Gesunde Sehnen: Alltags-Tipps für Patienten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sehnen sind feste, aber elastische Bänder, die Muskeln mit Knochen verbinden. Sie helfen, Bewegungen zu übertragen. Bei Reizung oder Überlastung können sie schmerzen und weniger belastbar sein – das nennt man Sehnenbeschwerden.
Wichtige Fakten
- Sehnen brauchen Zeit, um sich an Belastungen zu gewöhnen.
- Schonung allein hilft oft nicht – gezielte Bewegung ist der Schlüssel.
- Sehnenbeschwerden sind häufig an Schulter, Ellbogen, Knie und Achillessehne.
- Mit dem richtigen Training können Sie Ihre Sehnen stärken.
Ja, Sehnenbeschwerden sind in Deutschland sehr verbreitet – vor allem bei Menschen, die viel Sport treiben oder bei der Arbeit wiederholt dieselben Bewegungen ausführen.
Betroffen sind Menschen jeden Alters, besonders aber Erwachsene zwischen 30 und 60 Jahren. Auch mit zunehmendem Alter verlieren Sehnen an Elastizität und können schneller gereizt werden.
Symptome
- Ein plötzliches Geräusch oder Gefühl eines Risses, gefolgt von heftigem Schmerz
- Der Muskel kann plötzlich nicht mehr angespannt werden
- Der betroffene Körperteil wird taub, blass oder fühlt sich kalt an
- Sehr starke Schmerzen nach einem Unfall oder Sturz
- ⚠Schwellung mit starker Rötung und Fieber – das kann auf eine Infektion hindeuten
- ⚠Schmerz, der Sie nachts immer wieder aufweckt
- ⚠Sie können Ihren Alltag wegen der Schmerzen kaum noch bewältigen
Häufige Symptome
- Schmerzen bei Bewegung oder Belastung
- Druckempfindlichkeit an der betroffenen Stelle
- Morgendliche Steifigkeit
- Leichte Schwellung oder Wärmegefühl
Symptome bei Kindern
- Seltener als bei Erwachsenen
- Wenn sie auftreten, hängen sie oft mit Wachstumsschüben zusammen
- Schmerzen meist an Ferse oder Knie, zum Beispiel bei schnell wachsenden Jugendlichen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Beschwerden treten öfter schleichend auf
- Alltagsbewegungen wie Treppensteigen oder Einkaufentragen können Schmerzen auslösen
- Die Sehnen heilen langsamer als bei jüngeren Menschen
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung durch zu viel oder zu schnelles Training
- Wiederholte Bewegungen im Beruf oder Hobby
- Falsche Technik oder schlechtes Schuhwerk
- Muskelungleichgewicht – zum Beispiel schwache Beinmuskeln bei Läufern
Risikofaktoren
- Alter – die Sehnen verlieren mit den Jahren an Elastizität
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
- Entzündliche Gelenkerkrankungen
- Manche Medikamente – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber
- Plötzliche Steigerung der Belastung, zum Beispiel ein neuer Sport
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem Unfall oder Sturz mit starken Schmerzen
- Wenn Sie ein Körperteil nicht mehr bewegen können
- Bei Rötung, Überwärmung und Fieber
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen länger als ein bis zwei Wochen anhalten
- Wenn die Beschwerden trotz Pause und Kühlen nicht besser werden
- Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Sehne richtig belasten
Diagnose
Ihr Arzt wird Sie nach Ihren Beschwerden und Ihrer Aktivität fragen. Anschließend untersucht er die betroffene Stelle, prüft Beweglichkeit, Kraft und Druckschmerz.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall – zeigt Struktur und Durchblutung der Sehne
- Magnetresonanztomografie (MRT) – macht Risse und Entzündungen sichtbar
- Röntgen – hilft, Knochenprobleme auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Sie sollte keine Sorge auslösen – sie hilft, die richtige Behandlung zu finden.
Behandlung
Die Behandlung von Sehnenbeschwerden basiert auf gezielter Bewegung, Belastungsaufbau und Physiotherapie. Ihr Arzt kann Ihnen zusätzliche Maßnahmen empfehlen. Die Leitlinien der Fachgesellschaften (AWMF) empfehlen vor allem aktive Übungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Machen Sie eine kurzzeitige Schonungsphase, aber vermeiden Sie komplette Ruhigstellung.
- Kühlen Sie die schmerzende Stelle mehrmals täglich für 15 Minuten.
- Steigern Sie die Belastung langsam – hören Sie auf bei deutlichem Schmerz.
- Machen Sie sanfte Dehn- und Kräftigungsübungen, idealerweise mit physiotherapeutischer Anleitung.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Physiotherapie, Stoßwellentherapie oder Injektionen helfen. Entzündungshemmende Medikamente werden zeitlich begrenzt eingesetzt. Ihr Arzt entscheidet gemeinsam mit Ihnen, welche Behandlung zu Ihnen passt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig – zum Beispiel bei einem kompletten Sehnenriss oder wenn alle anderen Behandlungen nicht geholfen haben.
Leben mit der Erkrankung
Lernen Sie, Ihren Körper zu beobachten. Schmerzen sind ein Warnsignal. Planen Sie Pausen ein und hören Sie bei akuten Schmerzen auf. Oft hilft es, Bewegungen zu ändern, etwa die Hand bei Computertastaturen anders aufzulegen.
Tipps für den Alltag
- Wechseln Sie zwischen Belastung und Entlastung
- Wärmen Sie sich vor dem Sport auf
- Tragen Sie gutes Schuhwerk
- Bauen Sie täglich Bewegung in den Alltag ein
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß unterstützt die Sehnengesundheit. Leichte Bewegung wie Gehen oder Radfahren fördert die Durchblutung. Vermeiden Sie abrupte Trainingssteigerungen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schmerzen können den Alltag belasten und zu Frustration führen. Nehmen Sie sich Zeit, gönnen Sie sich Erholung. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt – er kann Ihnen geeignete Unterstützung anbieten.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen können Sie Sehnenproblemen vorbeugen: Steigern Sie Trainingsumfang und -intensität nur langsam, üben Sie die richtige Technik und bauen Sie Muskeln gezielt auf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen, die nicht mehr verschwinden
- Eingeschränkte Beweglichkeit und Kraft
- In seltenen Fällen ein Sehnenriss
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Sehnen erholen sich oft, wenn sie richtig behandelt werden. Auch wenn es Wochen bis Monate dauern kann – mit einem guten Plan und etwas Geduld haben die meisten Menschen eine gute Chance, schmerzfrei zu werden.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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