Sehnenverletzungen vorbeugen: So bleiben Ihre Sehnen gesund
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sehnen sind kräftige, aber empfindliche Bänder aus Bindegewebe, die Muskeln mit Knochen verbinden. Sie übertragen die Kraft der Muskeln auf die Gelenke und ermöglichen so Bewegung. Eine Sehnenverletzung oder Sehnenentzündung entsteht oft durch Überlastung, falsche Bewegungen oder Verschleiß. Diesen Problemen können Sie mit den richtigen Maßnahmen oft vorbeugen.
Wichtige Fakten
- Sehnen brauchen Zeit, um sich an Belastung anzupassen – zu schnelles oder zu viel Training schadet ihnen.
- Regelmäßiges, sanftes Bewegungstraining stärkt Sehnen und beugt Verletzungen vor.
- Schmerzen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen sollten ernst genommen werden – besser früh zum Arzt oder zur Ärztin gehen.
- Aufwärmen und Dehnen sind wichtig, aber auch Pausen zur Erholung gehören zum Training.
- Mit zunehmendem Alter brauchen Sehnen besondere Aufmerksamkeit, da ihre Elastizität nachlässt.
Ja, Sehnenprobleme sind sehr häufig. Fast jeder Mensch hat irgendwann im Leben Beschwerden an einer Sehne – etwa an Schulter, Ellenbogen, Handgelenk, Knie oder Achillessehne. Besonders betroffen sind Menschen, die viel Sport treiben, körperlich arbeiten oder älter sind.
Sehnenbeschwerden können Menschen jeden Alters betreffen. Besonders gefährdet sind zum einen Sportlerinnen und Sportler, zum anderen Menschen mit sitzenden Berufen, die einseitig arbeiten. Auch Menschen über 40 bemerken häufiger, dass ihre Sehnen empfindlicher werden, weil sie mit der Zeit an Elastizität verlieren.
Symptome
- Plötzlicher, heftiger Schmerz verbunden mit einem hör- oder fühlbaren Schnappen – das kann ein Sehnenriss sein
- Ein Gelenk lässt sich plötzlich nicht mehr bewegen oder Sie können ein Bein oder einen Arm nicht mehr belasten
- Offene Wunde oder starke Verformung im Bereich eines Gelenks
- ⚠Starke Schwellung, deutliche Rötung oder Wärmegefühl an einer Sehne – das kann auf eine schwere Entzündung hinweisen
- ⚠Schmerzen, die Ruhe nicht oder nur schlecht verschwinden
- ⚠Taubheit, Kribbeln oder Durchblutungsstörungen im betroffenen Bein oder Arm
Häufige Symptome
- Schmerzen an einer Sehne, besonders bei Bewegungen oder Belastung
- Schwellung oder Rötung rund um das Sehnengebiet
- Ein Gefühl von Steifheit, besonders morgens oder nach längeren Pausen
- Knirschendes oder reibendes Gefühl bei Bewegung
- Schwäche oder eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks
Symptome bei Kindern
- Sehnenprobleme bei Kindern sind oft mit Wachstumsschüben verbunden
- Schmerzen an Ferse, Knie oder Ellenbogen ohne klaren Unfall
- Schmerzen, die bei Belastung (etwa beim Sport) auftreten und in Ruhe nachlassen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen und Steifheit an Sehnen, die oft schleichend beginnen
- Verringerte Kraft und Beweglichkeit, zum Beispiel beim Greifen oder Treppensteigen
- Erhöhte Verletzungsgefahr, weil die Sehnen mit dem Alter dünner und steifer werden
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung durch zu viel oder zu intensives Training ohne ausreichende Erholung
- Wiederholte einseitige Bewegungen im Beruf oder Hobby
- Falsche oder ungünstige Bewegungsabläufe
- Verschleiß durch Alter und langjährige Belastung
- Unfälle oder Stürze, bei denen eine Sehne überdehnt oder gequetscht wird
Risikofaktoren
- Sportarten mit häufigem Springen, Werfen oder schnellen Richtungswechseln
- Ungünstige Schuhe oder nicht angepasstes Sportmaterial
- Berufliche Tätigkeiten mit ständigen Wiederholungen, zum Beispiel am Computer oder mit schweren Werkzeugen
- Muskelschwäche oder ein Ungleichgewicht der Muskulatur
- Mangelnde Dehnung und fehlendes Aufwärmen vor körperlicher Aktivität
- Rauchen und ungünstige Ernährung, die das Gewebe schwächen können
- Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma erhöhen das Risiko
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Beschwerden länger als ein bis zwei Wochen andauern oder sich trotz Schonung verschlimmern
- Wenn ein Gelenk stark anschwillt oder sich leicht verformt anfühlt
- Wenn Sie nach einem Unfall eine Sehne nicht mehr bewegen können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig Schmerzen bei bestimmten Bewegungen verspüren
- Wenn die Sehnenregion druckempfindlich ist
- Wenn Sie merken, dass Ihre Leistungsfähigkeit nachlässt und Sie Ihren Alltag einschränken müssen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird zuerst ausführlich fragen, wo Beschwerden auftreten, wann sie beginnen und welche Tätigkeiten sie auslösen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung: Dabei werden die Sehnen abgetastet und die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke geprüft. Je nach Befund können weitere Untersuchungen nötig sein.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit gezielten Bewegungs- und Drucktests
- Ultraschall (Sonografie), um Sehnen und ihre Umgebung im bewegten Gelenk zu beurteilen
- Magnetresonanztomografie (MRT), wenn ein Riss oder eine tiefe Entzündung vermutet wird
- In seltenen Fällen Röntgen, um andere Ursachen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meistens schmerzarm und dauert nicht lange. Sie werden gebeten, bestimmte Bewegungen zu machen oder die Muskulatur anzuspannen. Die behandelnde Person erklärt danach, was die Ursache sein könnte und wie Sie am besten vorgehen. Fragen Sie jederzeit, wenn etwas unklar ist.
