Durchfall: Untersuchung und Abklärung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchfall ist ein Zustand, bei dem der Stuhl häufiger, flüssiger oder dünner ist als normal. Bei einer Abklärung sucht die Ärztin oder der Arzt gezielt nach der Ursache. Dazu gehören ein Gespräch, eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls spezielle Tests.
Wichtige Fakten
- Durchfall ist meist harmlos und klingt in wenigen Tagen von selbst ab.
- Das Wichtigste ist, ausreichend Flüssigkeit zu trinken.
- Bei Blut im Stuhl, hohem Fieber oder Zeichen von Austrocknung ist ärztliche Hilfe wichtig.
Durchfall gehört zu den häufigsten Erkrankungen. Die meisten Menschen erleben mehrfach im Jahr eine Durchfall-Episode.
Durchfall kann jede und jeden treffen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Sofort die 112 anrufen: Bewusstlosigkeit oder Kollaps
- Sofort die 112 anrufen: kaum noch Urin oder eingefallene Augen als Zeichen schwerer Austrocknung
- Sofort die 112 anrufen: schwarzer, teerartiger Stuhl
- Sofort die 112 anrufen: blutiger Durchfall in großer Menge
- ⚠Blutbeimengungen im Stuhl
- ⚠Fieber über 39 °C
- ⚠Starke, anhaltende Bauchschmerzen
- ⚠Anzeichen von Austrocknung bei einem Kind
- ⚠Durchfall nach einer Auslandsreise
Häufige Symptome
- Mehr als drei flüssige oder breiige Stuhlgänge pro Tag
- Bauchkrämpfe und Blähungen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Häufiger Stuhldrang
Symptome bei Kindern
- Schlappheit und Teilnahmslosigkeit
- Eingesunkene Augen
- Trockene Lippen und Mund
- Weniger nasse Windeln als gewohnt
- Weinen ohne Tränen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
- Verwirrtheit oder Benommenheit
- Rasche Erschöpfung
- Trockene Haut und trockener Mund
- Auffallend geringe Urinmenge
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen wie Noroviren oder Rotaviren
- Bakterien zum Beispiel aus verunreinigten Lebensmitteln
- Medikamente, insbesondere Antibiotika
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -allergien
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Risikofaktoren
- Reisen in Länder mit niedrigerem Hygieneniveau
- Ein geschwächtes Immunsystem
- Hohes oder niedriges Lebensalter
- Enger Kontakt zu erkrankten Personen
- Bestimmte Medikamente, zum Beispiel Säureblocker
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Blut oder Schleim im Stuhl
- Zeichen von Austrocknung wie kaum Urin, starkes Durstgefühl oder trockene Zunge
- Fieber über 39 °C
- Durchfall nach einer Reise in tropische Länder
- Durchfall bei einem Säugling unter sechs Monaten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Durchfall, der länger als zwei bis drei Tage anhält
- Wiederkehrender Durchfall
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Durchfall in der Familie oder im Umfeld
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt beginnt mit einer ausführlichen Befragung: Wie oft Stuhlgang, wie lange, wie sieht der Stuhl aus, gibt es Fieber oder Schmerzen? Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Je nach Befund werden Stuhlproben, Blutuntersuchungen oder eine Darmspiegelung veranlasst. Die Empfehlungen richten sich unter anderem nach den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Mögliche Untersuchungen
- Stuhlprobe zum Nachweis von Bakterien, Viren oder Parasiten
- Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen und Mineralstoffe
- Ultraschalluntersuchung des Bauches
- Darmspiegelung bei länger anhaltenden oder unklaren Beschwerden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind unkompliziert. Für eine Stuhlprobe bekommen Sie ein Röhrchen mit nach Hause. Bei einer Darmspiegelung müssen Sie den Darm am Vortag gründlich entleeren. Ergebnisse von Stuhlproben können ein paar Tage dauern.
Behandlung
Die Behandlung von Durchfall richtet sich ganz nach der Ursache. In den meisten Fällen ist der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen das Wichtigste. Zusätzliche Medikamente sind nur bei bestimmten Ursachen nötig und werden von der Ärztin oder dem Arzt verordnet. Die AWMF-Leitlinien zu Durchfallerkrankungen empfehlen, Antibiotika zurückhaltend einzusetzen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie regelmäßig Wasser, ungesüßten Tee oder klare Brühe.
