Allergie-Screening: Was Sie darüber wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Allergie-Screening ist die gezielte Suche nach Allergien mithilfe von Tests. Es hilft herauszufinden, ob und gegen welche Stoffe Ihr Immunsystem überreagiert. So lassen sich Beschwerden besser einordnen und richtig behandeln.
Wichtige Fakten
- Es gibt Haut- und Bluttests für Allergien.
- Ein Allergie-Screening ersetzt kein ausführliches Arztgespräch.
- Ein positiver Test bedeutet nicht immer, dass Sie tatsächlich Beschwerden bekommen.
- Die Behandlung zielt vor allem darauf, den Auslöser zu meiden und die Beschwerden zu lindern.
Allergien sind weit verbreitet. Etwa jede dritte Person in Deutschland hat im Laufe des Lebens mit mindestens einer Allergie zu tun.
Allergien können in jedem Alter auftreten. Sie beginnen oft im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter, möglich sind aber auch erste Allergien bei älteren Menschen.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder starkes Keuchen
- Schwellungen im Gesicht, an Zunge oder Hals
- Schwindel, Ohnmachtsgefühl oder Bewusstlosigkeit
- Schneller, schwacher Puls
- Schwere Übelkeit oder Erbrechen nach Kontakt mit einem Allergieauslöser
- ⚠Starker Hautausschlag oder großflächige Quaddeln
- ⚠Anschwellen der Lippen, das nicht stärker wird
- ⚠Verschlechterung bestehender Allergiebeschwerden trotz milder Medikamente
Häufige Symptome
- Niesen und Fließschnupfen
- Juckende, gerötete oder tränende Augen
- Husten oder Atemnot
- Juckreiz, Rötungen oder Quaddeln auf der Haut
- Anschwellen von Lippen oder Augenlidern
Symptome bei Kindern
- Häufige Infekte oder anhaltender Schnupfen
- Nässende, juckende Hautstellen (Ekzeme)
- Reiben oder Kratzen an den Augen
- Husten oder ein pfeifendes Atemgeräusch
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Neu auftretender Schnupfen oder Augenbrennen
- Verschlechterung von Asthma oder Atemnot
- Hautausschläge nach der Einnahme neuer Medikamente oder nach bestimmten Lebensmitteln
Ursachen
Hauptursachen
- Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern
- Hausstaubmilben
- Tierhaare oder Hautschuppen
- Schimmelpilze
- Insektengifte (zum Beispiel Bienen- oder Wespenstiche)
- Bestimmte Lebensmittel wie Nüsse, Kuhmilch oder Eier
Risikofaktoren
- Allergien in der Familie
- Neurodermitis in der Kindheit
- Asthma oder Heuschnupfen
- Starke Belastung durch Tabakrauch oder Abgase
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach einem Insektenstich oder einer Mahlzeit starke Kreislaufbeschwerden verspüren
- Wenn Ihr Gesicht oder Hals stark anschwellen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Beschwerden mehrere Wochen im Jahr auftreten
- Wenn übliche Mittel gegen Heuschnupfen nicht helfen
- Wenn Sie trotz Ausweichen keine Besserung bemerken
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, in welchen Situationen sie auftreten und ob es Allergien in der Familie gibt. Danach entscheidet er oder sie, welche Tests für Sie sinnvoll sind.
Mögliche Untersuchungen
- Hauttest (Pricktest): Mögliche Allergene werden in kleinen Tropfen auf die Haut gebracht und mit einer feinen Nadel leicht angeritzt.
- Bluttest: Dabei werden Antikörper gegen bestimmte Allergene im Blut gemessen.
- Provokationstest: Ein Allergieauslöser wird unter ärztlicher Aufsicht gezielt zugeführt – meist in der Allergieambulanz oder Klinik.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ein Hauttest dauert meist nur eine halbe Stunde. Für einen Bluttest müssen Sie nicht nüchtern sein. Wichtig: Vor manchen Tests dürfen Sie bestimmte Medikamente nicht einnehmen. Fragen Sie zuvor Ihre Ärztin oder Ihren Arzt danach.
Behandlung
Die wichtigste Behandlung ist: Meiden Sie den Auslöser, wenn möglich. Reichen die Beschwerden damit nicht nach, gibt es mehrere Behandlungsansätze. Welche zu Ihnen passt, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Allergene meiden: Raum gut lüften, Kleidung wechseln, Tierhaare reduzieren.
- Bei Pollenallergie: Fenster bei hohem Pollenflug geschlossen halten.
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Beschwerden und mögliche Auslöser.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Ansätze, allergische Beschwerden zu lindern, zum Beispiel Nasenspülungen, Augentropfen oder antiallergische Medikamente. Je nach Art der Allergie kann auch eine spezifische Immuntherapie infrage kommen: Dabei wird das Immunsystem schrittweise an den Auslöser gewöhnt. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operative Eingriffe sind zur Behandlung einer Allergie nicht üblich.
Leben mit der Erkrankung
Lernen Sie, mit Ihren Auslösern zu leben, ohne dass sie alles bestimmen. Das gelingt am besten mit guter Information und einem klaren Plan für den Alltag.
Tipps für den Alltag
- Tägliche Nasenspülung mit Kochsalzlösung kann bei Heuschnupfen helfen.
- Wenn eine Pollenallergie besteht, gehen Sie am besten morgens oder nach dem Regen vor die Tür, wenn die Belastung geringer ist.
- Halten Sie Ihre Wohnung pollenarm: Kleidung wechseln, Haare waschen, Wäsche nicht im Schlafzimmer trocknen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung stärken das Immunsystem. Bei einer Nahrungsmittelallergie ist es wichtig, Zutatenlisten genau zu prüfen und zu wissen, worauf Sie verzichten müssen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Allergie kann belastend sein, vor allem wenn sie den Schlaf oder die Konzentration stört. Es ist völlig normal, sich zeitweise erschöpft oder unsicher zu fühlen. Sprechen Sie darüber – auch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Vorbeugung
Eine bestehende Allergie lässt sich nicht heilen, aber gut kontrollieren. Das Risiko, dass neue Auslöser dazukommen, können Sie verringern, indem Sie bekannte Auslöser meiden und Ihre Beschwerden ernst nehmen.
Impfungen
Eine Impfung gegen die Allergie selbst gibt es nicht. Die spezifische Immuntherapie (auch Hyposensibilisierung genannt) ist aber eine Form der Gewöhnung, die manche Allergien deutlich lindern kann.
Früherkennungsprogramme
Ein Allergie-Screening ist selbst eine Vorsorge-Maßnahme. Sie hilft, Allergien früh zu erkennen und Folgen wie Asthma zu vermeiden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltender Heuschnupfen kann Schlaf und Konzentration stören.
- Eine unbehandelte allergische Bindehautentzündung kann zu einer Dauerentzündung der Augen führen.
- Unbehandeltes allergisches Asthma kann die Atemnot verstärken und den Alltag einschränken.
Langzeitprognose
Mit einer genauen Diagnose und einer auf Sie abgestimmten Behandlung lässt sich die Allergie in den meisten Fällen gut in den Alltag integrieren. Viele Menschen kommen dauerhaft gut mit ihrer Allergie zurecht.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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