Grippe: Tipps für den Alltag – So kommen Sie gut durch die Krankheit
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Grippe (Influenza) ist eine ansteckende Virusinfektion, die vor allem die Atemwege betrifft. Sie wird durch Grippeviren ausgelöst und führt häufig zu plötzlichem Fieber, Husten und einem starken Krankheitsgefühl.
Wichtige Fakten
- Die Grippe wird durch Viren verursacht, nicht durch Kälte oder Zugluft.
- Die echte Grippe ist eine eigene Krankheit und nicht dasselbe wie eine starke Erkältung.
- Die meisten Menschen werden nach ein bis zwei Wochen wieder gesund, wenn sie sich schonen.
Ja, gerade in der Herbst- und Wintersaison kommt die Grippe in Deutschland jedes Jahr vor. Sie tritt in Wellen auf und kann viele Menschen gleichzeitig betreffen.
Grundsätzlich kann jeder an Grippe erkranken. Besonders betroffen sind aber kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen, weil sie ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben.
Symptome
- Schwere Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Bewusstlosigkeit oder ein Krampfanfall
- Plötzliche, starke Brust- oder Bauchschmerzen
- Anzeichen von Austrocknung: kaum Urin, eingerahmte Augen, trockene Zunge (besonders bei Kindern)
- ⚠Fieber über drei Tage, das trotz körperlicher Ruhe nicht sinkt
- ⚠Atemnot schon bei leichter Anstrengung oder im Ruhezustand
- ⚠Verwirrtheit, starke Benommenheit oder Schwierigkeiten aufzuwachen
- ⚠Husten mit gelblich-grünem oder blutigem Schleim
- ⚠Schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands
Häufige Symptome
- Plötzlich einsetzendes hohes Fieber (oft über 38,5 °C)
- Trockener oder reizbarer Husten
- Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
- Muskel- und Gliederschmerzen
- Starke Kopfschmerzen und allgemeine Erschöpfung
Symptome bei Kindern
- Ohrenschmerzen oder Druckgefühl im Ohr
- Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen
- Durchfall (häufiger als bei Erwachsenen)
- Quengeln, Weinen oder Teilnahmslosigkeit trotz Fieber
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Benommenheit
- Schwindel und starke Schwäche
- Verschlechterung bestehender Erkrankungen wie Herzschwäche oder Lungenerkrankungen
- Weniger deutliches Fieber als bei jüngeren Menschen
Ursachen
Hauptursachen
- Grippeviren (Influenza-Viren), die durch Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen werden
- Berührung von Gegenständen oder Händen, auf denen Viren haften – wenn man sich dann ins Gesicht fasst
- Das Einatmen virushaltiger Tröpfchen in der Luft, besonders in geschlossenen Räumen
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Kleinkinder unter 2 Jahren
- Chronische Erkrankungen wie Asthma, COPD, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Medikamente oder Vorerkrankungen
- Schwangerschaft
- Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Altenheimen oder Kitas
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie fühlen sich schwer krank oder werden plötzlich deutlich schwächer
- Sie können nicht genug trinken oder zeigen Anzeichen einer Austrocknung
- Sie haben Atemnot oder starke Schmerzen in der Brust
- Ihr Kind wirkt ungewöhnlich apathisch oder hat hohes Fieber
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Das Fieber hält länger als drei Tage an
- Der Husten wird nach ein bis zwei Wochen nicht besser oder verschlimmert sich
- Sie gehören zu einer Risikogruppe und möchten sich sicherheitshalber beraten lassen
- Schwangere mit Grippesymptomen sollten frühzeitig ärztlichen Rat einholen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose meist anhand der typischen Anzeichen und der Krankengeschichte. Wenn Sie zum Beispiel plötzlich Fieber, Husten und Gliederschmerzen haben, ist die Grippe wahrscheinlich.
Mögliche Untersuchungen
- Nasen- oder Rachenabstrich: Ein Wattestäbchen wird vorsichtig in Nase oder Rachen geführt, um das Virus nachzuweisen.
- In manchen Fällen ein Bluttest, um Entzündungswerte zu prüfen.
- Bei unklarem Verlauf oder Komplikationen kann eine Röntgenaufnahme der Lunge oder eine weitere Untersuchung sinnvoll sein.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft. Bei einem Abstrich kann es kurz unangenehm kribbeln. Das Ergebnis liegt meist innerhalb weniger Tage vor, aber die Behandlung beginnt oft schon allein aufgrund der typischen Symptome.
