Grippe vorbeugen: So schützen Sie sich
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Grippe (Influenza) ist eine ansteckende Virusinfektion der Atemwege. Sie verläuft plötzlich und schwerer als eine normale Erkältung. Die Krankheit wird durch Viren ausgelöst, die durch Husten, Niesen oder Sprechen in der Luft übertragen werden.
Wichtige Fakten
- Die Grippe wird durch Viren übertragen, die in winzigen Tröpfchen in der Luft hängen.
- Eine Grippeimpfung wird in Deutschland jedes Jahr für Menschen ab 60 Jahren und für Risikogruppen empfohlen.
- Häufiges Händewaschen und Abstand halten können das Ansteckungsrisiko verringern.
- Die Erkrankung beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, Husten und Muskelschmerzen.
- Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen, manche brauchen aber länger.
Ja, die Grippe ist weit verbreitet. In Grippewellen erkranken in Deutschland jedes Jahr schätzungsweise mehrere Millionen Menschen.
Grippe kann jeden treffen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, kleine Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Schwangere. Aber auch gesunde jüngere Erwachsene können schwer erkranken.
Symptome
- Schwere Atemnot oder Erstickungsgefühl
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Bewusstlosigkeit oder starke Benommenheit
- Plötzliche Verwirrtheit oder Desorientierung
- Krampfanfälle
- Bläuliche Verfärbung von Lippen oder Haut
- ⚠Hohes Fieber, das länger als drei Tage anhält
- ⚠Starke Atemprobleme bei leichter Anstrengung
- ⚠Schwindel oder Ohnmachtsgefühl
- ⚠Deutliche Austrocknung (Schwindel, kaum Urin, trockene Zunge)
- ⚠Sich dramatisch verschlechterndes Allgemeinbefinden
- ⚠Bei Kindern: hohes Fieber mit Teilnahmslosigkeit oder Trinkverweigerung
Häufige Symptome
- Plötzlich auftretendes Fieber (oft über 38,5 °C)
- Husten, meist ohne Schleim
- Halsschmerzen
- Starke Muskel- und Gliederschmerzen
- Kopfschmerzen
- Ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Erschöpfung
- Schüttelfrost
Symptome bei Kindern
- Hohes Fieber
- Auffallende Müdigkeit und Schlappheit
- Reizbarkeit oder Weinen ohne erkennbaren Grund
- Appetitlosigkeit
- Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Weniger typische Symptome wie Fieber oder Muskelkater
- Neue Verwirrtheit oder Desorientierung
- Starke Schwäche oder Schwindel
- Verschlechterung bestehender Erkrankungen
- Husten und Atemnot ohne hohes Fieber
Ursachen
Hauptursachen
- Influenza-Viren vom Typ A und Typ B: Diese Viren verändern sich immer wieder und lösen saisonale Grippewellen aus
- Ansteckung durch winzige Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen
- Ansteckung über die Hände, wenn Sie Oberflächen berühren, an denen Viren haften, und dann Gesicht, Nase oder Mund anfassen
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Kleinkinder unter 2 Jahren
- Chronische Erkrankungen wie Asthma, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Lungenerkrankungen
- Geschwächtes Immunsystem durch Medikamente oder Grunderkrankungen
- Schwangerschaft
- Arbeiten im Gesundheitswesen oder in Gemeinschaftseinrichtungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber über 39 °C, das trotz allgemeiner Maßnahmen nicht fällt
- Atemnot oder Schmerzen in der Brust
- Schwere Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit
- Blutiger Husten oder auffälliges Sekret
- Bei Kindern: Fieberkrampf oder anhaltendes Erbrechen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören und sich vor einer Grippe schützen möchten
- Wenn die Beschwerden nach einer Woche nicht besser werden
- Wenn Sie unsicher sind, ob Sie sich gegen Grippe impfen lassen sollten
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt Sie zuerst nach Ihren Beschwerden und untersucht Sie körperlich. Ein wichtiger Hinweis ist, dass die Symptome sehr plötzlich beginnen und Fieber mit Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht.
Mögliche Untersuchungen
- Abstrich aus Nase oder Rachen: Ein Wattestäbchen wird vorsichtig eingeführt und auf das Grippevirusgetestet
- Schnelltest: Der Abstrich kann innerhalb kurzer Zeit einen Hinweis geben
- PCR-Test: Dieser ist genauer und wird bei Bedarf im Labor durchgeführt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist unaufwendig und dauert nur wenige Minuten. Der Abstrich kann kurz unangenehm sein, ist aber nicht schmerzhaft. Wenn Sie zur Risikogruppe gehören oder schwere Symptome haben, wird die Ärztin oder der Arzt gezielt untersuchen und beraten.
