Nach COVID-19: Screening für die Erholung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Screening für die Erholung nach COVID-19 ist ein Check-up, den Sie nach einer Corona-Infektion machen können. Er hilft, mögliche Spätfolgen wie anhaltende Müdigkeit, Atemprobleme oder Konzentrationsstörungen früh zu erkennen. Ärzte sprechen auch von Long COVID oder Post-COVID-Syndrom. Bei diesem Check-up schauen Ärztinnen und Ärzte, wie gut Sie sich von der Infektion erholt haben und ob Sie Unterstützung brauchen.
Wichtige Fakten
- Viele Menschen erholen sich vollständig von COVID-19.
- Manche haben noch Wochen oder Monate später Beschwerden.
- Ein Screening kann helfen, Probleme früh zu erkennen.
- Eine Behandlung gibt es vor allem für einzelne Symptome, nicht für Long COVID als Ganzes.
Long COVID ist nicht selten. Fachleute schätzen, dass etwa 10 bis 20 von 100 Erwachsenen nach einer COVID-19-Erkrankung länger anhaltende Beschwerden haben.
Es kann jeden treffen, der COVID-19 hatte – egal wie schwer die Erkankung war. Häufiger sind Frauen, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen betroffen.
Symptome
- Schwere Atemnot oder das Gefühl, zu ersticken
- Starke Schmerzen im Brustkorb
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- Plötzliche Verwirrtheit oder Schwierigkeiten zu sprechen
- ⚠Fieber über mehrere Tage
- ⚠Starker Schwindel oder wiederholtes Stolpern
- ⚠Neue Schwellungen in den Beinen
- ⚠Beschwerden, die den Alltag stark einschränken
Häufige Symptome
- Starke Müdigkeit
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Denk- und Konzentrationsprobleme, oft 'Brain Fog' genannt
- Anhaltender Husten
- Brustschmerzen oder Engegefühl
- Schlafstörungen
Symptome bei Kindern
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Bauchschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Benommenheit
- Allgemeine Schwäche und Muskelschwund
- Appetitlosigkeit
- Verschlechterung bestehender Erkrankungen
Ursachen
Hauptursachen
- Eine übermäßige Reaktion des Immunsystems auf das Virus
- Entzündungen im Körper, die noch Wochen nach der Infektion bestehen können
- Mögliche Schäden an Lunge, Herz oder anderen Organen durch die Infektion
Risikofaktoren
- Schwerer Verlauf von COVID-19
- Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder chronische Lungenerkrankungen
- Weibliches Geschlecht
- Älteres Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Wochen nach der Infektion ständig erschöpft sind
- Wenn Sie trotz leichter Tätigkeiten Atemnot bekommen
- Wenn Sie starke Schmerzen oder Druck im Brustkorb haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Etwa vier bis zwölf Wochen nach einer COVID-19-Erkrankung
- Wenn sich Beschwerden nach einigen Wochen nicht bessern
- Wenn Sie sich generell Sorgen um Ihre Gesundheit nach COVID-19 machen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt ausführlich nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und wie es Ihnen im Alltag geht. Dazu kommt eine körperliche Untersuchung. Es gibt keinen einzigen Test für Long COVID. Die Diagnose wird gestellt, wenn andere Krankheiten ausgeschlossen sind.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung auf Entzündungswerte und Organfunktionen
- Lungenfunktionstest zum Prüfen der Atmung
- Elektrokardiogramm (EKG) zur Kontrolle des Herzens
- Gegebenenfalls Röntgen oder Ultraschall, wenn ein Organ betroffen scheint
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert oft etwas länger. Sie sollten alle Beschwerden schildern, auch wenn sie Ihnen ungewöhnlich vorkommen. Bei Bedarf überweist Sie die Ärztin oder der Arzt an Fachleute, zum Beispiel für Lunge, Herz oder Neurologie. Es kann sein, dass Sie zu einer Reha oder einer spezialisierten Ambulanz geschickt werden.