- Nehmen Sie orale Rehydrationslösung aus der Apotheke, um Salze zu ersetzen.
- Essen Sie leichte Kost wie Zwieback, Banane, Reis oder geriebenen Apfel.
- Verzichten Sie vorübergehend auf Kaffee, Alkohol und scharf gewürzte Speisen.
- Waschen Sie sich nach jedem Toilettengang gründlich die Hände.
Medizinische Behandlungen
Erst wenn Testergebnisse eine bakterielle Infektion zeigen, kann ein Antibiotikum helfen. Bei viralen Infektionen sind Antibiotika nicht wirksam. Andere Medikamente, die den Stuhl bei Reisedurchfall stabilisieren, sollte man nur nach Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen, insbesondere bei Fieber oder Blut im Stuhl.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen notwendig, etwa wenn eine schwere Komplikation im Bauchraum auftritt, zum Beispiel ein Darmdurchbruch oder eine Bauchfellentzündung.
Leben mit der Erkrankung
Gönnen Sie Ihrem Darm Zeit, sich zu erholen. Bleiben Sie bei Bedarf zuhause, vor allem wenn Sie beruflich mit Lebensmitteln oder pflegebedürftigen Menschen arbeiten. Achten Sie darauf, genug zu trinken – am besten über den Tag verteilt.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie in der akuten Phase große körperliche Anstrengung.
- Planen Sie Toilettenzugänge für unterwegs mit ein, wenn Sie unsicher sind.
- Kochen Sie Lebensmittel gut durch, wenn die Ursache unklar ist.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Entspannung.
Ernährung und Bewegung
Leichte Kost und kleine Mahlzeiten sind besser als große, schwere Speisen. Bewährt haben sich Bananen, Zwieback, Reis und gedünstetes Gemüse. Auf fettige und sehr süße Speisen sollten Sie zunächst verzichten. Sobald es Ihnen besser geht, können Sie die Ernährung wieder langsam erweitern. Bewegung an der frischen Luft tut gut, aber nicht direkt nach einer Mahlzeit.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Durchfall kann das Selbstbewusstsein und den Alltag stark beeinflussen. Viele Menschen schämen sich und vermeiden Situationen ohne nahe Toilette. Das ist verständlich. Sprechen Sie offen mit einer Vertrauensperson oder Ihrer Ärztin. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, suchen Sie sich frühzeitig Hilfe – Ihre Arztpraxis kann passende Anlaufstellen nennen. Wenn Sie sich in einer seelischen Krise erleben, ist die Telefonseelsorge eine vertrauliche Anlaufstelle; die Nummer finden Sie in Ihrem Telefonbuch oder im Internet.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken. Gründliches Händewaschen vor dem Essen, nach dem Toilettengang und nach dem Kontakt mit erkrankten Personen ist die wichtigste Maßnahme. Auch hygienische Küchenarbeit und gut durcherhitzte Speisen beugen einer Ansteckung vor.
Impfungen
Für Kinder gibt es eine Schluckimpfung gegen Rotaviren. Sie wird in Deutschland von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Diese Impfung schützt vor einer der häufigsten Durchfallursachen im Kleinkindalter.
Früherkennungsprogramme
Eine Vorsorgeuntersuchung für Durchfall im eigentlichen Sinn gibt es nicht. Die gezielte Abklärung übernimmt die Hausärztin oder der Hausarzt, wenn Beschwerden auftreten oder ein begründeter Verdacht besteht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung des Körpers (Dehydratation)
- Störungen des Salzhaushalts, die Herz und Nerven belasten
- Verminderte Urinproduktion bis hin zum Nierenversagen
- Gewichtsverlust und Mangel an Nährstoffen bei längerem Durchfall
Langzeitprognose
Durchfallepisoden sind unangenehm, aber in den allermeisten Fällen gut behandelbar. Wer rechtzeitig genug trinkt und ärztlichen Rat sucht, wenn Warnzeichen auftreten, hat eine sehr gute Aussicht auf vollständige Genesung.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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