Behandlung
Die Grippe heilt bei gesunden Menschen in der Regel von selbst aus. Es geht vor allem darum, den Körper zu entlasten und das Immunsystem zu unterstützen. In Deutschland gelten für die Behandlung die Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften der AWMF-Leitlinie, die besagen, dass die meisten Patienten zu Hause versorgt werden können.
Selbsthilfe zu Hause
- Bleiben Sie zu Hause und halten Sie sich an Bettruhe, bis Sie sich deutlich besser fühlen.
- Trinken Sie viel Wasser, Kräutertee oder Brühe – zwei bis drei Liter pro Tag sind ideal.
- Lüften Sie das Schlafzimmer regelmäßig, um frische Luft ins Zimmer zu lassen.
- Waschen Sie sich häufig die Hände, besonders vor dem Berühren des Gesichts.
- Husten oder niesen Sie in die Armbeuge, um andere nicht anzustecken.
- Verzichten Sie auf körperliche Anstrengung und Sport, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind.
Medizinische Behandlungen
Je nach Verlauf kann die Ärztin oder der Arzt Medikamente gegen Viren (Antivirale Mittel) oder Medikamente gegen Fieber und Schmerzen empfehlen. Diese werden immer individuell ausgewählt und sind nicht für jede Person geeignet. Nehmen Sie keine Medikamente ohne Rücksprache, auch nicht bei hohem Fieber – die richtige Behandlung hängt von vielen Faktoren ab.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie in den ersten Tagen feste Ruhezeiten ein, auch wenn Sie sich zwischenzeitlich besser fühlen. Bleiben Sie noch ein paar Tage zu Hause, bis das Fieber und die schlimmsten Beschwerden weg sind, um Rückfälle zu vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Schlafen Sie ausreichend, möglichst 8–9 Stunden pro Nacht.
- Trinken Sie regelmäßig verteilt über den Tag, also kleine Schlucke, auch wenn Sie keinen Durst haben.
- Duschen oder baden Sie lauwarm, um das Fiebergefühl zu lindern – aber nicht auskühlen.
- Tragen Sie leichte, bequeme Kleidung, die nicht einengt.
- Reduzieren Sie Stress und nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie brauchen.
Ernährung und Bewegung
Was Sie essen, sollte leicht verdaulich sein: Gemüsesuppe, Zwieback, Haferbrei oder gekochtes Obst sind gute Optionen. Verzichten Sie auf schwere, fettige Mahlzeiten. Sport ist während der Grippe tabu – beginnen Sie erst wieder mit Bewegung, wenn Sie sich seit einigen Tagen komplett gesund fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine ansteckende Krankheit kann einsam machen, weil man sich zurückzieht und andere schützen möchte. Besonders wenn Sie alleine wohnen, kann das Gefühl der Isolation entstehen. Erlauben Sie sich, sich zu erholen, und halten Sie Kontakt zu Familie oder Freunden per Telefon, Videoanruf oder Nachrichten.
Vorbeugung
Eine Grippe lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können das Risiko deutlich senken. Wichtig sind eine gute Handhygiene und die jährliche Grippeimpfung. Auch das Vermeiden von Menschenansammlungen bei Ausbrüchen kann helfen.
Impfungen
Die saisonale Grippeimpfung wird in Deutschland für Menschen über 60, für chronisch Kranke, für Schwangere und für medizinisches Fachpersonal empfohlen. Die Impfung schützt nicht zu 100 Prozent, aber sie macht einen schweren Verlauf viel seltener. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung als häufigste Folgeerscheinung
- Mittelohrentzündung, besonders bei Kindern
- Verschlechterung von Asthma, COPD, Herz- oder Diabeteserkrankungen
- In seltenen Fällen Entzündungen von Herzmuskel, Gehirn oder anderen Organen
Langzeitprognose
Die große Mehrheit der Menschen wird nach einer Grippe wieder vollkommen gesund. Bei rechtzeitiger Behandlung und guter körperlicher Schonung sind schwere Folgen selten. Auch wenn es manchmal mehrere Wochen dauert, bis die Kraft zurückkehrt, ist die Prognose in Deutschland sehr gut.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.