Immun-Screening: Was ist das?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Immun-Screening ist eine Reihe von Untersuchungen, die prüfen, ob Ihr Immunsystem – Ihre körpereigene Abwehr gegen Krankheitserreger – richtig arbeitet. Dabei wird meist Blut entnommen und im Labor untersucht, ob genügend Abwehrzellen und Antikörper vorhanden sind.
Wichtige Fakten
- Das Immun-Screening ist keine einmalige Vorsorgeuntersuchung für jeden, sondern wird gezielt eingesetzt, wenn der Verdacht auf ein geschwächtes Immunsystem besteht.
- Es werden in der Regel Blutproben untersucht. Manches wird direkt im Blut gemessen, anderes erst nach einer Zellkultur im Labor.
- Ein normales Screening-Ergebnis bedeutet nicht, dass Sie nie krank werden. Es zeigt nur, ob Ihr Immunsystem momentan in grundlegenden Bereichen funktioniert.
Ein Immun-Screening ist keine Standarduntersuchung für die Allgemeinheit. Sie kommt bei Menschen mit wiederkehrenden schweren Infektionen oder besonderen Risiken vor.
Das Screening kann für Menschen jeden Alters sinnvoll sein – für Säuglinge, Kinder, Erwachsene und ältere Menschen. Es wird vor allem bei Personen mit häufigen oder ungewöhnlichen Infektionen durchgeführt.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an, wenn Sie Anzeichen einer schweren Blutvergiftung (Sepsis) bemerken: hohes Fieber, schneller Puls, Atemnot, Verwirrtheit
- Rufen Sie den Notruf 112 an, wenn eine Person bewusstlos ist oder Krampfanfälle hat
- Bei plötzlicher und starker Atemnot sofort den Notruf 112 wählen
- ⚠Fieber über 38,5 °C, das trotz Behandlung nicht sinkt
- ⚠Starke Schmerzen oder ein geschwollener, roter Bereich am Körper
- ⚠Neu aufgetretene Blutungen oder blaue Flecken ohne sichtbaren Grund
Häufige Symptome
- Wiederkehrende Lungenentzündungen oder Mittelohrentzündungen
- Mehrere schwere Infektionen pro Jahr, die lange anhalten
- Entzündungen an inneren Organen oder Haut mit unbekannter Ursache
Symptome bei Kindern
- Häufige schwere Infektionen (z. B. Lungenentzündungen)
- Gedeihstörungen: Kinder nehmen nicht gut an Gewicht zu
- Immer wieder auftretende Abszesse oder Pilzinfektionen im Mund
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Vermehrt Gürtelrose, Hautinfektionen oder Lungenentzündungen
- Langsame Wundheilung nach Verletzungen oder Operationen
- Immer wieder auftretende Harnwegsinfektionen
Ursachen
Hauptursachen
- Angeborene Störungen des Immunsystems (sogenannte primäre Immundefekte).
- Erworbene Schwächung durch bestimmte Krankheiten, z. B. HIV oder Krebs.
- Reaktionen auf Medikamente oder Behandlungen, die das Immunsystem unterdrücken (z. B. nach Transplantationen).
Risikofaktoren
- Familiengeschichte mit bekannten Immundefekten
- Wiederholte schwere Infektionen in der Vorgeschichte
- Chronische Grunderkrankungen wie Diabetes oder Autoimmunerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie oder Ihr Kind sehr häufig Infektionen haben und diese ungewöhnlich schwer verlaufen.
- Wenn eine Infektion nicht mit gewöhnlichen Maßnahmen abheilt.
- Wenn Ihr Arzt eine Untersuchung des Immunsystems bereits empfohlen hat, aber Sie noch keinen Termin haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie sich über das Risiko einer Immunschwäche informieren möchten, sprechen Sie bei Ihrem nächsten Besuch darüber.
- Wenn bei einem Familienmitglied ein Immundefekt festgestellt wurde, kann eine Beratung auch zur Abklärung bei Ihnen sinnvoll sein.
