Gesund auf Reisen: So schützen Sie Ihr Immunsystem
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Reisen kann den Körper belasten. Neue Umgebungen, andere Keime, Schlafmangel und Stress können das Immunsystem schwächen. Das Immunsystem ist das Abwehrsystem des Körpers. Es wehrt Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger ab. Mit einfachen Maßnahmen können Sie sich vor Infektionen schützen und Ihre Reise genießen.
Wichtige Fakten
- Häufiges Händewaschen ist eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen Infektionen.
- Trinken Sie nur Wasser aus sicheren Quellen, zum Beispiel abgepacktes Wasser oder abgekochtes Leitungswasser.
- Lassen Sie Ihren Impfstatus vor der Reise von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt überprüfen.
- Bei geschwächtem Immunsystem ist eine reisemedizinische Beratung besonders wichtig.
Reiseinfektionen sind häufig. Schätzungen zufolge erkrankt etwa jeder zweite Reisende. Die meisten Fälle sind mild und klingen von selbst ab.
Grundsätzlich kann jede und jeden treffen. Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Krankheiten, ältere Personen, Schwangere und Reisende in Regionen mit niedrigeren Hygienestandards.
Symptome
- Atemnot
- Bewusstlosigkeit
- Krampfanfall
- Zeichen eines Schlaganfalls, zum Beispiel halbseitige Lähmung oder Sprachstörungen
- Schwere allergische Reaktion
- ⚠Hohes Fieber über 39 °C
- ⚠Blut im Stuhl oder Erbrochenem
- ⚠Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit
- ⚠Anhaltendes Erbrechen, sodass keine Flüssigkeit bleibt
- ⚠Zeichen von schwerer Dehydrierung: kaum Urin, trockene Schleimhäute, Schwindel
Häufige Symptome
- Durchfall
- Erbrechen
- Fieber
- Husten
- Schnupfen
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
Symptome bei Kindern
- Fieber
- Durchfall
- Erbrechen
- Husten
- Hautausschlag
- Appetitlosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Fieber
- Verwirrtheit
- Schwäche
- Appetitlosigkeit
- Durchfall
- Zeichen von Dehydrierung
Ursachen
Hauptursachen
- Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Parasiten in verunreinigtem Wasser oder Lebensmitteln
- Insektenstiche, die Krankheitserreger übertragen können
- Enge Kontakte zu infizierten Menschen während der Reise
- Geschwächtes Immunsystem durch Schlafmangel, Stress und ungewohnte Ernährung
Risikofaktoren
- Geschwächtes Immunsystem durch Krankheit oder Medikamente
- Alter: Kinder und ältere Erwachsene sind anfälliger
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Reiseziele mit eingeschränkter Hygiene oder tropischen Krankheiten
- Fehlende oder nicht aktualisierte Impfungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber, das trotz fiebersenkender Mittel nicht sinkt
- Zeichen von Dehydrierung, wie Schwindel, starke Müdigkeit oder wenig Urin
- Blut im Stuhl oder Erbrochenem
- Hautausschlag mit Fieber
- Starke Schmerzen oder starkes Unwohlsein
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- 4 bis 6 Wochen vor Reisebeginn ärztliche Beratung zu Impfungen und Reisemedizin einplanen
- Bei geschwächtem Immunsystem bereits vor der Buchung ärztliche Beratung suchen
- Nach der Reise Vorsorgeuntersuchung, wenn Sie sich krank fühlen oder ungewöhnliche Symptome bemerken
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Symptomen, Ihrer Reiseroute und möglichen Kontakten. Je nach Verdacht werden Proben untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung
- Blutuntersuchung
- Stuhlprobe
- Urinprobe
- Abstrich vom Rachen, falls nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist einfach und schmerzfrei. Sie müssen eventuell Proben abgeben. Einige Ergebnisse dauern ein oder mehrere Tage. Sprechen Sie danach mit der Ärztin oder dem Arzt über das Ergebnis und die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Häufig reichen Hausmittel und viel Flüssigkeit. Bei bakteriellen oder parasitären Infektionen können Antibiotika oder andere Medikamente nötig sein. Diese werden nur von einem Arzt verschrieben.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Flüssigkeit trinken, zum Beispiel Wasser, Tee oder Brühe
- Elektrolytlösung aus der Apotheke verwenden, um Mineralstoffe auszugleichen
- Schonung und Bettruhe einhalten
- Leichte Kost wie Zwieback, Reis oder Bananen
- Auf Alkohol und stark gewürzte Speisen verzichten
Medizinische Behandlungen
Bei bakteriellen Infektionen verschreibt die Ärztin oder der Arzt Antibiotika. Gegen Fieber und Schmerzen können fiebersenkende Mittel eingenommen werden – die Auswahl und Dosierung bespricht man mit der Ärztin oder dem Arzt. Gegen Parasiten gibt es spezielle Medikamente. Lassen Sie sich in einer ärztlichen Praxis beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Reiseinfektionen in der Regel nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Gönnen Sie sich Erholung, wenn der Körper kämpft. Leichte Spaziergänge sind in der Erholungsphase hilfreich. Passen Sie Ihre Aktivitäten an Ihr Befinden an.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßiger und ausreichender Schlaf
- Stress vermeiden, zum Beispiel durch kurze Pausen und Entspannungsübungen
- Häufiges Händewaschen mit Seife
- Wasser aus sicheren Quellen trinken
- Mückenschutz verwenden
- Sonnenschutz nicht vergessen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Abwehrkräfte. Bewegung an der frischen Luft stärkt das Immunsystem, aber übertreiben Sie es nicht. Hören Sie auf Ihren Körper und ruhen Sie sich aus, wenn Sie müde sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Reisen und Krankheit können Stress und Angst auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Wenn Sie sich seelisch stark belastet fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch die kostenlose Telefonseelsorge kann anonym und zu jeder Tageszeit helfen.
Vorbeugung
Nicht jede Infektion lässt sich vermeiden, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Impfungen, Hygiene und vorsichtiges Essen und Trinken sind die wichtigsten Maßnahmen.
Impfungen
Sprechen Sie mindestens 6 Wochen vor der Reise mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über empfohlene Impfungen. Lassen Sie Ihren Impfstatus überprüfen. Manche Impfungen benötigen mehrere Auffrischungen.
Früherkennungsprogramme
Vor einer Reise in ein Risikogebiet kann eine reisemedizinische Untersuchung sinnvoll sein. Insbesondere bei Grunderkrankungen oder bestimmten Medikamenten ist eine individuelle ärztliche Beratung wichtig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydrierung) durch starken Flüssigkeitsverlust
- Schwere Verläufe mit Beteiligung von Organen
- Langwierige Erkrankungen durch bestimmte Parasiten
- Bei geschwächtem Immunsystem möglicherweise schwerere Verläufe
Langzeitprognose
Die meisten Reiseinfektionen heilen vollständig aus. Treten Komplikationen auf, sind sie mit ärztlicher Behandlung meist gut behandelbar. Eine gute Vorbereitung und schnelles Handeln geben Sicherheit und ermöglichen eine rasche Erholung.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.