Grippe vorbeugen: So schützen Sie sich
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Grippe (Influenza) ist eine ansteckende Virus-Erkrankung der Atemwege. Sie trifft plötzlich und kann den ganzen Körper stark schwächen. Eine Grippe ist nicht dasselbe wie eine Erkältung – sie verläuft meist schwerer und länger.
Wichtige Fakten
- Die Grippe wird durch Influenzaviren verursacht und von Mensch zu Mensch durch Husten, Niesen oder Händeschütteln übertragen.
- Eine Grippe beginnt oft plötzlich mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und starkem Krankheitsgefühl.
- Eine Grippeimpfung kann das Risiko, schwer zu erkranken, deutlich senken.
- Manche Menschen – wie Ältere, Schwangere oder Menschen mit Vorerkrankungen – haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf.
Ja, Grippe ist weltweit verbreitet. In Deutschland tritt sie vor allem in den Wintermonaten von etwa Oktober bis April auf. Jedes Jahr erkranken hierzulande schätzungsweise 1 bis 5 Millionen Menschen an Grippe.
Grippe kann jeden treffen. Besonders gefährdet für einen schweren Verlauf sind ältere Menschen ab 60, kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit chronischen Krankheiten wie Asthma, Diabetes oder Herzerkrankungen sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Schwere Atemnot oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit
- Anhaltender Brust- oder Druckschmerz
- Krampfanfall
- Bläuliche oder graue Verfärbung von Lippen oder Haut
- ⚠Fieber über 40 °C, das nicht sinkt
- ⚠Zeichen von Dehydrierung (trockene Zunge, starkes Schwitzen, sehr wenig Urin)
- ⚠Wenn ein Kind nicht aufwacht oder kaum trinkt
- ⚠Bei Risikopersonen bereits bei mittelschweren Symptomen am selben Tag ärztlichen Rat einholen
Häufige Symptome
- Plötzlich einsetzendes hohes Fieber (oft über 39 °C)
- Husten, meist trocken
- Hals- und Kopfschmerzen
- Starke Muskel- und Gliederschmerzen
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schwäche
- Schüttelfrost und manchmal Übelkeit
Symptome bei Kindern
- Zusätzlich zu den allgemeinen Symptomen können bei Kindern oft Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen auftreten.
- Kinder können sehr hohes Fieber bekommen oder zeitweise apathisch und blass wirken.
- Manche Kinder klagen über Ohrenschmerzen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen muss kein hohes Fieber auftreten – manchmal sind die Symptome nur Schwäche, Verwirrtheit oder Appetitlosigkeit.
- Verschlechterung bestehender Erkrankungen (z. B. Atemnot bei COPD oder Herzschwäche) kann ein Zeichen sein.
- Schwindel, Stürze und starke Erschöpfung treten häufiger auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Auslöser sind Grippeviren (Influenza-Viren), vor allem die Typen A und B.
- Eine Ansteckung erfolgt über winzige Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft gelangen.
- Man kann sich auch anstecken, wenn man mit Viren verunreinigte Türklinken, Haltegriffe oder andere Oberflächen berührt und dann ins Gesicht fasst.
Risikofaktoren
- Alter: Kinder unter 2 Jahren und Erwachsene über 60 Jahren
- Schwangerschaft
- Chronische Lungenerkrankungen (z. B. Asthma, COPD)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Leber-/Nierenerkrankungen
- Geschwächtes Immunsystem durch Krankheit oder Medikamente
- Ein enger Kontakt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Altenheimen oder Kitas
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Atemnot, Brustschmerzen oder anhaltender Verwirrtheit rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Wenn Fieber länger als 3 Tage anhält oder wieder ansteigt
- Wenn Sie zu Risikopersonen gehören und erste Grippezeichen spüren
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um Grippe oder einen schweren Infekt handelt
- Wenn Sie eine Grippeimpfung besprechen möchten – zum Beispiel vor Beginn der Grippesaison
- Wenn Sie zur aktuell geltenden Impfempfehlung (nach STIKO) eine Frage haben
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt befragt Sie zu Ihren Symptomen und untersucht Sie. Oft reicht das für den Verdacht. Um sicher zu sein, dass es Grippe ist, kann ein Abstrich im Rachen oder in der Nase gemacht werden.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Abhören von Herz und Lunge)
- Abstrich im Rachen oder in der Nase auf Grippeviren
- Schnelltest – Ergebnis liegt oft innerhalb von 15 Minuten vor
- PCR-Test – genauer, Ergebnis dauert einige Stunden bis Tage
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test ist meist unangenehm, aber kurz. Sie müssen also keine Angst haben. Falls Sie zur Grippesaison an typischen Grippesymptomen leiden, wird die Ärztin oder der Arzt entscheiden, ob ein Test nötig ist. Bei klaren Anzeichen kann auch ohne Test die Behandlung besprochen werden – wichtig ist, dass Sie frühzeitig kommen.
