Fieber auf Reisen – was tun?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fieber ist eine erhöhte Körpertemperatur. Sie ist ein Zeichen, dass sich Ihr Körper gegen eine Infektion wehrt. Auf Reisen begegnen Ihnen viele neue Erreger – deshalb ist Fieber dort ein häufiges und wichtiges Warnsignal.
Wichtige Fakten
- Fieber ist ein Symptom und keine eigenständige Krankheit.
- Die normale Körpertemperatur liegt bei etwa 36 bis 37 Grad Celsius.
- Nach einer Tropenreise muss Fieber immer ärztlich abgeklärt werden.
- Wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme: viel trinken.
Ja. Reisen bringt neue Umgebungen, andere Erreger und veränderte Hygienebedingungen mit sich. Fieber gehört zu den häufigeren Beschwerden im Ausland und nach der Heimkehr.
Alle Reisenden. Besonders anfällig sind Kinder, schwangere Frauen, ältere Menschen und Personen mit geschwächten Abwehrkräften.
Symptome
- Sofort den Notruf 112 wählen (in Deutschland) – dies gilt zum Beispiel bei:
- Fieber mit starker Atemnot
- Bewusstlosigkeit oder kaum ansprechbar
- steifer Nacken mit starken Kopfschmerzen
- Krampfanfall
- dunkelrote oder violette Flecken auf der Haut, die nicht abblassen
- Fieber über 41 Grad Celsius
- ⚠Fieber über 39,5 Grad Celsius, das nicht sinkt
- ⚠nicht enden wollendes Erbrechen oder blutiger Durchfall
- ⚠Bauchschmerzen mit Fieber
- ⚠gelb gefärbte Haut oder Augen
- ⚠Fieber innerhalb von 3 Monaten nach Tropenreise
Häufige Symptome
- erhöhte Körpertemperatur (meist über 38 Grad Celsius gemessen)
- Schüttelfrost und Kältegefühl
- Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen
- Müdigkeit und Schlappheit
- Schwitzen und Hitzewallungen
Symptome bei Kindern
- Teilnahmslosigkeit und verweigertes Trinken
- Ungewöhnlich hoch oder anhaltend schrilles Schreien
- sich ausbreitender Hautausschlag
- Fieberkrampf (kurze Zuckungen bei sehr hohem Fieber)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- eine fiebrige Infektion kann sich als Verwirrtheit bemerkbar machen
- die Temperatur ist trotz schwerer Infektion nur leicht erhöht
- Stürze durch Schwäche sind häufiger
- schneller Flüssigkeitsverlust und Verwirrtheit sind Warnzeichen
Ursachen
Hauptursachen
- Viren
- Bakterien
- Malaria-Erreger, die durch Mückenstiche übertragen werden
- Lebensmittelvergiftungen
- Sonnenstich oder Hitzschlag
Risikofaktoren
- Reise in tropische oder subtropische Gebiete
- fehlende Reiseimpfungen
- Mückenstiche ohne Schutz
- Trinken von Leitungswasser oder ungewaschene Lebensmittel
- enger Kontakt zu kranken Menschen
- geschwächtes Immunsystem durch chronische Erkrankung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Säuglinge unter 3 Monaten mit Fieber über 38 Grad Celsius
- Fieber über 40 Grad Celsius
- Fieber nach der Rückkehr aus einem Malariagebiet
- Fieber mit starken Schmerzen, Atemnot oder Verwirrtheit
- Fieber, das länger als 3 Tage anhält
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- leichtes Fieber, das gut beherrschbar ist und keine Warnzeichen zeigt
- Fieber mit Schnupfen und Halsschmerzen, das nach ein paar Tagen besser wird
- Fragen zur Reiseapotheke und Impfberatung vor der Abreise
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst genau nach Ihrer Reise: Wohin sind Sie gereist? Welche Impfungen haben Sie? Was haben Sie gegessen und getrunken? Danach wird der Körper untersucht, das Fieber gemessen und gegebenenfalls Blut abgenommen.
