Einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) vorbeugen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nasennebenhöhlenentzündung, auch Sinusitis genannt, ist eine Entzündung der Schleimhäute in den Hohlräumen rund um die Nase. Diese Hohlräume heißen Nasennebenhöhlen. Wenn die Schleimhäute anschwellen, wird der Schleim nicht mehr richtig abtransportiert.
Wichtige Fakten
- Eine Sinusitis entsteht oft nach einem einfachen Schnupfen.
- Bei den meisten Menschen heilt sie innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst aus.
- Gute Hygiene wie Händewaschen hilft, Ansteckungen zu vermeiden.
- Nicht jede Entzündung braucht eine Behandlung mit Antibiotika.
Ja. Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung gehört in Deutschland zu den häufigen Erkrankungen. Die meisten Menschen hatten schon mindestens einmal eine.
Sie kann in jedem Alter auftreten. Häufiger betroffen sind Menschen mit Heuschnupfen, Asthma, einem geschwächten Immunsystem oder einer Verengung der Nasengänge.
Symptome
- Plötzliche Sehstörungen, Doppelbilder oder ein geschwollenes Auge – rufen Sie sofort die 112.
- Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit
- Hohes Fieber und schwere Verwirrtheit oder Benommenheit
- Wenn jemand trotz Fieber kaum aufweckbar ist
- ⚠Sehr starke Gesichtsschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Verschlechterung nach einer Besserung, also eine zweite Krankheitswelle
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius länger als drei Tage
- ⚠Schwellung oder Rötung um das Auge
Häufige Symptome
- Verstopfte oder laufende Nase
- Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht, besonders beim Vornüberbeugen
- Kopfschmerzen
- Eingeschränkter Geruchs- oder Geschmackssinn
- Gelblich-grüner Nasenausfluss
- Husten, der sich nachts verstärkt
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Eine verstopfte Nase und Schniefen
- Reizbarkeit oder Weinen ohne klaren Grund
- Husten in der Nacht
- Ohrenschmerzen oder Druckgefühl im Ohr
- Unangenehmer Geruch aus Mund oder Nase
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Druckschmerz im Gesicht ist oft weniger deutlich
- Starke Müdigkeit oder Kraftlosigkeit
- Verstopfte Nase und Husten
- Fieber ist oft nicht so hoch wie bei jüngeren Menschen
Ursachen
Hauptursachen
- Viren, die auch eine Erkältung oder Grippe auslösen
- Bakterien, die sich auf der vorgeschädigten Schleimhaut ansiedeln
- Allergien, die die Schleimhäute dauerhaft anschwellen lassen
- Zahnwurzelentzündungen im Oberkiefer
Risikofaktoren
- Ein vorhergehender Schnupfen oder grippaler Infekt
- Heuschnupfen oder andere Allergien
- Asthma
- Rauchen und regelmäßige Einatmung von Tabakrauch
- Trockene oder stark verschmutzte Raumluft
- Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch chronische Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sehr starke Schmerzen oder Fieber über 39 Grad Celsius
- Schwellung oder Rötung am Auge oder im Gesicht
- Verschlechterung nach anfänglicher Besserung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten
- Wenn Sie mehrmals im Jahr eine Nasennebenhöhlenentzündung bekommen
- Wenn Sie unsicher sind, ob eine Allergie oder eine andere Ursache dahintersteckt
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose anhand Ihrer Beschwerden, einer körperlichen Untersuchung und dem Blick in die Nase. Er fragt außerdem nach Allergien, Vorerkrankungen und bisherigen Verläufen.
