Nierengesundheit: So reduzieren Sie Ihr Risiko
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nierenrisiko senken bedeutet, Schritte zu unternehmen, um Ihre Nieren gesund zu halten oder eine bereits bestehende Nierenschwäche nicht schlimmer werden zu lassen. Ihre Nieren sind zwei bohnenförmige Organe im hinteren Rückenbereich. Sie filtern Abfallstoffe aus dem Blut und scheiden sie über den Urin aus. Wer die Nieren schützt, schützt den ganzen Körper – insbesondere Herz und Kreislauf.
Wichtige Fakten
- Die Nieren filtern jeden Tag etwa 150 Liter Blut, um Abfallstoffe zu entfernen.
- Bluthochdruck und Diabetes sind die häufigsten Ursachen für Nierenschäden.
- Eine beginnende Nierenschwäche macht häufig keine Beschwerden – deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen wichtig.
Ja, Nierenerkrankungen sind weit verbreitet. Schätzungen zufolge ist ungefähr jede zehnte Person in Deutschland betroffen – viele wissen aber nichts davon. Gerade deshalb ist das Thema so wichtig.
Besonders betroffen sind Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Übergewicht oder einer Nierenerkrankung in der Familie. Auch mit zunehmendem Alter geht die Nierenfunktion auf natürliche Weise etwas zurück.
Symptome
- Plötzlich keine oder kaum Urinausscheidung
- Schwere Atemnot oder Brustschmerzen
- Krampfanfall
- Starkes Krankheitsgefühl mit hohem Fieber und Schüttelfrost
- ⚠Blut im Urin
- ⚠Starke Schmerzen in der Seite oder im Rücken
- ⚠Sie können trotz starkem Druck keinen Urin lassen
- ⚠Schnell zunehmende Schwellungen an Beinen oder Gesicht
- ⚠Zeichen einer schweren Infektion, zum Beispiel Fieber mit Schmerzen beim Wasserlassen
Häufige Symptome
- Oft treten im Frühstadium keine Symptome auf
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Konzentrationsschwäche
- Geschwollene Füße, Knöchel oder Hände
- Häufigerer Harndrang, besonders nachts
- Schaumiger oder dunkel verfärbter Urin
Symptome bei Kindern
- Müdigkeit und wenig Energie
- Schlechtes Wachstum oder mangelnder Appetit
- Schwellungen im Gesicht oder an den Beinen
- Veränderungen beim Wasserlassen, zum Beispiel seltener oder ungewöhnlich aussehender Urin
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Denkprobleme
- Geschwollene Beine oder Knöchel
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Trockene, juckende Haut
- Weniger Urin als früher oder häufiger nächtlicher Harndrang
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetes mellitus: Ein dauerhaft zu hoher Blutzucker schädigt die feinen Filter der Nieren.
- Bluthochdruck: Ein zu hoher Druck verletzt die Blutgefäße in den Nieren.
- Nierenentzündungen, zum Beispiel Glomerulonephritis
- Erbliche Erkrankungen wie die polyzystische Nierenerkrankung
- Längerer und regelmäßiger Gebrauch bestimmter Schmerzmittel
- Wiederholte oder schwer behandelte Harnwegsinfekte, die bis in die Nieren reichen
Risikofaktoren
- Bestehender Diabetes oder Bluthochdruck
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Übergewicht
- Rauchen
- Alter über 60 Jahren
- Familiengeschichte von Nierenerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Blut im Urin entdecken
- Wenn Sie plötzliche starke Schmerzen in der Nierengegend spüren
- Wenn die Urinmenge deutlich abnimmt oder Sie gar nicht urinieren können
- Wenn Sie starke Schwellungen an Beinen oder Gesicht bemerken
- Wenn anhaltende Übelkeit, Müdigkeit oder Verwirrtheit auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie an Diabetes, Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung leiden
- Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, die die Nieren beeinflussen können
- Wenn es in Ihrer Familie Nierenerkrankungen gibt
- Ab 60 Jahren: Lassen Sie Ihre Nieren auch ohne Beschwerden regelmäßig überprüfen
Diagnose
Um die Nierenfunktion zu überprüfen, nimmt die Ärztin oder der Arzt in der Regel Blut ab und untersucht eine Urinprobe. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung der Nieren hilfreich sein.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Kreatininwert und geschätzte Nierenfunktion (eGFR)
- Urintest: Nachweis von Eiweiß oder Blut im Urin
- Blutdruckmessung
- Ultraschall der Nieren (sonografische Untersuchung)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind einfach und schmerzlos. Meist sitzen Sie bei der Blutabnahme nur kurz und müssen nicht nüchtern sein, außer es wird Ihnen ausdrücklich gesagt. Die Ergebnisse werden oft am selben Tag oder wenige Tage später von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit Ihnen besprochen. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Ursache zu behandeln und die Nieren zu entlasten. Im Mittelpunkt stehen die gute Einstellung von Blutdruck und Blutzucker sowie einhergehende Anpassungen im Lebensstil. Die Behandlung ist ein längerer Prozess, bei dem Sie und Ihre Ärztin/Ihr Arzt gemeinsam an einem Strang ziehen.
