Sinusitis: Tipps für den Alltag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Sinusitis ist eine Entzündung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen. Das sind luftgefüllte Räume im Gesichtsschädel. Sie sind mit der Nase verbunden. Wenn die Schleimhäute anschwellen, kann das Sekret nicht mehr abfließen. Es entsteht ein Druckgefühl und die Nase ist verstopft. Häufig ist eine Erkältung die Ursache.
Wichtige Fakten
- Eine Sinusitis wird meist durch Viren ausgelöst, seltener durch Bakterien.
- In den meisten Fällen heilt eine Sinusitis von selbst – mit etwas Geduld und Hausmitteln.
- Hausmittel wie Dampf und Nasenspülungen mit Kochsalz lindern die Symptome.
- Antibiotika sind nur selten notwendig.
Ja, sehr. Eine Sinusitis ist eine der häufigsten Infektionen der oberen Atemwege. Jeder Erwachsene hat durchschnittlich ein- bis zweimal im Jahr eine verstopfte Nase – häufig mit einer leichten Entzündung der Nebenhöhlen.
Alle Altersgruppen. Besonders häufig tritt sie in den Herbst- und Wintermonaten auf, wenn viele Erkältungsviren unterwegs sind. Menschen mit Allergien oder geschwächtem Immunsystem sind öfter betroffen.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an, wenn eines dieser Symptome auftritt: plötzliche Atemnot, starke Schwellung im Gesicht, die sich ausbreitet, plötzliche Sehstörungen, Verwirrtheit oder Nackensteifigkeit mit hohem Fieber.
- ⚠Sehr starke Schmerzen im Gesicht, die nicht nachlassen
- ⚠Fieber über 39 Grad, besonders wenn es länger als 48 Stunden anhält
- ⚠Zunehmende Schwellung um das Auge oder auf der Stirn
- ⚠Wenn Sie sich zunehmend krank und abgeschlagen fühlen
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase und verminderter Geruchssinn
- Druck- und Schmerzgefühl um Stirn, Wangen oder Augen
- Eitrig-gelblicher oder grünlicher Schnupfen
- Kopfschmerzen, besonders beim Vorbeugen
- Husten, der nachts und morgens schlimmer wird
- Abgeschlagenheit und leichtes Fieber
Symptome bei Kindern
- Schnupfen mit verstopfter Nase
- Reizbarkeit und Weinen ohne erkennbaren Grund
- Husten, auch nachts
- Geschwollene Augenlider
- Häufiges Reiben an der Nase
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die typischen Zeichen wie Druck im Gesicht sind oft weniger deutlich.
- Stattdessen zeigen sich manchmal nur Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder ein hartnäckiger Reizhusten.
- Auch Verwirrtheit kann bei älteren Menschen ein Zeichen für eine Infektion sein – dann ist eine ärztliche Einschätzung wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Erkältungsviren (die häufigste Ursache)
- Bakterien, die sich nach einer viralen Infektion ansiedeln
- Allergien oder ein Reizstoff, die die Schleimhäute anschwellen lassen
- Anatomische Besonderheiten in der Nase, zum Beispiel eine verkrümmte Nasenscheidewand oder Nasenpolypen
Risikofaktoren
- Rauchen und Passivrauchen
- Allergien wie Heuschnupfen
- Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Stress oder chronische Erkrankungen
- Trockene oder schlecht belüftete Räume
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den oben genannten Notfallzeichen sofort die 112 wählen.
- Wenn Sie sich sehr krank fühlen, Fieber über 39 Grad haben oder starke Schmerzen verspüren, suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die typischen Beschwerden länger als 10 Tage anhalten oder sich nach einer leichten Besserung plötzlich verschlimmern.
- Wenn Sie wiederholt an einer Sinusitis erkranken.
- Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Beschwerden harmlos sind.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zunächst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Danach schaut sie oder er sich die Nase und den Rachen an und tastet vorsichtig die Wangen- und Stirnhöhlen ab.
Mögliche Untersuchungen
- Eine körperliche Untersuchung von Nase, Rachen und Ohren
- Möglicherweise eine Spiegelung der Nase mit einem dünnen Schlauch (Endoskopie)
- In unklaren Fällen eine Computertomografie (CT) der Nasennebenhöhlen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schnell und schmerzfrei. Sie bekommen anschließend eine verständliche Erklärung und Empfehlungen, wie Sie am besten vorgehen sollten. Bei leichten Beschwerden sind oft keine speziellen Tests nötig.
Behandlung
Die Behandlung konzentriert sich darauf, die Beschwerden zu lindern und das Abheilen zu unterstützen. In den meisten Fällen heilt eine akute Sinusitis von selbst aus. Antibiotika sind nur erforderlich, wenn eine bakterielle Infektion sicher festgestellt wurde.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel Flüssigkeit – am besten Wasser oder ungesüßte Tees, um das Sekret dünnflüssig zu halten.
