Magenprobleme auf Reisen vermeiden – so bleiben Sie beschwerdefrei
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Viele Menschen bekommen auf Reisen Magen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel Durchfall, Übelkeit oder Bauchschmerzen. Das passiert oft, wenn der Körper ungewohnte Keime aus Essen oder Wasser nicht gewohnt ist. Es ist meist harmlos, aber unangenehm.
Wichtige Fakten
- Reisedurchfall ist die häufigste gesundheitliche Störung auf Reisen.
- Die Beschwerden klingen meist nach ein bis zwei Tagen von selbst ab.
- Die wichtigste Behandlung ist, genug zu trinken, damit der Körper nicht austrocknet.
Sehr häufig. Schätzungen zufolge ist etwa jeder dritte bis die Hälfte aller Reisenden betroffen, je nach Reiseziel.
Jede und jeder kann betroffen sein. Besonders empfindlich sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Blut im Stuhl
- Sehr hohes Fieber
- Zeichen starker Dehydrierung, zum Beispiel eingerollte Augen, kaum Urin oder Verwirrtheit
- Kreislaufprobleme mit Ohnmachtsgefühl
- Anhaltendes Erbrechen, sodass nichts im Körper bleibt
- ⚠Durchfall seit mehr als zwei Tagen
- ⚠Anhaltendes Fieber
- ⚠Blutbeimengungen im Stuhl
- ⚠Starke Schmerzen im Bauch
- ⚠Anzeichen von Austrocknung wie trockener Mund, wenig Urin, Schwäche
Häufige Symptome
- Wässriger Durchfall
- Bauchkrämpfe
- Übelkeit
- Erbrechen
- Blähungen
- Leichtes Fieber
- Müdigkeit
Symptome bei Kindern
- Schnelle Dehydrierung (Flüssigkeitsverlust)
- Weinerlichkeit und Teilnahmslosigkeit
- Trockene Windel über mehrere Stunden
- Durchfall mit Fieber
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwererer Krankheitsverlauf
- Schneller Flüssigkeitsverlust
- Verstärkung von Vorerkrankungen
- Längere Erholungszeit
Ursachen
Hauptursachen
- Verunreinigtes Trinkwasser
- Lebensmittel mit Keimen, zum Beispiel rohes Fleisch oder roher Fisch
- Frisches Obst oder Gemüse, das nicht geschält oder gekocht ist
- Ungenügende Händehygiene
- Stress und Umstellung der Essgewohnheiten
Risikofaktoren
- Reise in Regionen mit niedrigen Hygienestandards
- Kinder und ältere Menschen
- Chronische Magen-Darm-Erkrankungen
- Geschwächtes Immunsystem
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie kein Wasser oder Tee bei sich behalten können
- Wenn der Durchfall mit heftigen Schmerzen oder hohem Fieber einhergeht
- Wenn die Beschwerden länger als zwei Tage anhalten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie nach der Reise noch Beschwerden haben
- Wenn Sie sich erholen möchten und unsicher sind, ob eine Untersuchung nötig ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Symptomen und der Reisegeschichte. In vielen Fällen ist keine Untersuchung nötig. Bei unklaren Fällen kann eine Stuhlprobe untersucht werden.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung
- Gespräch zu Reiseziel und Symptomen
- Stuhlprobe bei länger andauernden Beschwerden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nur kurz. Sie müssen keine Angst haben. Bringen Sie Informationen zu Ihrem Reiseziel und Beginn der Beschwerden mit.
Behandlung
Der wichtigste Schritt ist, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Oft reicht das aus. Bei Bedarf kann die Ärztin oder der Arzt Medikamente verschreiben, die die Krankheitsdauer verkürzen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: stilles Wasser, ungesüßter Tee, klare Brühe
- Verdünnte Saftschorle oder spezielle Rehydrationslösung aus der Apotheke
- Leichte Kost wie Zwieback, Banane, Reis, Karotten
- Den Magen schonen: kleine Portionen, mehrmals täglich
- Auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke verzichten
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kann die Ärztin oder der Arzt Antibiotika oder andere Medikamente verordnen. Gegen Durchfall gibt es Mittel, die das Symptom lindern, aber sie ersetzen keine Flüssigkeitsaufnahme. Lassen Sie sich immer individuell in einer Arztpraxis oder Apotheke beraten. Die AWMF-Leitlinie empfiehlt, gerade bei Reisedurchfall nicht ohne ärztlichen Rat zu handeln.
Leben mit der Erkrankung
Während einer Magen-Darm-Erkrankung sollten Sie sich ausruhen. Planen Sie für die ersten Tage nach der Reise keinen vollen Terminkalender. Hören Sie auf Ihren Körper.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie auch unterwegs regelmäßig
- Achten Sie auf gute Handhygiene
- Essen Sie in unsicheren Restaurants nur gut Durchgegartes
- Nehmen Sie bei Fernreisen Trinkwasser in Flaschen
Ernährung und Bewegung
Bevorzugen Sie bei Beschwerden leichte, fettarme Speisen. Essen Sie Bananen, Reis, Apfelmus und Toast. Sport ist bei akuten Beschwerden keine gute Idee. Beginnen Sie nach dem Abklingen langsam mit Spaziergängen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Magen-Darm-Probleme sind unangenehm und können Stress auslösen. Gerade auf Reisen ist es wichtig, sich nicht unter Druck zu setzen. Planen Sie Erholungszeiten ein und sprechen Sie mit Ihrer Reisebegleitung, wenn Sie sich belastet fühlen.
Vorbeugung
Das Risiko lässt sich stark senken. Mit Hygieneregeln und vorsichtiger Auswahl von Essen und Getränken können Sie viele Beschwerden vermeiden.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen die häufigsten Erreger von Reisedurchfall.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starke Austrocknung (Dehydrierung)
- Elektrolyt- und Salzmangel
- Nierenprobleme bei Flüssigkeitsmangel
- Im langen Verlauf: chronische Darmbeschwerden
Langzeitprognose
Mit ausreichend Flüssigkeit und Ruhe klingen die meisten Magen-Darm-Beschwerden nach zwei bis drei Tagen ab. Ihr Körper erholt sich gut. Bei anhaltenden Beschwerden hilft eine ärztliche Beratung.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.