Nierengesundheit schützen: So beugen Sie Nierenerkrankungen vor
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Nieren sind zwei bohnenförmige Organe in Ihrem Bauch, die Blut filtern, Abfallstoffe ausscheiden und überschüssiges Wasser als Urin entfernen. Sie regeln außerdem den Blutdruck und wichtige Salze im Körper. Nierenerkrankungen entstehen, wenn die Nieren über längere Zeit geschädigt werden und ihre Filterfunktion nachlässt. Prävention bedeutet: Sie können selbst viel tun, um Ihre Nieren gesund zu halten und Schäden zu vermeiden oder zu verzögern.
Wichtige Fakten
- Die Nieren filtern täglich etwa 150 Liter Blut – das ist mehr als eine volle Badewanne.
- Nierenschäden entwickeln sich oft schleichend und bleiben lange unbemerkt.
- Mit gesundem Lebensstil und regelmäßigen Checks können viele Nierenerkrankungen vermieden oder verzögert werden.
Nierenerkrankungen sind häufig. Fachleute schätzen, dass in Deutschland mehrere Millionen Menschen eine chronische Nierenschwäche haben – viele wissen nichts davon.
Es kann alle Altersgruppen betreffen, aber ältere Menschen haben ein höheres Risiko. Besonders gefährdet sind Personen mit Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht oder einer familiären Vorbelastung.
Symptome
- Plötzlich gar kein Urin mehr – das ist ein Notfall, rufen Sie schnellstmöglich den Notruf 112.
- Atemnot oder starkes Schwächegefühl in Verbindung mit Nierenproblemen
- Bewusstseinsstörung oder Verwirrtheit
- ⚠Sichtbares Blut im Urin
- ⚠Sehr starke Schmerzen in der Nierengegend oder beim Wasserlassen
- ⚠Hohes Fieber mit Schüttelfrost und Schmerzen im Rücken oder Bauch
Häufige Symptome
- Häufig treten im Frühstadium keinerlei Beschwerden auf – das ist besonders.
- Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
- Geschwollene Knöchel oder Füße (Wassereinlagerungen)
- Verminderter Appetit
- Schlafstörungen
Symptome bei Kindern
- Ungewöhnlicher Durst und häufiges Wasserlassen
- Einnässen oder nächtliches Aufwachen
- Wachstumsverzögerung oder schlechte Gewichtszunahme
- Auffällige Müdigkeit und Blässe
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Konzentrationsstörungen
- Weniger Urin als sonst
- Übelkeit und Erbrechen
- Müdigkeit und Schwächegefühl
Ursachen
Hauptursachen
- Langjähriger Bluthochdruck – schädigt die feinen Blutgefäße in den Nieren
- Diabetes mellitus – zu hoher Blutzucker schädigt das Nierengewebe
- Chronische Nierenentzündung (z.B. Glomerulonephritis)
- Erbliche Nierenerkrankungen wie Zystennieren
- Wiederholte Nierensteine oder Harnabflussstörungen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht
- Familiengeschichte mit Nierenerkrankungen
- Alter über 60 Jahre
- Langjährige Einnahme von Schmerzmitteln – fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, welche Mittel für Sie geeignet sind
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Blut im Urin oder starken Schmerzen in der Nierengegend – das sollte noch am selben Tag abgeklärt werden.
- Wenn die Urinmenge plötzlich deutlich abnimmt.
- Bei Fieber mit Rückenschmerzen – das kann auf eine Nierenbeckenentzündung hinweisen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Diabetes oder Bluthochdruck haben – lassen Sie mindestens einmal jährlich Ihre Nierenwerte prüfen.
- Wenn in Ihrer Familie Nierenerkrankungen bekannt sind, fragen Sie bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin nach einem Check.
- Auch ohne Beschwerden ist ab dem 60. Lebensjahr eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll.