Selbsthilfe zu Hause
- Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren – und Werte für Arztbesuche notieren
- Ausreichend trinken, meist etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag (lassen Sie sich aber individuell beraten)
- Salzreiche Lebensmittel und stark verarbeitete Produkte in Maßen genießen
- Mit dem Rauchen aufhören, wenn Sie rauchen
- Alkohol nur in kleinen Mengen oder gar nicht
- Sich täglich bewegen, zum Beispiel mit zügigen Spaziergängen
- Fragen Sie vor der Einnahme von Schmerzmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln immer Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, um den Blutdruck zu senken, den Blutzucker zu regulieren oder eine übermäßige Eiweißausscheidung über den Urin zu reduzieren. Welche Behandlung für Sie richtig ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Nehmen Sie Medikamente genau nach Absprache ein und setzen Sie sie niemals eigenmächtig ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Falls eine Nierenerkrankung bis zur Niereninsuffizienz (Nierenversagen) fortschreitet, stehen Dialyse (Blutwäsche) oder eine Nierentransplantation als Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Eine Transplantation ist eine große Operation, kann aber langfristig die Lebensqualität deutlich verbessern. Ob sie für Sie in Betracht kommt, wird in spezialisierten Zentren sorgfältig abgeklärt.
Leben mit der Erkrankung
Ein fester Alltag hilft: Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein, planen Sie Kontrolltermine ein und beobachten Sie Veränderungen wie plötzliche Gewichtszunahme oder Schwellungen. Sie müssen nicht alles perfekt machen – kleine, stetige Schritte sind wertvoll.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel 30 Minuten pro Tag an den meisten Tagen der Woche
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Erholung
- Nutzen Sie Entspannungsverfahren wie Atemübungen oder Meditation gegen Stress
- Meiden Sie Rauchen und Passivrauchen
- Reduzieren Sie Alkohol oder verzichten Sie ganz darauf
Ernährung und Bewegung
Eine nierenfreundliche Ernährung enthält wenig Salz, wenig stark verarbeitete Lebensmittel und eine auf Ihre Nierenfunktion abgestimmte Menge an Eiweiß. Lassen Sie sich von einer Ernährungsberatung oder Ihrer Ärztin/einem Arzt einen persönlichen Plan zusammenstellen. Regelmäßige Bewegung hilft, Blutdruck und Blutzucker zu verbessern, und unterstützt so die Nieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge um die Nieren kann emotional belasten. Es ist völlig normal, sich manchmal ängstlich oder niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie offen mit Ihren Angehörigen oder Ihrem Behandlungsteam. Wenn das Thema Ihren Alltag stark bestimmt, kann eine psychologische Beratung Ihnen helfen, mit der Situation besser umzugehen.
Vorbeugung
In vielen Fällen können Nierenschäden verhindert oder zumindest verlangsamt werden. Wer bestehende Grunderkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck konsequent behandelt, auf einen gesunden Blutdruck achtet, sich ausgewogen ernährt und regelmäßig bewegt, hat sehr gute Chancen, seine Nieren langfristig zu schützen.
Impfungen
Einige Infektionen können die Nieren zusätzlich belasten. Deshalb ist es sinnvoll, Ihren Impfschutz zu prüfen und die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen – zum Beispiel gegen Grippe und Pneumokokken – zu erhalten. Sprechen Sie dazu Ihre Hausarztpraxis an.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie ein erhöhtes Risiko für eine Nierenerkrankung haben – zum Beispiel durch Diabetes, Bluthochdruck oder ein höheres Lebensalter – ist ein regelmäßiges Screening wichtig. Für viele Menschen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die entsprechenden Untersuchungen. Fragen Sie bei der nächsten Vorsorge gezielt nach den Nierenwerten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitende Niereninsuffizienz bis hin zum vollständigen Nierenversagen
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
- Blutarmut (Anämie), die zu Müdigkeit und Blässe führt
- Knochenstoffwechselstörungen, die Knochen brüchig machen können
- Wassereinlagerungen und Verschlechterung des Bluthochdrucks
- Gefährlich hohe Kaliumwerte im Blut, die den Herzrhythmus stören können
Langzeitprognose
Mit früher Erkennung und guter Behandlung lässt sich der Verlauf bei vielen Nierenerkrankungen deutlich verlangsamen. Manche Menschen leben über viele Jahre gut mit einer eingeschränkten Nierenfunktion und benötigen keine Dialyse. Diese Nachricht macht Mut: Wer aktiv wird und sich professionelle Begleitung holt, hat gute Aussichten auf ein selbstbestimmtes Leben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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