Infektions-Screening: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Infektions-Screening ist eine medizinische Untersuchung, die herausfinden soll, ob Sie eine Infektion haben – auch wenn Sie sich gesund fühlen. Dabei werden zum Beispiel Blut, Urin oder ein Abstrich im Labor untersucht.
Wichtige Fakten
- Infektions-Screenings werden häufig vor Operationen, bei Schwangerschaftsvorsorge oder bei Blutspenden eingesetzt.
- Viele Infektionskrankheiten lassen sich gut behandeln, wenn sie früh entdeckt werden.
- Ein Screening ist freiwillig. Sie werden vorher aufgeklärt und können Fragen stellen.
Infektions-Screenings gehören in Deutschland zum medizinischen Alltag. Jedes Jahr werden viele solcher Untersuchungen durchgeführt – zum Beispiel im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge oder bei Blutspenden.
Infektions-Screenings richten sich an Menschen, die keine Krankheitszeichen haben, aber ein erhöhtes Risiko für eine Infektion tragen. Dazu gehören Schwangere, Menschen vor einer Operation, Reisende in bestimmte Länder und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Bewusstlosigkeit
- Hohes Fieber mit Kreislaufversagen (Blässe, kalter Schweiß, schneller Puls)
- Krampfanfall
- ⚠Fieber über 39°C, das nicht sinkt
- ⚠Starke Schmerzen
- ⚠Ungewöhnliche Verwirrtheit bei einem älteren Menschen
- ⚠Gelbfärbung von Haut oder Augen
Häufige Symptome
- Viele Infektionen, die beim Screening entdeckt werden, verursachen anfangs keine Beschwerden.
- Wenn doch Symptome auftreten, sind Müdigkeit, leichtes Fieber oder Nachtschweiß möglich.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann eine Infektion durch verminderte Trinkfreude, erhöhte Müdigkeit oder auffälliges Verhalten auffallen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind plötzliche Verwirrtheit oder starke Schwäche – manchmal ohne Fieber – mögliche Zeichen einer Infektion.
Ursachen
Hauptursachen
- Viren (zum Beispiel Erkältungs- oder Grippeviren)
- Bakterien (zum Beispiel bei Harnwegsinfektionen)
- Pilze
- Parasiten
Risikofaktoren
- Ein geschwächtes Immunsystem durch eine Krankheit oder Medikamente
- Reisen in Regionen mit häufigen Infektionskrankheiten
- Enger Kontakt zu Menschen mit einer ansteckenden Infektion
- Berufliche Tätigkeit im Gesundheitswesen
- Eine Schwangerschaft
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie haben plötzlich hohes Fieber, Schüttelfrost oder fühlen sich sehr krank.
- Eine Wunde wird rot, heiß, schwillt an oder nässt Eiter.
- Sie hatten Kontakt zu einer Person mit einer ansteckenden Infektion.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie stehen vor einer Operation und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt ein Screening.
- Sie sind schwanger oder planen eine Schwangerschaft.
- Sie arbeiten im Gesundheitswesen und benötigen einen Infektionsnachweis.
- Sie planen eine Reise in ein Land mit erhöhtem Infektionsrisiko.
Diagnose
Das Screening wird von medizinischem Fachpersonal durchgeführt. Je nach gesuchter Infektion werden unterschiedliche Proben untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung
- Urintest
- Abstrich aus Rachen, Nase oder Genitalbereich
- Stuhlprobe
- Gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie Ultraschall – nur falls medizinisch nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden zunächst ärztlich aufgeklärt. Bei einer Blutentnahme wird kurz in eine Vene gestochen. Die Probe wird ins Labor geschickt. Nach einigen Tagen erhalten Sie das Ergebnis – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht es mit Ihnen.
Behandlung
Ein positives Screening bedeutet nicht automatisch, dass Sie krank werden. Die Ärztin oder der Arzt prüft, ob tatsächlich eine Infektion vorliegt und ob eine Behandlung nötig ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser
- Gönnen Sie sich Ruhe und ausreichend Schlaf
- Achten Sie auf gute Händehygiene
- Folgen Sie den Empfehlungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes
Medizinische Behandlungen
Falls eine Infektion festgestellt wird, gibt es je nach Erreger verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. So können Medikamente gezielt gegen Bakterien, Viren oder Pilze wirken. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Art der Infektion ab. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird mit Ihnen einen persönlichen Behandlungsplan besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, zum Beispiel bei einem Abszess, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig sein, um die Infektion zu entlasten.
Leben mit der Erkrankung
Wenn eine Infektion gefunden wurde, ist eine gute Zusammenarbeit mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt wichtig. Nehmen Sie Kontrolltermine wahr und fragen Sie nach, wenn Sie unsicher sind.
Tipps für den Alltag
- Stärken Sie Ihr Immunsystem durch ausreichend Schlaf
- Bewegen Sie sich regelmäßig im Alltag
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkohol
- Reduzieren Sie Stress, zum Beispiel durch Spaziergänge oder Entspannungsübungen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihren Körper. Für Bewegung reichen oft schon 30 Minuten Gehen am Tag. Bei einer chronischen Infektion besprechen Sie Ihr Aktivitätsniveau mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge um ein mögliches Testergebnis oder eine neu entdeckte Infektion kann stark belasten. Angst und Unsicherheit sind normal. Teilen Sie diese Gefühle mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch vertraute Menschen können eine wichtige Stütze sein.
Vorbeugung
Viele Infektionen lassen sich durch gute Hygiene, vorsichtiges Verhalten und Impfungen verhindern. Nicht jede Infektion ist vermeidbar, aber das Risiko lässt sich deutlich senken.
Impfungen
Impfungen bieten einen guten Schutz vor vielen Infektionskrankheiten. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche Impfungen für Sie persönlich empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Ein Screening dient der Früherkennung. Die aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften, darunter auch die AWMF-Leitlinien, empfehlen, dass Screening-Untersuchungen nach sorgfältiger Aufklärung und auf Grundlage Ihrer persönlichen Risiken erfolgen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich im Körper weiter ausbreiten
- Es können dauerhafte Schäden an Organen entstehen
- Die Krankheitszeichen können sich verschlimmern
- Die Infektion kann auf andere Menschen übertragen werden
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Viele Infektionen sind gut behandelbar, besonders wenn sie früh entdeckt werden. Ein Screening schafft Klarheit und ermöglicht eine rechtzeitige Therapie. Die meisten Menschen erholen sich gut und haben keine dauerhaften Folgen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Infektionsschutz.de ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.