- Inhalieren Sie über einer Schüssel mit heißem Wasser, aber lassen Sie etwas abkühlen und halten Sie einen sicheren Abstand.
- Spülen Sie Ihre Nase mit einer Kochsalzlösung – diese gibt es in der Apotheke oder kann mit Anleitung hergestellt werden.
- Warme Umschläge auf Stirn oder Wangen können den Druck lindern.
- Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper, zum Beispiel mit einem zusätzlichen Kissen.
- Verzichten Sie während der Erkältung auf Nikotin und Alkohol.
- Halten Sie die Raumluft feucht – ein Luftbefeuchter oder ein feuchtes Handtuch auf der Heizung hilft.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt oder die Ärztin kann abschwellende oder schleimlösende Medikamente empfehlen, die das Atmen erleichtern. Bei bakteriellen Infektionen kann in bestimmten Fällen ein Antibiotikum sinnvoll sein – die Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Schmerzmittel können das Druckgefühl lindern. Fragen Sie immer Ihre Ärztin oder Ihre Apotheke um Rat, bevor Sie etwas einnehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation der Nasennebenhöhlen ist nur in seltenen Fällen notwendig. Sie kommt zum Beispiel infrage, wenn eine chronische Sinusitis durch Nasenpolypen oder anatomische Engstellen verursacht wird und andere Behandlungen nicht helfen. Ein HNO-Arzt oder eine HNO-Ärztin bespricht das Vorgehen individuell mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie sich Zeit zum Ausruhen. Viele Menschen fühlen sich bei einer Sinusitis erschöpft und benommen. Hören Sie auf Ihren Körper und gönnen Sie sich Pausen, damit die Schleimhäute sich erholen können.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie ausreichend – mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag.
- Lüften Sie regelmäßig die Räume, in denen Sie sich aufhalten.
- Verzichten Sie auf Zigaretten – auch Passivrauchen reizt die Schleimhäute.
- Nutzen Sie feuchte Tücher oder einen Luftbefeuchter bei trockener Heizungsluft.
- Achten Sie auf eine gute Handhygiene – das beugt einer Weitergabe der Viren vor.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse unterstützt Ihr Immunsystem. Leichte Bewegung, zum Beispiel ein Spaziergang an der frischen Luft, kann die Durchblutung der Schleimhäute fördern – allerdings nur, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen. Vermeiden Sie Sport bei Fieber oder starkem Krankheitsgefühl.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn die Nase wochenlang zu ist und der Kopf drückt, kann das sehr belastend sein. Es ist völlig normal, sich dabei schlapp und gereizt zu fühlen. Suchen Sie sich Unterstützung bei Menschen, die Ihnen guttun, und sprechen Sie offen über Ihre Beschwerden. Auch Entspannungsübungen können helfen, den Druck im Kopf ein wenig zu lindern.
Vorbeugung
Es ist nicht immer möglich, eine Sinusitis zu verhindern. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie Ihr Immunsystem stärken – etwa mit ausreichend Schlaf, Bewegung, gesunder Ernährung und Stressabbau. In der Erkältungszeit hilft regelmäßiges Händewaschen und Abstand zu erkälteten Menschen.
Impfungen
Gegen die Erkältungsviren, die eine Sinusitis oft auslösen, gibt es keinen Impfstoff. Eine Grippeimpfung kann aber schwere Grippeverläufe verhindern und damit auch das Risiko für eine durch Grippe ausgelöste Sinusitis verringern.
Früherkennungsprogramme
Für eine Sinusitis selbst gibt es kein spezielles Screening. Wenn Sie anfällig für wiederkehrende Infektionen sind, lassen Sie sich von Ihrer Hausärztin beraten, was Sie vorbeugend tun können.
Komplikationen
Unbehandelt
- In seltenen Fällen kann die Entzündung auf das umliegende Gewebe übergreifen – zum Beispiel auf die Augenhöhle oder das Gehirn.
- Eine unbehandelte bakterielle Sinusitis kann in eine chronische Entzündung übergehen, die länger anhält.
- Bei starkem Schnupfen und Nasenpolypen kann sich das Atmen über die Nase deutlich verschlechtern.
Langzeitprognose
Die allermeisten Sinusitis-Erkrankungen heilen vollständig aus – oft auch ohne Medikamente. Mit einer guten Selbstfürsorge und bei Bedarf ärztlicher Begleitung sind ernsthafte Komplikationen sehr selten. Sie können also zuversichtlich sein, dass Sie wieder beschwerdefrei werden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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