Erektile Dysfunktion: Tipps für den Tag des Eingriffs
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Erektile Dysfunktion (Erektionsstörung) bedeutet, dass ein Mann wiederholt keine oder keine ausreichende Erektion bekommt oder halten kann. Dieser Artikel erklärt, was Sie über einen geplanten Eingriff zur Behandlung von Erektionsstörungen wissen sollten und wie Sie sich auf den Eingriffstag vorbereiten.
Wichtige Fakten
- Erektionsstörungen sind häufig und gut behandelbar.
- Der Eingriffstag folgt meist einem klaren Ablauf: Vorbereitung, Eingriff, Beobachtung.
- Nach einem Eingriff sind Schwellungen oder leichte Schmerzen normal. Bei Warnzeichen müssen Sie sofort Hilfe holen.
Ja. Erektionsstörungen gehören zu den häufigsten sexuellen Gesundheitsproblemen bei Männern. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit zu.
Sie betrifft Männer aller Altersgruppen, besonders aber Männer über 50, Raucher, Männer mit Diabetes, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen sowie Männer unter starkem Stress.
Symptome
- Schmerzhafte, ungewollt länger als 4 Stunden anhaltende Erektion (Priapismus) – sofort Notruf 112
- Nach einem Eingriff: plötzliche starke Schwellung, heftige Blutung oder Blaufärbung des Penis
- Atemnot oder Engegefühl in der Brust während oder nach dem Eingriff
- ⚠Fieber über 38 °C nach dem Eingriff
- ⚠Wundsekret oder Eiter an der Einstich- oder Schnittstelle
- ⚠Vollständige Unfähigkeit, Urin zu lassen
- ⚠Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Wiederholte Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen
- Schwierigkeiten, die Erektion bis zum Abschluss des Geschlechtsverkehrs zu halten
- Verringertes Interesse an sexueller Aktivität
- Erektionen, die nicht fest genug sind
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern und Jugendlichen ist Erektionsstörung selten ein eigenständiges Problem. Wenn ein Junge Schmerzen im Genitalbereich, Probleme beim Wasserlassen oder ungewöhnliche Erektionen hat, sollten Eltern eine Kinderarztpraxis fragen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Männern gehören Erektionsstörungen häufig zu einer Grunderkrankung wie Diabetes, Gefäßverkalkung oder einer vergrößerten Prostata. Auch Medikamente können eine Rolle spielen. Ein Gespräch in der Hausarztpraxis hilft, die Ursache zu klären.
Ursachen
Hauptursachen
- Durchblutungsstörungen, zum Beispiel durch Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)
- Schäden an Nerven, zum Beispiel nach einer Prostata-Operation oder bei Diabetes
- Psychische Faktoren wie Stress, Ängste oder Beziehungsprobleme
- Hormonstörungen, etwa ein niedriger Testosteronspiegel
- Nebenwirkungen von Medikamenten sowie Alkohol- oder Drogenkonsum
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfettwerte
- Alter über 50
- Psychischer Druck und Erschöpfung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Penisverkrümmung mit starken Schmerzen
- Anhaltende Erektion über 4 Stunden
- Nach einem Eingriff: Zeichen einer Infektion wie Fieber, Eiter oder starke Rötung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Erektionsprobleme länger als 3 Monate bestehen
- Wenn Sie Diabetes, eine Herzerkrankung oder Bluthochdruck haben
- Bevor Sie rezeptfreie Mittel einnehmen – sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beginn, Dauer und Situation der Beschwerden, prüft Puls, Blutdruck und Reflexe und spricht mit Ihnen über mögliche körperliche und seelische Ursachen.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest zur Kontrolle von Blutzucker, Blutfetten und Hormonen
- Ultraschall der Blutgefäße des Penis
- Fragebögen zum Sexualverhalten
- Bei Bedarf Überweisung an eine urologische oder andrologische Sprechstunde
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Untersuchungstermin dauert meist 20 bis 30 Minuten. Sie können eine vertraute Person mitbringen. Alle Angaben unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einem geplanten Eingriff – zum Beispiel einer Penisprothese oder einer Gefäßoperation – ist das Ziel, die Erektion wieder möglich zu machen. Eine gute Vorbereitung am Eingriffstag gehört entscheidend dazu.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre Medikamente nur so ein, wie es Ihnen die Klinik vor dem Eingriff mitgeteilt hat.
- Bleiben Sie ab dem vorgegebenen Zeitpunkt nüchtern: nichts essen, nichts trinken.
- Duschen oder baden Sie vor dem Eingriff, wie in der Einladung beschrieben, gegebenenfalls mit einer speziellen Waschlotion.
- Tragen Sie bequeme, weite Kleidung ohne enge Unterwäsche.
- Lassen Sie Wertsachen zu Hause und planen Sie eine Begleitperson für die Heimfahrt ein.
Medizinische Behandlungen
Medikamente zur Unterstützung der Erektion können vorübergehend helfen, sollten aber nur nach ärztlicher Verordnung verwendet werden. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Schwellkörper-Injektionen, Vakuumpumpen, Stoßwellentherapie oder eine operative Penisprothese. Welches Verfahren zu Ihnen passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt meist dann infrage, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend wirken oder wenn eine klare körperliche Ursache vorliegt, zum Beispiel eine Gefäßverengung. Ihre Urologin oder Ihr Urologe erklärt Ihnen den Ablauf, die Risiken und den erwarteten Nutzen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Eingriff sollten Sie für die ersten Tage Ruhe einplanen. Halten Sie sich an die Wundpflege-Anleitung der Klinik und geben Sie dem Körper Zeit zu heilen. Sexuelle Aktivität ist in der Regel erst nach Freigabe durch das medizinische Team wieder möglich.
Tipps für den Alltag
- Mit dem Rauchen aufhören
- Alkohol reduzieren
- Stress abbauen und ausreichend schlafen
- Beckenbodenübungen in den Alltag einbauen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt die Gefäße. Bewegung wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen verbessert die Durchblutung. Auch eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht hilft.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Erektionsstörungen können Selbstvertrauen und Partnerschaft stark belasten. Das ist verständlich. Ein offenes Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner sowie fachliche Unterstützung gehören genauso zur Behandlung wie körperliche Maßnahmen.
Vorbeugung
Viele Erektionsstörungen sind durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar oder zumindest günstig zu beeinflussen. Eine gute Einstellung von Blutzucker und Blutdruck schützt die Gefäße.
Impfungen
Nicht zutreffend.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Check-up in der Hausarztpraxis kann Risiken wie Diabetes oder Bluthochdruck früh erkennen. Eine spezielle Reihenuntersuchung für Erektionsstörungen gibt es nicht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine länger anhaltende Erektionsstörung kann auf unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen.
- Unbehandelter Leidensdruck kann zu Depressionen und Partnerschaftskonflikten führen.
- Eine unbehandelte Grunderkrankung wie Diabetes kann zusätzliche Nerven- und Gefäßschäden verursachen.
Langzeitprognose
Die meisten Erektionsstörungen sind gut behandelbar. Auch wenn nicht jede Ursache vollständig verschwindet, verbessern sich die Beschwerden bei den meisten Männern spürbar. Ein offener Umgang und eine frühzeitige Hilfe erhöhen die Chance auf ein erfülltes Sexualleben.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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