Behandlung
Eine einheitliche Behandlung für Long COVID gibt es nicht. Die Therapie richtet sich nach Ihren Beschwerden. Ziel ist es, Symptome zu lindern und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit wieder zu verbessern.
Selbsthilfe zu Hause
- Energie einteilen: Pausen einplanen und Überlastung vermeiden
- Sanfte Bewegung wie Spazierengehen oder leichtes Dehnen
- Auf ausreichend Schlaf achten
- Stress reduzieren durch Entspannungsübungen, Atemtechniken oder Yoga
- Tagebuch über Beschwerden führen, um Muster zu erkennen
Medizinische Behandlungen
Je nach Symptomen können Physiotherapie, Ergotherapie oder Atemtherapie helfen. Bei starker Erschöpfung gibt es spezielle Trainingsprogramme, die sehr langsam aufbauen. Auch Psychotherapie kann sinnvoll sein, zum Beispiel bei Angst oder Depressionen. Medikamente werden nur eingesetzt, wenn eine klare Ursache vorliegt, etwa eine Entzündung – das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Leben Sie im Alltag nicht gegen den Körper, sondern mit ihm. Planen Sie feste Pausen und verteilen Sie Aufgaben klug. Wichtig ist, sich Ziele zu setzen, die erreichbar sind – und sich nicht mit der Zeit vor der Krankheit zu vergleichen.
Tipps für den Alltag
- Gesund und ausgewogen essen, viele Ballaststoffe und Gemüse
- Auf Nikotin und starken Alkohol verzichten
- Sich täglich leicht bewegen, aber nicht überanstrengen
- Die Schlafroutine festigen, zum Beispiel in einer ruhigen Umgebung schlafen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt die Erholung. Bewegung an der frischen Luft kann die Stimmung heben und den Kreislauf langsam stabilisieren. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie bei einer Physiotherapie-Praxis oder einer Sportgruppe für Long COVID nach einem angepassten Programm.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Menschen mit Long COVID haben oft Angst, dass sie nie wieder gesund werden. Das ist verständlich. Auch Schlafprobleme, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen sind möglich. Holen Sie sich Unterstützung – hilfreich sind Gespräche mit Freunden, einer Selbsthilfegruppe oder einem Psychologen. Bei akuter Krise, zum Beispiel wenn Sie sich das Leben nicht mehr vorstellen können, wenden Sie sich sofort an die Telefonseelsorge oder rufen Sie 112.
Vorbeugung
Eine COVID-19-Erkrankung lässt sich nicht immer vermeiden. Aber das Risiko für schwere Verläufe und möglicherweise auch für Long COVID wird durch eine Impfung gesenkt. Wer sich ansteckt, sollte sich in den ersten Wochen gut schonen.
Impfungen
Die COVID-19-Impfung ist gut verträglich und schützt vor schweren Verläufen. Auch nach einer Infektion kann eine Impfung sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Ein Screening nach COVID-19 ist nicht verpflichtend. Es kann aber helfen, Beschwerden früh zu erkennen. Die aktuelle Leitlinie der AWMF empfiehlt, eine Zuweisung zu einer Long-COVID-Ambulanz zu ermöglichen, wenn die Symptome länger als zwölf Wochen andauern.
Komplikationen
Unbehandelt
- Langanhaltende Erschöpfung, die den Alltag stark einschränkt
- Verschlechterung der Lungenfunktion oder Belastungsfähigkeit
- Herzrhythmusstörungen oder Entzündungen des Herzmuskels
- Zunehmende Depression oder Angststörungen
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit Long COVID bessern sich mit der Zeit – manche brauchen Monate, andere ein Jahr oder länger. Es gibt keine Garantie, aber viele erholen sich ganz oder weitgehend. Unterstützung und Geduld erhöhen die Chancen auf Besserung.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.