Behandlung
Die Behandlung einer Grippe konzentriert sich darauf, die Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Es gibt Medikamente, die gegen die Viren wirken können, aber sie werden nur in bestimmten Fällen eingesetzt, zum Beispiel bei schwerem Verlauf oder bei Risikopatienten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entscheidet das individuell.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: Wasser, ungesüßten Tee oder Brühe, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken
- Sich körperlich schonen und ausruhen: Der Körper braucht Energie, um die Viren zu bekämpfen
- Kalte oder warme Wadenwickel bei Fieber, wenn das angenehm ist
- Bettruhe und ein kühles, gut gelüftetes Schlafzimmer
- Inhalieren mit Wasserdampf kann bei Husten helfen – mindestens 1 Liter Wasser, vorsichtig heißes Wasser verwenden
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin oder der Arzt kann bei schweren Verläufen oder bei Risikopatienten antivirale Medikamente verschreiben. Diese hemmen die Vermehrung der Viren und wirken am besten, wenn sie früh, in den ersten 48 Stunden, eingenommen werden. Schmerz- und Fiebermittel werden bei Bedarf unterstützend eingesetzt. Bitte nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Rücksprache, insbesondere bei Kindern und bei chronischen Erkrankungen.
Leben mit der Erkrankung
Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe. Übertreiben Sie es nicht, auch wenn Sie sich einen Tag besser fühlen. Die Grippe kann in Wellen verlaufen und Sie noch nach Tagen wieder zurückwerfen. Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände und vermeiden Sie engen Kontakt zu anderen, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend schlafen und Stress vermeiden
- Regelmäßig lüften, um Viren in der Luft zu reduzieren
- Gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten
- Nicht rauchen und Alkohol meiden, um die Atemwege zu entlasten
Ernährung und Bewegung
Während der akuten Erkrankung ist leichte, bekömmliche Kost sinnvoll, zum Beispiel Suppen, gedünstetes Gemüse oder Haferbrei. Nach dem Abklingen des Fiebers können Sie langsam wieder mit leichter Bewegung beginnen – ein Spaziergang an der frischen Luft ist ideal. Bei vollständiger Genesung hilft regelmäßige Bewegung, das Immunsystem zu stärken.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Grippe kann einen stark belasten, weil sie den Alltag komplett zum Erliegen bringt. Es ist normal, sich dabei niedergeschlagen und gereizt zu fühlen. Nehmen Sie sich die Zeit zu genesen und gestehen Sie sich zu, Hilfe anzunehmen. Wenn die Niedergeschlagenheit nach der Krankheit anhält oder sehr bedrückend ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Vorbeugung
Ja, es gibt wirksame Maßnahmen, um das Risiko einer Grippe deutlich zu senken. Die wichtigste ist die jährliche Grippeimpfung. Dazu kommen Handhygiene, Abstand und die Vermeidung von Kontakt, wenn man selbst oder andere krank sind.
Impfungen
Die jährliche Grippeimpfung wird in Deutschland für alle Menschen über 60 sowie für Personen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere, medizinisches Personal und Menschen in Pflegeeinrichtungen empfohlen. Die Impfung wird meist in den Herbstmonaten verabreicht und schützt vor den in dieser Saison am wahrscheinlichsten zirkulierenden Virusvarianten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt genaue Empfehlungen. Bitte fragen Sie Ihre Hausarztpraxis, ob und wann die Impfung für Sie sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung (Pneumonie) durch Erkältungsviren oder Bakterien
- Bronchitis oder Kehlkopfentzündung
- Entzündung des Herzmuskels oder der Herzbeutels
- Verschlechterung von Asthma, COPD oder Herzinsuffizienz
- Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich von einer Grippe ohne langfristige Folgen. Wichtig ist, sich ausreichend Zeit zur Genesung zu nehmen und Komplikationen früh zu erkennen. Bei gesunden Menschen klingt die Krankheit meist nach ein bis zwei Wochen ab, auch wenn die Erschöpfung noch länger anhalten kann. Und für die Zukunft: Die jährliche Impfung ist der beste Schutz gegen schwere Verläufe.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Ihre Hausarztpraxis oder Ihr Gesundheitsamt · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.