Diagnose
Nierenerkrankungen werden meist durch einfache Blut- und Urinuntersuchungen festgestellt. Diese können direkt beim Hausarzt oder in der Hausarztpraxis durchgeführt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Kreatinin und Berechnung der eGFR (geschätzte Filterleistung der Nieren)
- Urinuntersuchung auf Eiweiß und Blut
- Bei Bedarf Ultraschall der Nieren
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur wenige Minuten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen die Ergebnisse und bespricht mit Ihnen die nächsten Schritte. Für eine genaue Einschätzung sind manchmal weitere Termine bei einer Nephrologie (Nierenfachabteilung) nötig.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache der Nierenschädigung ab. Im Zentrum steht immer, die Grunderkrankung gut zu behandeln – zum Beispiel Bluthochdruck oder Diabetes. Ziel ist es, die Nierenfunktion zu erhalten und ein Fortschreiten zu verzögern.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend – außer Ihr Arzt oder Ihre Ärztin rät ausdrücklich zu einer Flüssigkeitsbegrenzung.
- Achten Sie auf eine salzarme Ernährung.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkohol.
- Stellen Sie die Einnahme von Schmerzmitteln mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab – nicht alle sind bei Nierenschwäche geeignet.
Medizinische Behandlungen
Medikamente können helfen, Blutdruck und Blutzucker zu senken und das Fortschreiten der Nierenschwäche zu verzögern. Welche Medikamente für Sie infrage kommen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt – die Wirkstoffe werden individuell ausgewählt und angepasst. In fortgeschrittenen Stadien kann eine Dialyse (Blutwäsche) notwendig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn eine Nierenblockade oder große Nierensteine die Abflusswege verengen. Auch im Falle einer Spendenniere wird ein chirurgischer Eingriff durchgeführt. Die Entscheidung darüber treffen Nierenfachleute immer gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Nierenerkrankung lässt sich gut leben, wenn Sie die Kontrolltermine wahrnehmen und sich an die Absprachen mit Ihrem Behandlungsteam halten. Bleiben Sie aufmerksam für Veränderungen beim Wasserlassen oder körperliche Beschwerden.
Tipps für den Alltag
- Bewegung im Alltag – z.B. zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen
- Gesundes Körpergewicht anstreben
- Stress abbauen durch Entspannungsübungen oder Hobbys
- Ausreichend Schlaf
- Mindestens einmal jährlich Nierenwerte und Blutdruck prüfen lassen
Ernährung und Bewegung
Bevorzugen Sie frische, unverarbeitete Lebensmittel und wenig Salz. Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und mageres Fleisch oder pflanzliche Eiweißquellen sind günstig. Regelmäßige Bewegung mit moderater Intensität schont die Nieren und unterstützt Herz und Kreislauf.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Nierenerkrankung kann Ängste auslösen. Es ist völlig normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie offen mit Ihren Angehörigen und bitten Sie bei anhaltender Niedergeschlagenheit um professionelle Unterstützung – auch Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann helfen.
Vorbeugung
Nicht jeder Nierenerkrankung kann vollständig vorgebeugt werden, aber in vielen Fällen lassen sich Schäden deutlich hinauszögern oder vermeiden. Entscheidend sind ein gesunder Lebensstil, die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker sowie die Vermeidung von unnötigen Schmerzmitteln in hohen Dosen.
Impfungen
Für die Nieren selbst gibt es keine Impfung. Doch Impfungen gegen Grippe, COVID-19 und Pneumokokken können schwere Infektionen verhindern, die die Nieren zusätzlich belasten. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören – etwa durch Diabetes, Bluthochdruck oder familiäre Vorbelastung – lassen Sie regelmäßig einen Nierenwert-Bluttest und einen Urintest durchführen. Das gehört zur Gesundheitsvorsorge und ist bei den meisten Hausärztinnen und Hausärzten einfach möglich.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Nierenfunktion kann sich schleichend weiter verschlechtern.
- Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Dialyse (Blutwäsche) nötig werden.
- Nierenversagen erfordert möglicherweise eine Nierentransplantation.
- Nierenschäden erhöhen außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Langzeitprognose
Mit früher Erkennung und guter Behandlung lässt sich in vielen Fällen eine stabile Nierenfunktion über Jahre oder Jahrzehnte erhalten. Ein gesunder Lebensstil und regelmäßige Kontrollen geben Ihnen die besten Chancen, lange ein gutes Leben mit Ihren Nieren zu führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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