Behandlung
Eine Grippe heilt in der Regel von allein aus. Die Behandlung konzentriert sich darauf, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Es gibt antivirale Medikamente, die die Vermehrung des Virus hemmen – sie müssen jedoch schnell, am besten innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn, verordnet werden und sind nicht für jeden nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich und bleiben Sie zu Hause – das schützt auch andere.
- Trinken Sie viel, zum Beispiel Wasser, ungesüßten Tee oder Brühe.
- Bei Fieber und Gliederschmerzen können Sie fiebersenkende Mittel anwenden – sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker.
- Lüften Sie regelmäßig, um die Viruslast in der Luft zu reduzieren.
- Waschen Sie sich oft die Hände mit Seife, auch wenn Sie nur zu Hause sind.
Medizinische Behandlungen
Tatsächlich gegen Grippeviren gerichtete (antivirale) Medikamente kann nur eine Ärztin oder ein Arzt verschreiben. Sie sind vor allem für Menschen mit schwerem Verlauf oder erhöhtem Risiko gedacht. Gegen Begleitsymptome wie Husten oder Halsweh können gut geprüfte Mittel aus der Apotheke helfen – lassen Sie sich dort individuell beraten. Bestimmte Medikamente müssen nicht sinnvoll sein, etwa Antibiotika, denn die wirken nur bei Bakterien, nicht bei Viren.
Wann kommt eine Operation infrage?
nicht zutreffend
Leben mit der Erkrankung
Bei einer Grippe ist die wichtigste Regel: Konsequent ausruhen und sich Zeit lassen. Der Körper braucht viel Energie zur Heilung, also bleiben Sie am besten im Bett oder auf dem Sofa, bis das Fieber 24 Stunden lang weg ist. Gehen Sie erst wieder arbeiten oder in die Schule, wenn sich der Zustand deutlich gebessert hat – das ist meist 5 bis 7 Tage nach Krankheitsbeginn.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Stressabbau – das stärkt das Immunsystem.
- Halten Sie Abstand zu Personen, die akut krank sind, insbesondere in der Grippesaison.
- Husten Sie in die Armbeuge statt in die Hand – das vermindert die Weitergabe von Viren.
Ernährung und Bewegung
Während der akuten Krankheit reicht es, gut zu trinken und leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen, wenn Sie Appetit haben. Nach der Grippe können Sie körperliche Aktivität langsam wieder aufnehmen – zum Beispiel mit Spaziergängen, sanfter Gymnastik oder leichtem Radfahren. Hören Sie auf Ihren Körper und steigern Sie sich nur allmählich. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem langfristig.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Grippe kann sich mental stark auswirken – man fühlt sich schwach, niedergeschlagen, hoffnungslos oder gereizt. Das ist normal und geht mit der Genesung meist wieder vorbei. Wenn Sie sich aber über Wochen erschöpft fühlen oder das Gefühl von Überforderung anhält, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Vorbeugung
Ja, das Risiko einer Grippe lässt sich deutlich reduzieren. Neben der jährlichen Grippeimpfung sind gute Handhygiene, regelmäßiges Lüften und das Meiden von engem Kontakt zu erkrankten Personen die wichtigsten Schritte.
Impfungen
Es gibt eine Grippeimpfung. Sie wird für Menschen ab 60, chronisch Kranke, Schwangere, medizinisches Personal und andere Personengruppen nach der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Die Impfung wird jährlich auf die aktuell zirkulierenden Viren abgestimmt und gut vertragen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, was für Sie persönlich sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Eine besondere Untersuchung zur Grippevorbeugung gibt es nicht. Bei Menschen, die zur Risikogruppe gehören, kann die Ärztin oder der Arzt regelmäßig den allgemeinen Gesundheitsstatus prüfen – zum Beispiel im Rahmen eines Check-ups.
Komplikationen
Unbehandelt
- Entzündung der Lungen (Lungenentzündung) – eine häufige und gefährliche Komplikation
- Entzündung des Herzmuskels oder Herzbeutels (Myokarditis/Perikarditis)
- Verschlechterung chronischer Grunderkrankungen (z. B. Asthma, Diabetes)
- Nebenentzündungen der Nasennebenhöhlen oder des Mittelohrs
- Selten: Beteiligung des Gehirns wie Entzündung des Gehirns (Enzephalitis)
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich nach ein bis zwei Wochen vollständig. Bei schweren Verläufen – vor allem bei Risikopersonen – kann eine Grippe jedoch einen Krankenhausaufenthalt nötig machen. Mit rechtzeitiger ärztlicher Hilfe, Ruhe und guter Pflege ist die Prognose in Deutschland sehr gut. Zögern Sie nicht, bei Bedenken professionelle Hilfe zu suchen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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