Behandlung
Die Behandlung einer Sehnenverletzung hängt von der Schwere ab. Im Mittelpunkt stehen oft Maßnahmen, die Sie selbst durchführen können: Ruhe, entlastende Lagerung und schrittweise Wiedereinstieg in die Belastung. Zusätzlich können gezielte Übungen, physiotherapeutische Behandlung und manchmal medikamentöse Unterstützung helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Den betroffenen Bereich schonen und belastende Tätigkeiten vorübergehend meiden
- Die betroffene Stelle kühlen, Schwellung und Schmerzen zu lindern – zum Beispiel mit einem feuchten Tuch oder Kühlpack (immer mit dazwischenliegendem Stoff)
- Bei Schwellung das Glied hochlagern
- Sanfte Dehnübungen, sobald die Schmerzen nachlassen – am besten mit Anleitung einer Fachperson
- Schrittweise zurück zur normalen Belastung, ohne plötzlichem Leistungsdruck
Medizinische Behandlungen
Für stärkere Beschwerden gibt es ärztlich verordnete Behandlungsmöglichkeiten: zum Beispiel entzündungshemmende Medikamente zum Einnehmen oder Auftragen (nur mit ärztlicher Anleitung), physiotherapeutische Übungen zur Kräftigung der Muskulatur und Verbesserung der Bewegungsabläufe. Auch spezielle Bandagen oder Einlagen können entlasten. In hartnäckigen Fällen kann eine örtliche Injektion helfen – hierzu berät die behandelnde Person individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt selten in Frage, meist nur bei einem vollständigen Sehnenriss oder wenn konservative Behandlungen über Monate keine Besserung bringen. Ob eine Operation nötig ist, entscheiden die Ärztinnen und Ärzte nach gründlicher Untersuchung und persönlichem Gespräch.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie unter einer Sehnenverletzung leiden, ist es wichtig, auf die Signale Ihres Körpers zu hören. Planen Sie regelmäßige Pausen ein und verteilen Sie Belastungen gleichmäßig über den Tag. Wechseln Sie positionen und Aufgaben, um einseitige Beanspruchung zu vermeiden. Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf, denn im Schlaf erholen sich Sehnen und Muskeln.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig: Mit Alltagsaktivitäten wie Gehen oder Radfahren bleiben Sehnen geschmeidig
- Integrieren Sie Kräftigungsübungen, die das Bindegewebe stärken – zum Beispiel mit dem eigenen Körpergewicht
- Achten Sie auf ergonomische Arbeitsplätze und Hebehilfen, um einseitige Belastungen zu vermeiden
- Verzichten Sie auf Rauchen, denn Rauchen verschlechtert die Durchblutung und Gewebestruktur
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt die Sehnenstruktur. Übungen mit mäßiger Intensität, die die Durchblutung anregen, sind sinnvoll – etwa Schwimmen, Radfahren oder Yoga. Wichtig ist, die Belastung langsam zu steigern und Gelenke nicht zu überfordern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Sehnenschmerzen können belastend sein und zu Frustration oder Niedergeschlagenheit führen. Es ist normal, sich darüber Gedanken zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Umfeld über Ihre Gefühle und suchen Sie sich Unterstützung. Eine psychologische Begleitung kann helfen, mit anhaltenden Schmerzen besser umzugehen.
Vorbeugung
Ja, vieles lässt sich vermeiden. Der wichtigste Ansatz ist, Sehnen nicht zu überlasten und gleichzeitig zu stärken. Dazu gehören ein ausreichendes Aufwärmen vor Sport, ein langsamer Trainingsaufbau, regelmäßige Bewegungspausen und gezielte Kräftigungsübungen. Achten Sie außerdem auf eine gute Haltung und passendes Arbeitsmaterial.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Sehnenverletzungen. Empfohlen bleiben allgemeine Impfungen, die schwere Infektionen verhindern – zum Beispiel eine Grippeimpfung, weil Infekte den Körper insgesamt schwächen können.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine automatische Vorsorge für Gesunde. Wer aber häufig Sport treibt oder körperlich arbeitet, sollte sein Bewegungsapparat gelegentlich von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen lassen. Menschen mit erhöhtem Risiko – wie Leistungssportler oder Ältere – können von einem individuellen Trainingsplan profitieren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Aus einer einfachen Reizung kann eine dauerhafte Sehnenentzündung werden
- Eine geschwächte Sehne kann reißen – ein Sehnenriss erfordert oft monatelange Behandlung
- Es können Verklebungen oder Narben im Sehnengewebe entstehen, die die Beweglichkeit einschränken
- Unbehandelte Sehnenprobleme können zu Schonhaltung und Fehlbelastung führen, was andere Gelenke beeinträchtigt
Langzeitprognose
Gute Nachrichten: Die meisten Sehnenbeschwerden heilen gut, wenn sie frühzeitig beachtet und konsequent behandelt werden. Mit einer Kombination aus Schonung, gezielter Bewegungstherapie und Geduld verschwinden die Schmerzen meist innerhalb weniger Wochen. Auch wenn eine Sehne gerissen ist, können moderne Behandlungsmöglichkeiten oft eine sehr gute Wiederherstellung erreichen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Bundesärztekammer – Patienteninformationen ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.