Mögliche Untersuchungen
- Endoskopie der Nase: ein dünner Schlauch mit einer Kamera, mit dem sich die Schleimhäute gut beurteilen lassen
- Abstrich: wird nur bei schweren oder unklaren Fällen gemacht
- Bildgebung wie Röntgen oder Computertomografie: nur bei wiederholten oder chronischen Beschwerden nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch ist unkompliziert. Die Untersuchung dauert etwa 15 Minuten. Falls nötig, überweist die Hausärztin oder der Hausarzt an einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, ob eine akute virale Infektion, eine bakterielle Infektion oder eine chronische Sinusitis vorliegt. Meist geht es darum, die Schleimhäute abzuschwellen und den Abfluss des Schleims zu erleichtern. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte unter anderem an den Leitlinien der AWMF.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Flüssigkeit trinken, am besten Wasser oder ungesüßter Tee
- Die Nase regelmäßig mit Kochsalzlösung spülen
- Warme Dämpfe einatmen, um die Schleimhaut zu befeuchten
- Den Kopf nachts etwas höher lagern, damit der Schleim besser abfließt
- Warme Umschläge auf Wangen und Stirn legen
- Dem Körper Ruhe gönnen und ausreichend schlafen
Medizinische Behandlungen
In ärztlicher Behandlung können abschwellend wirkende Sprays, entzündungshemmende Nasensprays oder Antibiotika eingesetzt werden. Welche Behandlung richtig ist, hängt von der Ursache ab. Lassen Sie sich in Ihrer Praxis oder Apotheke beraten. Nehmen Sie niemals ein Restantibiotikum oder ein Medikament ein, das für eine andere Person verordnet wurde.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen nötig, zum Beispiel bei schwerer chronischer Sinusitis, anatomischen Engen oder wenn Medikamente nicht helfen. Diese Entscheidung trifft der Facharzt nach gründlicher Untersuchung.
Leben mit der Erkrankung
Solange Sie akute Beschwerden haben, sollten Sie es ruhig angehen lassen. Meiden Sie Rauch, Staub und starke Temperaturwechsel. Eine gesunde Nasenpflege kann auch im Alltag helfen.
Tipps für den Alltag
- Hände regelmäßig gründlich waschen
- Rauchen und Passivrauchen vermeiden
- Räume regelmäßig lüften
- Bei trockener Heizungsluft die Luftfeuchtigkeit erhöhen, zum Beispiel mit einem feuchten Tuch
- Genügend Schlaf und wenig Stress
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst und gesunden Fetten unterstützt das Immunsystem. Leichte Spaziergänge sind bei einem milden Verlauf in Ordnung. Auf intensiven Sport sollten Sie verzichten, solange Sie Schmerzen oder Fieber haben.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Beschwerden können müde machen und die Stimmung drücken, weil Schlaf und Konzentration gestört sind. Das ist verständlich. Sprechen Sie mit vertrauten Menschen darüber und holen Sie sich Unterstützung, wenn die Erschöpfung Sie belastet.
Vorbeugung
Eine Sinusitis lässt sich nicht mit Sicherheit verhindern. Aber ein gesunder Lebensstil, gute Hygiene und das Meiden von Risikofaktoren wie Rauch können das Risiko deutlich senken.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Sinusitis selbst. Impfungen gegen Grippe und COVID-19 können jedoch Atemwegsinfektionen verhindern und damit auch manche Sinusitis-Fälle. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Ein Screening in der Bevölkerung gibt es nicht. Wenn Sie wiederkehrende Entzündungen haben, lassen Sie mögliche Allergien oder anatomische Ursachen abklären.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine akute Sinusitis kann in eine chronische Form übergehen
- In seltenen Fällen kann die Entzündung auf das Auge, die Knochen oder das Gehirn übergreifen
- Der Geruchssinn kann bei langer Entzündung vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigt werden
Langzeitprognose
Die allermeisten Nasennebenhöhlenentzündungen heilen von selbst aus und hinterlassen keine Schäden. Bringen Sie Geduld mit, befolgen Sie die Empfehlungen Ihrer Ärzte und suchen Sie bei Verschlechterung frühzeitig Hilfe. Heute lassen sich auch chronische Verläufe meist gut behandeln.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.