Diagnose
Ein Immun-Screening beginnt in der Regel mit einem Gespräch beim Arzt oder der Ärztin und einer Blutuntersuchung. Dabei wird geschaut, wie viele weiße Blutkörperchen (Abwehrzellen) vorhanden sind und wie gut sie funktionieren. Manche Tests werden direkt im Blut durchgeführt, andere brauchen einige Tage, weil Zellen im Labor erst gezüchtet werden.
Mögliche Untersuchungen
- Blutbild: zählt die verschiedenen Blutzellen, darunter auch Abwehrzellen
- Immunglobuline: Antikörper, die gegen Infektionen schützen
- Impfantwort-Test: prüft, ob der Körper auf eine frühere Impfung schützende Antikörper bildet
- Erweiterte Funktionstests zur genauen Prüfung einzelner Zelltypen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie müssen für die Blutentnahme in der Regel nicht nüchtern sein. Das Gespräch über die Ergebnisse dauert meist ein bis zwei Wochen, je nachdem, welche Labore benötigt werden.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, welches Problem das Screening zeigt. Manchmal gibt es gar kein Problem. Bei einem schwachen Immunsystem stehen Maßnahmen im Vordergrund, die Infektionen vorbeugen und sie schnell behandeln.
Selbsthilfe zu Hause
- Häufiges Händewaschen und allgemeine Hygienemaßnahmen beachten
- Kontakt zu Personen mit ansteckenden Krankheiten möglichst meiden
- Ausreichend Schlafen und Stress vermeiden
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Behandlungen zum Einsatz kommen, die das Immunsystem unterstützen oder Infektionen gezielt behandeln. Dazu gehören zum Beispiel Antikörper-Ersatztherapien (Immunglobuline) oder Medikamente, die die Abwehr anregen. Diese Therapien werden von Spezialistinnen und Spezialisten geplant und überwacht.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist beim Immun-Screening selbst nicht nötig. In seltenen Fällen kann eine Operation an der Milz oder anderen Organen bei bestimmten Grunderkrankungen helfen – dies bespricht Ihr behandelndes Team individuell.
Leben mit der Erkrankung
Auch mit einem auffälligen Immun-Screening können Sie den Alltag gut meistern. Es hilft, sich frühzeitig bei Infektionen ärztlich behandeln zu lassen und den Impfstatus regelmäßig zu prüfen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichend Bewegung – zum Beispiel Spaziergänge oder Radfahren
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum
- Pflegen Sie soziale Kontakte, sie unterstützen Ihre seelische Gesundheit
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt das Immunsystem. Regelmäßige moderate Bewegung ist ebenfalls hilfreich – übertreiben Sie es aber nicht und besprechen Sie sportliche Ziele mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Immun-Screening kann Sorgen auslösen – besonders, wenn das Ergebnis nicht sofort klar ist. Es ist normal, sich unsicher zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste. Bei anhaltender Belastung kann auch eine psychologische Beratung unterstützen.
Vorbeugung
Ein angeborener Immundefekt lässt sich nicht vorbeugen. Ein erworbenes schwaches Immunsystem kann man durch gesunde Lebensweise und das Vermeiden von Risikofaktoren unterstützen – das ist aber kein absoluter Schutz.
Impfungen
Impfungen sind für Menschen mit geschwächtem Immunsystem besonders wichtig, aber nicht jede Impfung ist für jede Person geeignet. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie persönlich sicher sind.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening für alle gibt es nicht. Wenn bei Ihnen ein erhöhtes Risiko besteht, kann Ihr Arzt ein gezieltes Immun-Screening anordnen. Ob dies sinnvoll ist, sollten Sie gemeinsam besprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schwere und wiederkehrende Infektionen, die Organe schädigen können
- Langanhaltende Krankheitsphasen mit viel Arbeits- oder Schulausfall
- Ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten bei manchen Immundefekten
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit einem auffälligen Immun-Screening können dank moderner Behandlungen ein weitgehend normales Leben führen. Je früher eine Schwäche erkannt wird, desto besser lassen sich Folgen verhindern. Halten Sie die Kontakte zu Ihrem Behandlungsteam – das sorgt für Sicherheit und Zuversicht.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.