel Ohnmacht oder Schockgefühl
- ⚠Durchfall länger als zwei bis drei Tage ohne Besserung
- ⚠Anhaltendes Erbrechen, sodass keine Flüssigkeit im Körper bleibt
- ⚠Schwere Zeichen von Flüssigkeitsmangel wie kein Urin mehr oder extreme Schwäche
- ⚠Durchfall bei Säuglingen unter sechs Monaten
- ⚠Durchfall bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem
Häufige Symptome
- Häufiger, dünner oder flüssiger Stuhlgang
- Bauchkrämpfe oder Bauchschmerzen
- Übelkeit und manchmal Erbrechen
- Gefühl, dringend zur Toilette zu müssen
- Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
Symptome bei Kindern
- Verschlechterung des Allgemeinzustands, zum Beispiel starke Müdigkeit
- Tränenloses Weinen
- Eingesunkene Augen
- Weniger nasse Windeln oder trockene Zunge
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Starke Schwäche und Schwindel
- Verwirrtheit oder Verlangsamung
- Mundtrockenheit und wenig Urinausstoß
- Hautfalten bleiben stehen, wenn man sie leicht hochzieht
Ursachen
Hauptursachen
- Viren wie Norovirus oder Rotaviren – sie sind hoch ansteckend und verbreiten sich schnell am Arbeitsplatz
- Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter, häufig durch verunreinigtes Essen oder Wasser
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz
- Medikamente, zum Beispiel bestimmte Antibiotika oder Abführmittel
- Stress oder Angst in bestimmten beruflichen Situationen
Risikofaktoren
- Arbeiten in Gemeinschaftseinrichtungen wie Pflege, Kita oder Gastronomie
- Geteilte Toiletten und Küchen am Arbeitsplatz
- Ungentigende Handhygiene nach dem Toilettengang
- Zubereitung von Speisen für andere Personen
- Kontakt mit erkrankten Kollegen oder Kundinnen und Kunden
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie am selben Tag eine ärztliche Praxis auf, wenn Sie Blut im Stuhl bemerken.
- Suchen Sie bei Zeichen einer starken Austrocknung wie Verwirrtheit oder Ausbleiben des Urins sofort ärztliche Hilfe.
- Wenn ein kleines Kind oder ein Baby Durchfall hat, sollten Sie schnell ärztlichen Rat einholen.
- Wenn Sie beruflich mit Lebensmitteln, Kranken oder alten Menschen arbeiten, informieren Sie Ihren Arzt und Ihr Arbeitsteam – es gelten besondere Regeln.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin, wenn der Durchfall nach zwei bis drei Tagen nicht besser wird.
- Suchen Sie eine Arztpraxis auf, wenn Sie wiederholt Blut im Stuhl bemerken oder ungewollt an Gewicht verlieren.
- Bei wiederkehrendem Durchfall, der die Arbeit und das Leben beeinträchtigt, ist eine Abklärung sinnvoll.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt erfragt zunächst die Krankengeschichte und die genauen Beschwerden. Wichtig sind Fragen, ob Sie viel auf Reisen waren, ob Kollegen ebenfalls erkrankt sind oder ob Sie bestimmte Lebensmittel gegessen haben.
Mögliche Untersuchungen
- Untersuchung einer Stuhlprobe auf Bakterien, Viren oder Parasiten
- Blutuntersuchung bei Zeichen von Austrocknung oder einer schweren Infektion
- Bauchuntersuchung durch Abtasten und Abhören
- Bei unklaren Fällen eine Darmspiegelung, wenn der Durchfall länger als vier Wochen besteht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Sie können am selben Tag nach Hause gehen. Die Praxis klärt Sie über das Ergebnis und das weitere Vorgehen auf. Wenn Sie beruflich in einem sensiblen Bereich arbeiten, erhalten Sie eine Bescheinigung für den Arbeitgeber.
