Nieren-Screening: Früherkennung für gesunde Nieren
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Nieren-Screening ist eine Untersuchung, bei der die Ärztin oder der Arzt prüft, wie gut Ihre Nieren arbeiten. Die Nieren sind zwei Organe in Ihrem Bauch, die Ihr Blut filtern und Abfallstoffe über den Urin ausscheiden. Mit einfachen Bluttests und Urintests lässt sich früh erkennen, ob die Nieren geschwächt sind.
Wichtige Fakten
- Nierenerkrankungen bleiben oft lange unbemerkt, weil sie anfangs keine Beschwerden machen.
- Ein einfacher Blut- und Urintest reicht meist aus, um die Nierenfunktion zu beurteilen.
- Wer Diabetes oder Bluthochdruck hat, sollte seine Nieren regelmäßig kontrollieren lassen.
Nierenschwäche ist häufig, besonders bei älteren Menschen. Viele wissen jedoch nichts davon, weil es keine frühen Warnzeichen gibt.
Besonders betroffen sind Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht oder einer familiären Vorbelastung. Auch ältere Menschen über 60 und Menschen, die lange Zeit viele Schmerzmittel eingenommen haben, haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzlich über 12 Stunden keinen Urin mehr – wählen Sie sofort den Notruf 112
- Starke Atemnot oder schweres Anschwellen des ganzen Körpers
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfälle
- ⚠Blut im Urin, ohne dass Sie eine Blasenentzündung haben
- ⚠Starke Schmerzen in der Nierengegend oder im Rücken
- ⚠Fieber mit Schüttelfrost und Krankheitsgefühl
- ⚠Stark reduziertes Urinvolumen innerhalb eines Tages
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Geschwollene Beine oder Augenlider
- Schaum im Urin
- Häufiger Harndrang, vor allem nachts
- Blasser Teint oder Juckreiz
Symptome bei Kindern
- Wachstumsverzögerung
- Blässe und Appetitlosigkeit
- Auffälliger Urin (z. B. dunkel oder trüb)
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Konzentrationsstörungen
- Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit
- Juckende Haut
- Wassereinlagerungen im ganzen Körper
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), die die feinen Nierengefäße schädigt
- Bluthochdruck, der die Nieren überlastet
- Nierenentzündungen oder Entzündungen im Bindegewebe der Nieren
- Nierensteine, die den Harnfluss blockieren und die Niere schädigen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht
- Älter als 60 Jahre
- Familiäre Vorbelastung (z. B. Nierenschwäche bei Eltern oder Geschwistern)
- Lange Einnahme von Schmerzmitteln, vor allem Kombinationspräparate
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Symptome wie Blut im Urin, Schmerzen oder starke Wassereinlagerungen bemerken, gehen Sie noch am selben Tag zur Ärztin oder zum Arzt.
- Bei Fieber mit Schüttelfrost oder plötzlicher Atemnot wenden Sie sich sofort an die Notfallversorgung (112).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie sich ab 60 mindestens einmal pro Jahr Blutdruck, Blutzucker und Nierenwerte prüfen.
- Wenn Sie Diabetes oder Bluthochdruck haben, ist eine jährliche Kontrolle der Nierenwerte wichtig – auch ohne Beschwerden.
- Besprechen Sie bei Ihrem nächsten Termin, ob ein Nieren-Screening für Sie sinnvoll ist.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenten. Danach wird Blut abgenommen und eine Urinprobe untersucht. Die Ergebnisse zeigen, wie gut die Nieren filtern und ob Eiweiß im Urin vorhanden ist.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Kreatinin und Berechnung der eGFR (glomeruläre Filtrationsrate – zeigt, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern)
- Urintest auf Eiweiß und Blut
- Ultraschall der Nieren zur Beurteilung von Größe, Form und möglichen Nierensteinen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten. Sie können normal essen und trinken. Sie erhalten die Ergebnisse meist innerhalb weniger Tage. Wenn nötig, überweist die Ärztin oder der Arzt Sie an eine Nephrologin oder einen Nephrologen – das sind Fachleute für Nierenerkrankungen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Stadium der Nierenschwäche. Das Ziel ist, die Nieren zu entlasten, den Blutdruck zu kontrollieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Aussichten.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausreichende, aber nicht übermäßige Trinkmenge – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die für Sie passende Menge.
