Gesund reisen – Infektionen vermeiden
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Reisegesundheit und Infektionsschutz umfassen alle Vorbereitungen und Verhaltensweisen, die das Risiko einer Ansteckung mit Krankheitserregern im Urlaub oder auf Geschäftsreisen verringern – zum Beispiel durch Impfungen, Hygiene und den Schutz vor Insektenstichen.
Wichtige Fakten
- Viele Reiseprobleme sind vermeidbar.
- Sprechen Sie am besten 6 bis 12 Wochen vor Reiseantritt mit Ihrer Hausarztpraxis oder einem Reisemedizinischen Zentrum.
- Sicheres Wasser und sorgfältig zubereitete Speisen sind der wichtigste Schutz vor Magen-Darm-Erkrankungen.
- Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und Leitlinien der AWMF helfen, individuell zu planen.
Reisebedingte Infektionen sind weltweit häufig: Jeder zweite Reisende kann zum Beispiel eine Darminfektion bekommen. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken.
Sie betrifft alle Menschen, die reisen – besonders aber solche in Gebiete mit schlechter hygienischer Infrastruktur, kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Fieber mit Hautausschlag oder blauen Flecken
- Atemnot oder Brustschmerzen
- Blutiger Durchfall oder Erbrechen
- Krampfanfälle
- Bewusstseinstrübung
- ⚠Fieber über 39°C, das länger als 1 Tag besteht
- ⚠Zeichen von Austrocknung (sehr trockene Zunge, starkes Durstgefühl, wenig oder kein Urin)
- ⚠Anhaltendes Erbrechen, kein Flüssigkeitsaufenthalt möglich
- ⚠Starke Bauchschmerzen
- ⚠Fieber innerhalb eines Jahres nach Rückkehr aus einem Malariagebiet
Häufige Symptome
- Fieber
- Durchfall
- Übelkeit und Erbrechen
- Husten und Schnupfen
- Muskel- und Kopfschmerzen
Symptome bei Kindern
- Fieber
- Durchfall
- Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Ungewöhnliche Müdigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Fieber
- Verwirrtheit oder Unruhe
- Starkes Krankheitsgefühl
- Atemnot
- Weniger Wasserlassen
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, Viren oder Parasiten in verunreinigtem Wasser und Speisen
- Insektenstiche, zum Beispiel von Mücken in Tropen- oder Subtropengebieten
- Tröpfcheninfektion durch Husten oder Niesen bei engem Kontakt
- Hautkontakt mit kontaminiertem Wasser oder Erde
Risikofaktoren
- Reiseziel mit hohem Infektionsrisiko
- Lange Reisedauer
- Mangelnde Hygiene vor Ort
- Geschwächtes Immunsystem oder chronische Erkrankung
- Schwangerschaft oder sehr junges/hohes Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber nach Reise in Tropengebiet – ab sofort eine Ärztin oder Arzt aufsuchen
- Blutiger Durchfall oder Erbrechen
- Zeichen von Austrocknung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Reiseberatung 6–12 Wochen vor Abreise
- Nach der Reise mit anhaltenden Beschwerden wie Durchfall, Fieber oder Hautausschlag
- Vor Reisen mit chronischen Grunderkrankungen
Diagnose
Bei Verdacht auf eine reisebedingte Infektion wird die Ärztin oder der Arzt Sie zu Ihrem Reiseziel, den Aktivitäten, dem Impfstatus und den Beschwerden befragen. Weitere Untersuchungen richten sich nach den Symptomen.
Mögliche Untersuchungen
- Reise- und Impfanamnese
- Körperliche Untersuchung
- Blutuntersuchung
- Stuhluntersuchung
- Malaria-Schnelltest oder Dicker Tropfen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzlos und dauern meist nur wenige Minuten. Wichtig ist, offen über Ihre Reiseroute zu sprechen – das erhöht die Chance, die Ursache schnell zu finden.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der erkannten oder vermuteten Infektion ab. Häufig stehen Flüssigkeitszufuhr, Schonung und der Ausgleich von Elektrolyten – also Salzen des Körpers – im Vordergrund.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend Wasser ohne Kohlensäure trinken – am besten Leitungswasser oder gekochtes Wasser
- Elektrolytlösungen aus der Apotheke bei Durchfall verwenden
- Leichte, gut verträgliche Kost wie Salzstangen, Bananen oder Reis
- Auf Alkohol und stark gewürzte Speisen verzichten
- Bei Fieber im Bett bleiben und den Körper mit Wadenwickeln kühlen – aber niemals Medikamente ohne ärztliche Freigabe einnehmen
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kann eine Therapie mit rezeptpflichtigen Mitteln notwendig sein – zum Beispiel sogenannte Antibiotika gegen Bakterien oder Antimalariamittel gegen Malaria. Die Entscheidung trifft ausschließlich eine Ärztin oder ein Arzt. Nehmen Sie nie ein Medikament, das jemand anderem verschrieben wurde.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei reisebedingten Infektionen in der Regel nicht nötig – sie kommt nur bei Komplikationen wie Abszessen oder Wundinfektionen infrage.
Leben mit der Erkrankung
Wer auf Reisen krank wird, sollte sich so viel wie möglich schonen, ausreichend Flüssigkeit aufnehmen und den Aufenthalt anpassen. Für den Rückweg gilt: Erst wenn die akuten Symptome deutlich abgeklungen sind.
Tipps für den Alltag
- Wasser nur in verschlossenen Flaschen oder abgekocht trinken
- Auf Eiswürfel im Ausland verzichten
- Obst selbst schälen
- Speisen nur gut durchgegart essen
- Mückenschutz in den Abendstunden ernst nehmen
Ernährung und Bewegung
Bevorzugen Sie frische, gut zubereitete Speisen und trinken Sie regelmäßig – am besten 1,5 bis 2 Liter am Tag. Nach einer Infektion kann der Körper wieder schrittweise an normale Bewegung herangeführt werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektion auf Reisen kann belastend sein: Man ist weit weg von zu Hause und braucht Unterstützung. Es ist völlig normal, sich Sorgen zu machen. Scheuen Sie sich nicht, medizinischen Rat zu suchen, um eine Trennung von Sorge und Realität zu ermöglichen. Bei starker emotionaler Belastung informieren Sie sich über Krisendienste in Ihrer Region.
Vorbeugung
Viele reisebedingte Infektionen lassen sich durch gute Vorbereitung verhindern: rechtzeitige ärztliche Reiseberatung, Impfungen, Hygiene und Schutz vor Mückenstichen sind zentrale Bausteine.
Impfungen
Die wichtigsten Reiseimpfungen – zum Beispiel gegen Hepatitis A, Typhus und Gelbfieber – werden individuell nach Reiseziel und Gesundheitszustand empfohlen. In Deutschland gelten die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Informieren Sie sich am besten bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Wer nach einer Reise aus einem Risikogebiet Fieber entwickelt, sollte sich auch noch nach Wochen ärztlich untersuchen lassen. Für bestimmte Erkrankungen wie Tuberkulose können nach Rückkehr sinnvolle Reihenuntersuchungen angeboten werden – besonders bei längeren Aufenthalten in Endemiegebieten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung durch starke Durchfälle und Erbrechen
- Einschränkung der Nierenfunktion
- Ausbreitung von Infektionen wie Malaria auf innere Organe
- Langanhaltende Erschöpfung und Magen-Darm-Beschwerden
Langzeitprognose
Die allermeisten reisebedingten Infektionen heilen folgenlos aus, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung und gesundem Menschenverstand steht dem Urlaubserlebnis kaum etwas im Wege.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.