Behandlung
Die Behandlung von Durchfall hängt von der Ursache ab. In den meisten Fällen reicht es, zu Hause zu bleiben, viel zu trinken und auf leichte Kost zu achten. Wichtig ist, Ansteckungen zu vermeiden und auf eine gute Hygiene zu achten.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend: Wasser, ungesüßten Tee oder Brühe in kleinen Schlucken
- Nehmen Sie eine orale Rehydrationslösung aus der Apotheke ein – nach Anleitung der Fachperson
- Essen Sie leicht verdauliche Lebensmittel wie Salzstangen, Zwieback oder reife Bananen
- Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie schwere körperliche Arbeit
- Waschen Sie sich gründlich und häufig die Hände, besonders nach dem Toilettengang
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin oder der Arzt kann bei Bedarf Medikamente gegen starken Durchfall, Übelkeit oder eine bakterielle Infektion empfehlen. Diese sind nicht immer nötig und werden nur in bestimmten Fällen eingesetzt. Fragen Sie dazu Ihre ärztliche Praxis oder Apotheke und nehmen Sie nie von sich aus Medikamente ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei normalem Durchfall nicht erforderlich. Nur wenn durch eine Grunderkrankung schwere Komplikationen auftreten, könnte ein chirurgischer Eingriff nötig sein – das ist jedoch äußerst selten.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie auf der Arbeit Durchfall bekommen, informieren Sie unaufgefordert die zuständige Führungskraft und gehen Sie nach Hause, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Benutzen Sie idealerweise eine eigene Toilette und reinigen Sie Oberflächen, die Sie berührt haben, gründlich mit Desinfektionsmitteln.
Tipps für den Alltag
- Waschen Sie Ihre Hände mindestens 20 Sekunden lang mit Seife
- Bereiten Sie keine Speisen für andere zu, wenn Sie Durchfall haben
- Vermeiden Sie die gemeinsame Nutzung von Handtüchern und Gläsern
- Halten Sie Abstand zu Kolleginnen und Kollegen, bis Sie sich gesund fühlen
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit und leichte Kost in der akuten Phase. Nach Abklingen der Beschwerden können Sie Ihren normalen Speiseplan wieder aufnehmen. Regelmäßige Bewegung unterstützt eine gesunde Verdauung, aber während einer Durchfallepisode ist Ruhe besser.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Durchfall kann belastend sein, besonders wenn er in Stresssituationen auftritt oder die Arbeit erschwert. Es ist verständlich, wenn Sie sich unsicher fühlen. Sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis, wenn Sie psychische Belastungen spüren – sie kann Sie an geeignete Beratungsangebote weiterempfehlen.
Vorbeugung
Ja, Sie können das Risiko, Durchfall zu bekommen und weiterzugeben, deutlich verringern. Gründliches Händewaschen und eine gute Küchenhygiene sind die wirksamsten Maßnahmen. Wenn Sie sich krank fühlen, bleiben Sie zu Hause.
Impfungen
Für Säuglinge gibt es eine Impfung gegen Rotaviren, die schwere Magen-Darm-Infektionen verhindert. Für Erwachsene ist im Arbeitsalltag meist keine spezielle Darmimpfung nötig. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob eine Impfung für Sie oder Ihre Familie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Darmkrebsvorsorge hat mit Durchfall am Arbeitsplatz nichts zu tun, ist aber ab 50 Jahren trotzdem wichtig. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Hausarztpraxis beraten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydration), besonders bei Kindern und älteren Menschen
- Verlust von Mineralsalzen (Elektrolyten), was zu Herzrhythmusstörungen führen kann
- Kreislaufprobleme und Nierenschwäche bei starkem Flüssigkeitsmangel
- Weitere Ansteckungen im Team oder in der Familie
Langzeitprognose
Die allermeisten Durchfallerkrankungen heilen innerhalb weniger Tage von selbst aus, wenn Sie auf Flüssigkeit und Hygiene achten. Auch wenn es unangenehm ist: Ihr Körper braucht nur kurze Zeit, um sich zu erholen. Bleiben Sie mit Ihrer Hausarztpraxis in Kontakt, wenn die Beschwerden länger dauern, damit die richtige Hilfe und Planung gewährleistet ist.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.