- Verzichten Sie auf das Rauchen, denn das schädigt die Blutgefäße der Nieren.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, falls Sie ein Messgerät zu Hause haben.
- Gehen Sie nie ungefragt mit Schmerzmitteln oder rezeptfreien Medikamenten um – manche Wirkstoffe belasten die Nieren zusätzlich.
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die den Blutdruck senken und dadurch die Nieren schützen. Weitere Medikamente können den Blutzucker oder die Blutfette regulieren. Bei fortgeschrittener Nierenschwäche kann eine Nierenersatztherapie nötig sein, zum Beispiel die Dialyse (Blutwäsche). Die genaue Behandlungsentscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in bestimmten Situationen nötig, etwa wenn ein Nierentumor vorliegt, die Nierenarterie stark verengt ist oder eine Nierentransplantation in Frage kommt. Über solche Schritte sprechen Sie mit dem Nierenteam Ihrer Klinik.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer gut eingestellten Nierenschwäche können viele Menschen viele Jahre lang stabil leben. Entscheidend sind regelmäßige Kontrollen, die Einnahme der besprochenen Medikamente und eine gesunde Lebensweise.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, am besten an der frischen Luft – zum Beispiel 30 Minuten zügig gehen an den meisten Tagen.
- Ausreichend schlafen und Stress abbauen durch Entspannungsübungen oder Hobbys.
- Nehmen Sie keine Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt ein.
- Stellen Sie das Rauchen ab und meiden Sie übermäßigen Alkohol.
Ernährung und Bewegung
Ihre Ernährung sollte zu Ihrem Nierenbefund passen. Je nach Stadium kann es sinnvoll sein, Eiweiß, Kochsalz und Kalium anzupassen. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder von einer Ernährungstherapeutin oder einem Ernährungstherapeuten beraten. Regelmäßige Bewegung hilft, den Blutdruck zu stabilisieren und das Herz zu stärken.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Nierenerkrankung kann seelisch belasten. Es ist vollkommen normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Umfeld, wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen. Wer psychische Unterstützung braucht, kann sich an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Sie helfen dabei, einen geeigneten Ansprechpartner zu finden.
Vorbeugung
Zumindest ein Teil der Nierenerkrankungen lässt sich verhindern, indem Sie Bluthochdruck und Blutzucker im normalen Bereich halten, nicht rauchen, sich gesund ernähren und sich regelmäßig bewegen. Auch ein verantwortungsvoller Umgang mit Schmerzmitteln schützt die Nieren.
Impfungen
Für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion werden manche Impfungen besonders empfohlen, zum Beispiel gegen Grippe oder Pneumokokken. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Ein Nieren-Screening ist keine Standarduntersuchung bei jedem Termin. Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, können Sie eine regelmäßige Kontrolle bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt ansprechen. Die gesetzlichen Früherkennungsleistungen umfassen nicht in jedem Fall eine Nierenuntersuchung – fragen Sie dazu in Ihrer Arztpraxis.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Nierenschwäche kann sich bis zum Nierenversagen entwickeln, so dass eine Dialyse nötig wird.
- Nierenerkrankungen erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Es können Blutarmut und Knochenschwäche entstehen.
- Ohne Behandlung können giftige Substanzen im Blut ansteigen und den ganzen Körper beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Eine früh erkannte Nierenschwäche lässt sich in vielen Fällen gut behandeln und über viele Jahre stabil halten. Mit modernen Behandlungen und einer aktiven Mitwirkung können Sie die Krankheitsentwicklung oft verlangsamen. Auch mit einer fortgeschrittenen Nierenerkrankung gibt es heute gute Möglichkeiten, ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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