Screening auf Osteoporose: Stellen Sie die Weichen für starke Knochen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochen an Dichte verlieren und porös werden. Ein Screening ist eine Vorsorgeuntersuchung. Dabei wird gemessen, wie stabil Ihre Knochen sind – zum Beispiel mit einem speziellen Röntgenverfahren. So lassen sich schwache Knochen frühzeitig erkennen und Brüche vermeiden.
Wichtige Fakten
- Bei Osteoporose brechen Knochen leichter – schon bei einem harmlosen Stolpern.
- Ein Screening ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
- Eine Messung hilft, das persönliche Risiko für Knochenbrüche einzuschätzen.
Ja, Osteoporose ist weit verbreitet. Etwa jede dritte Frau und jeder fünfte Mann über 50 ist davon betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko.
Osteoporose betrifft vor allem Menschen nach den Wechseljahren und im höheren Alter. Aber auch jüngere Menschen können betroffen sein – zum Beispiel bei bestimmten Grunderkrankungen oder wenn sie bestimmte Medikamente über lange Zeit einnehmen.
Symptome
- Plötzlich auftretende sehr starke Rückenschmerzen nach einem Sturz.
- Gefühl, einen Arm oder ein Bein nicht mehr bewegen zu können.
- Sichtbare Verformung eines Knochens.
- ⚠Neue, anhaltende Knochenschmerzen, die nicht verschwinden.
- ⚠Zunehmende Schwierigkeiten beim Gehen.
Häufige Symptome
- Osteoporose verursacht oft lange keine Beschwerden.
- Rückenschmerzen, die immer wieder auftreten.
- Mit der Zeit lässt die Körpergröße nach.
- Eine nach vorne gebeugte Haltung.
Ursachen
Hauptursachen
- Alter – die Knochendichte nimmt mit den Jahren natürlich ab.
- Nachlassende Geschlechtshormone, zum Beispiel während oder nach den Wechseljahren.
- Zu wenig Kalzium und Vitamin D in der Ernährung.
- Bewegungsmangel und fehlende Belastung der Knochen.
Risikofaktoren
- Rauchen und starker Alkoholkonsum.
- Untergewicht oder sehr strenges Abnehmen.
- Bestimmte Medikamente über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel Kortisonpräparate.
- Familiäre Vorbelastung – wenn in der Familie schon Osteoporose aufgetreten ist.
- Frühere Knochenbrüche ohne große Gewalteinwirkung.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen nach einem Sturz haben.
- Wenn Sie den Verdacht auf einen Knochenbruch haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 50 Jahre sind und ein oder mehrere Risikofaktoren vorliegen.
- Wenn Sie schon einmal einen Knochenbruch hatten, obwohl der Sturz nicht schwer war.
- Wenn Ihre Eltern einen Oberschenkelhalsbruch hatten.
Diagnose
Zur Diagnose wird in der Regel eine Knochendichtemessung (DXA) durchgeführt. Das ist eine besondere Röntgenuntersuchung. Dabei wird die Knochendichte an der Hüfte und der Wirbelsäule gemessen. Zusätzlich sprechen Ärztin oder Arzt mit Ihnen über Krankengeschichte, Lebensstil und familiäre Vorbelastung.
Mögliche Untersuchungen
- Knochendichtemessung (DXA)
- Körperliche Untersuchung und Erhebung der Krankengeschichte
- Blutuntersuchung, um andere Ursachen für knöcherne Veränderungen auszuschließen
- Fragebögen zu Stürzen, Ernährung und Bewegung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Messung dauert nur wenige Minuten. Sie liegen dabei angezogen auf einer Liege. Sie spüren nichts. Das Ergebnis gibt Auskunft, ob Ihre Knochendichte normal ist oder bereits deutlich reduziert. Die Werte werden in einer Art Schnellbericht dargestellt, den Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen bespricht.
Behandlung
Die Behandlung hängt von Ihrem persönlichen Frakturrisiko ab. Die wichtigsten Bausteine sind ausreichend Kalzium und Vitamin D, körperliche Aktivität und – wenn nötig – ein Medikament, das die Knochen stärkt.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich regelmäßig – zum Beispiel mit zügigem Spazierengehen, Tanzen oder leichtem Krafttraining.
- Rauchen Sie nicht und schränken Sie Alkohol ein.
- Sorgen Sie zu Hause für sichere Wege: Stolperfallen entfernen, rutschfeste Teppiche, gute Beleuchtung.
- Achten Sie darauf, Stürze zu vermeiden, besonders im Winter bei Glätte.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen ein Medikament verschreiben, das den Knochenabbau verlangsamt oder den Knochenaufbau fördert. Diese Medikamente sind empfehlenswert, wenn das Risiko für Brüche deutlich erhöht ist. Die genaue Wahl hängt von Ihrem Alter, Ihren Begleiterkrankungen und Ihren persönlichen Wünschen ab – darüber werden Sie ausführlich informiert.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Osteoporose selbst nicht nötig. Sie kommt erst infrage, wenn bereits eine Fraktur vorliegt, die operiert werden muss – zum Beispiel ein gebrochener Oberschenkelhals.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit Osteoporose führen ein aktives und selbstbestimmtes Leben. Wichtig ist, den Alltag so zu gestalten, dass Sturzrisiken gering bleiben. Sanfte Bewegungsformen wie Wassergymnastik, Tai-Chi oder Rückenschule können dabei helfen.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie an Kontrolluntersuchungen teil, wie von der Ärztin oder dem Arzt empfohlen.
- Sprechen Sie offen über Schmerzen – es gibt viele Möglichkeiten, sie zu lindern.
- Holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung im Haushalt oder beim Einkaufen.
Ernährung und Bewegung
Eine Ernährung mit reichlich Kalzium (zum Beispiel Milchprodukte, grünes Gemüse, kalziumreiches Mineralwasser) sowie ausreichend Vitamin D (zum Beispiel durch Sonne, fettigen Fisch und angereicherte Lebensmittel) unterstützt Ihre Knochen. Bewegung, die die Knochen belastet, regt den Knochenaufbau an.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor Stürzen und Brüchen belastet viele Menschen. Es ist völlig normal, sich so zu fühlen. Offene Gespräche in der Familie oder mit einer Fachperson helfen, Sicherheit zurückzugewinnen.
Vorbeugung
Osteoporose lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Je früher Sie mit einem knochenfreundlichen Lebensstil beginnen, desto besser.
Früherkennungsprogramme
Ein Screening bedeutet Früherkennung ohne Beschwerden. In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Knochendichtemessung in bestimmten Fällen – etwa bei Menschen mit erhöhtem Risiko. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob eine Messung für Sie sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Knochenbrüche, zum Beispiel an der Hüfte oder am Handgelenk.
- Brüche an den Wirbelkörpern, die starke Rückenschmerzen verursachen können.
- Mit der Zeit Verlust der Körpergröße und eine gekrümmte Haltung.
- Zunehmende Einschränkung der Selbstständigkeit.
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Betreuung und den richtigen Maßnahmen lassen sich viele Brüche verhindern. Auch im fortgeschrittenen Alter kann man die Lebensqualität erhalten und lange selbstständig bleiben.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Dachverband Osteologie (DVO) ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.