Mögliche Untersuchungen
- Temperatur messen
- Blutbild
- Malaria-Test (dicker Tropfen)
- Urintest
- Stuhlprobe bei Durchfall
- Röntgen der Lunge bei Atemzeichen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose kann bei Reisefieber eine Zeit brauchen. Bei einem Malariaverdacht steht das Ergebnis meist schnell fest. Ärztinnen und Ärzte orientieren sich an den Empfehlungen der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) für das Vorgehen bei Reisefieber. Die Ärztin erklärt Ihnen, welche Untersuchungen nötig und welche Behandlung sinnvoll ist.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. In den meisten Fällen ist eine unterstützende Therapie mit viel Flüssigkeit und Ruhe ausreichend. Gegen das Fieber selbst können Sie – nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal – fiebersenkende Mittel einnehmen. Wichtig: Nehmen Sie keine Antibiotika oder Malariamedikamente auf eigene Faust ein.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: Wasser, Kräutertee oder eine Elektrolytlösung aus der Apotheke
- Bettruhe und Schonung
- Leichte Kleidung, nicht zu warm zudecken
- Temperatur regelmäßig messen und dokumentieren
- Wadenwickel, wenn es angenehm ist und Sie nicht frieren
- Bei Verschlechterung ärztliche Hilfe holen
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte können bei bakteriellen Infektionen Antibiotika verordnen. Bei Malaria stehen wirksame verschreibungspflichtige Medikamente zur Verfügung. Fiebersenkende Arzneimittel sollten nur nach ärztlicher Empfehlung eingesetzt werden – niemals grundlos kombiniert.
Wann kommt eine Operation infrage?
Falls während der Reise zusätzlich eine akute Blinddarmentzündung oder eine andere Komplikation auftritt, kann eine Operation erforderlich werden. Das wird im Krankenhaus entschieden.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie Fieber ernst, aber bleiben Sie entspannt. Hören Sie auf Ihren Körper. Planen Sie nach einer Reise ein paar freie Tage ein, um sich zu erholen. Wenn Sie im Ausland erkranken, wenden Sie sich an eine örtliche Gesundheitsversorgung.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßig Hände waschen
- Auf das eigene Körpergefühl achten
- Sonne meiden, solange Fieber besteht
- Reisepläne flexibel gestalten und lange Ausflüge vermeiden
Ernährung und Bewegung
Leichte Kost wie Brühe, Zwieback, Reis oder gekochtes Gemüse unterstützt die Erholung. Fettiges, scharfes Essen und Alkohol sollten Sie meiden. Bewegung erst nach dem Abklingen des Fiebers langsam wieder aufnehmen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Im Ausland krank zu werden, kann ängstigen. Es ist völlig normal, sich hilflos zu fühlen. Tauschen Sie sich mit vertrauten Personen aus. Wenn die Sorge bleibt, holen Sie sich professionelle Beratung – das nimmt Druck weg.
Vorbeugung
Viele Reiseinfektionen lassen sich vermeiden. Dazu gehören konsequenter Mückenschutz, sicheres Trinkwasser, gut durchgegartes Essen und gründliche Hygiene.
Impfungen
Informieren Sie sich frühzeitig – am besten 4 bis 6 Wochen vor Abreise – in einer Reiseimpfberatung. Je nach Reiseziel sind Impfungen gegen Gelbfieber, Typhus, Hepatitis A oder andere Erkrankungen sinnvoll.
Früherkennungsprogramme
Bei bestimmten Risikogebieten kann Ihr Arzt nach der Rückkehr eine Blutuntersuchung empfehlen – um eine Malaria oder andere Infektionen sicher auszuschließen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel) durch Schwitzen und wenig Trinken
- Fieberkrämpfe
- Sepsis bei bakteriellen Infektionen
- Organbeteiligung bei Malaria oder Dengue-Fieber
- Verzögerte Genesung, wenn die Ursache unklar bleibt
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Abklärung und ärztlicher Begleitung sind die Aussichten auch bei ernsteren Reiseinfektionen gut. Die meisten Menschen erholen sich vollständig. Vertrauen Sie darauf, dass Sie richtig handeln, wenn Sie sich Unterstützung holen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.