Nebenniereninsuffizienz: Tipps für den Tag Ihres Eingriffs
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Nebennieren sind kleine Hormondrüsen, die oben auf den Nieren sitzen. Sie produzieren lebenswichtige Hormone, unter anderem Kortison (Kortisol), das den Körper bei Stress unterstützt. Manche Menschen haben eine Nebenniereninsuffizienz – das bedeutet, die Nebennieren können nicht genug Kortison herstellen. An Tagen mit besonderer Belastung, wie zum Beispiel einer Operation oder Magenspiegelung, braucht der Körper dann mehr Unterstützung als sonst.
Wichtige Fakten
- Bei Nebenniereninsuffizienz braucht der Körper bei Stress mehr Kortison.
- Vor einem Eingriff muss die Kortisonmedikation oft angepasst werden – das bespricht Ihr Arzt mit Ihnen.
- Sie sollten den Eingriff im Krankenhaus immer mit einem Notfall-Ausweis oder Hinweis auf Ihre Erkrankung angeben.
Nebenniereninsuffizienz ist selten, aber für betroffene Menschen ist es wichtig zu wissen, wie man sich bei Eingriffen richtig verhält.
Sie kann in jedem Alter auftreten. Auch Menschen, die lange Zeit Kortison eingenommen haben, können eine Nebenniereninsuffizienz entwickeln.
Symptome
- Starke Übelkeit und Erbrechen
- Sehr niedriger Blutdruck, Schwindel bis zur Ohnmacht
- Starke Bauch- oder Rückenschmerzen
- Plötzliche Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Fieber über 38°C oder Anzeichen einer Infektion
- ⚠Wiederholtes Erbrechen oder Durchfall
- ⚠Ungewöhnliche Müdigkeit, die nicht nachlässt
- ⚠Geplante Operation oder Untersuchung – wenn die Medikation nicht angepasst wurde
Häufige Symptome
- Müdigkeit, Schwäche, niedriger Blutdruck, Übelkeit, Bauchschmerzen, Salzhunger, dunkle Hautstellen (besonders an Händen oder Gesicht).
Symptome bei Kindern
- Kinder können wachstumsverzögert sein, blassen oder schlecht trinken. Manchmal wirken sie antriebsarm oder schlapp.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft unspezifische Symptome wie Verwirrtheit, Appetitlosigkeit oder wiederkehrende Stürze – das wird manchmal mit einer Alterserscheinung verwechselt.
Ursachen
Hauptursachen
- Schädigung der Nebennieren durch eine Autoimmunreaktion (die häufigste Ursache)
- Störung der Hirnanhangdrüse (sekundäre Nebenniereninsuffizienz)
- Plötzliches Absetzen von langfristiger Kortisoneinnahme
- Infektionen der Nebennieren (selten)
Risikofaktoren
- Langfristige Kortisontherapie
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen oder Typ-1-Diabetes)
- Operationen oder schwere körperliche Belastungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie einen Eingriff geplant haben und unsicher sind, ob Ihre Medikation angepasst werden muss, klären Sie das vorher mit Ihrem behandelnden Arzt. Bei Anzeichen einer Nebennierenkrise rufen Sie sofort die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin bei Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt, um den Eingriff zu besprechen. Nehmen Sie immer Ihren Medikamentenplan und einen Notfall-Ausweis mit.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt nimmt Blut ab, um die Hormonwerte zu überprüfen, und eventuell einen speziellen Funktionstest. So wird festgestellt, ob die Nebennieren ausreichend Kortison bilden.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest (Kortisol, ACTH)
- ACTH-Test
- Elektrolyte (Natrium, Kalium)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für den Test bleiben Sie meist einige Stunden in der Praxis. Sie bekommen eine kleine Spritze mit einem Hormon, das die Nebennieren anregen soll. Danach wird gemessen, ob genug Kortison ausgeschüttet wird. Der Test ist nicht schmerzhaft, höchstens kurz unangenehm.
Behandlung
Die Behandlung besteht in der Regel darin, das fehlende Kortison in Form von Medikamenten zu ersetzen. An Tagen mit besonderer Belastung wie einem Eingriff wird die Dosis angepasst – immer nach Rücksprache mit dem Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre Medikamente pünktlich, auch am Tag des Eingriffs, wie abgesprochen.
- Tragen Sie einen Notfall-Ausweis oder ein Medikamenten-Pass bei sich.
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie am Morgen des Eingriffs eine zusätzliche Dosis nehmen sollen.
Medizinische Behandlungen
Die Standardbehandlung ist eine Ersatztherapie mit einem Kortisonpräparat. Diese wird in niedriger Dosis morgens und mittags eingenommen. Bei Stress, Fieber oder Eingriffen muss die Dosis vorübergehend erhöht werden. Die genaue Anpassung erfolgt schriftlich und wird mit Ihrem behandelnden Team abgestimmt. Es gibt auch Notfall-Injektionen für zu Hause – ob und welche Sie benötigen, bespricht Ihr Arzt mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Sie operiert werden, erhalten Sie während der Operation und danach in der Regel Kortison über die Vene (intravenös). So wird sichergestellt, dass Ihr Körper ausreichend versorgt ist. Die Umstellung auf Tabletten kann anschließend schrittweise erfolgen.
Leben mit der Erkrankung
Menschen mit Nebenniereninsuffizienz führen ein normales Leben. Wichtig ist, den Körper zu kennen und auf Warnzeichen zu achten. Vor Belastungen wie Krankheit oder Eingriffen sollte der Medikationsplan angepasst werden.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend trinken
- Stress vermeiden oder bewusst Pausen einplanen
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, besonders auf Salz achten, wenn der Arzt es empfiehlt. Bei Bewegung gilt: langsam steigern und auf den eigenen Körper hören.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Erkrankung kann manchmal belastend sein. Es ist normal, sich unsicher zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Psychotherapeutin, wenn Sie Unterstützung brauchen.
Vorbeugung
Nebenniereninsuffizienz selbst kann man nicht verhindern. Aber man kann verhindern, dass es zu einer Krise kommt. Dafür ist eine gute Schulung und ein Notfallplan entscheidend.
Impfungen
Lassen Sie sich empfohlene Impfungen geben – sie schützen vor Infektionen, die eine Nebennierenkrise auslösen können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie über längere Zeit Kortison eingenommen haben, sollte Ihre Nebennierenfunktion regelmäßig überprüft werden. Ihr Arzt kann Ihnen dazu einen Test anbieten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nebennierenkrise (lebensbedrohlicher Zustand mit niedrigem Blutdruck und Kreislaufversagen)
- Starke Elektrolytverschiebungen im Blut
- Kreislaufschock
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einer guten Vorbereitung können Menschen mit Nebenniereninsuffizienz sportlich und beruflich aktiv sein. Auch Operationen sind heute kein hohes Risiko mehr, wenn die Medikation angepasst wird.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.