Grippe am Tag des Eingriffs: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, wenn Sie am Tag eines geplanten medizinischen Eingriffs (zum Beispiel einer Operation oder einer Untersuchung) grippeähnliche Symptome haben. Eine Grippe ist eine ansteckende Virusinfektion, die Fieber, Husten und starkes Krankheitsgefühl verursachen kann. Es ist wichtig, sich richtig zu verhalten, um Risiken zu vermeiden.
Wichtige Fakten
- Grippe wird durch Viren übertragen und ist ansteckend.
- Wenn ein Eingriff geplant ist, müssen Sie grippeähnliche Symptome immer vorher in der Klinik oder Praxis melden.
- In den meisten Fällen kann der Eingriff verschoben werden, bis Sie wieder gesund sind.
Eine Grippe ist vor allem in der kalten Jahreszeit häufig. In Deutschland erkranken jedes Jahr viele Menschen daran. Auch wenn Ihre Symptome mögen wie eine Grippe auftreten, kann es sich auch um einen harmlosen Erkältungsinfekt handeln.
Grippe kann jeden treffen, aber ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem sind besonders gefährdet.
Symptome
- Schwere Atemnot oder Erstickungsgefühl
- Starke Brustschmerzen oder Druckgefühl in der Brust
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit
- Bläuliche Lippen oder Gesichtsfarbe
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius, das nicht sinkt
- ⚠Anzeichen von Flüssigkeitsmangel (zum Beispiel sehr wenig Urin, trockene Zunge)
- ⚠Schwerer, verschlechternder Husten mit eitrigem Auswurf
- ⚠So starke Müdigkeit, dass Sie kaum noch aufstehen können
Häufige Symptome
- Fieber
- Husten
- Halsschmerzen
- Gliederschmerzen
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Hohes Fieber
- Husten und Schnupfen
- Erbrechen oder Durchfall
- Appetitlosigkeit
- Auffällige Müdigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwächegefühl und Verwirrtheit
- Fieber oder manchmal erniedrigte Körpertemperatur
- Husten und Kurzatmigkeit
- Abnahme von Appetit und Trinken
Ursachen
Hauptursachen
- Influenza-Viren, die durch Tröpfchen in der Luft (beim Husten oder Niesen) übertragen werden
- Kontakt mit infizierten Personen oder Gegenständen, an denen die Viren haften
Risikofaktoren
- Aufenthalt in Menschenmengen während der Grippesaison
- Geschwächtes Immunsystem durch Vorerkrankungen oder Alter
- Enger Kontakt zu grippekranken Menschen
- Trockene Raumluft und Kälte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie für einen geplanten Eingriff angemeldet sind und grippeähnliche Symptome haben, rufen Sie sofort die Klinik oder die Praxis an.
- Wenn Sie zusätzlich starke Atemnot oder andere Warnzeichen haben, rufen Sie den Notruf 112 an.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Symptome mild sind, besprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis, ob der Eingriff verschoben werden sollte.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose anhand Ihrer Symptome und einer körperlichen Untersuchung. Bei Bedarf wird ein Abstrich aus Nase oder Rachen genommen.
Mögliche Untersuchungen
- Schnelltest auf Grippeviren (Antigentest)
- PCR-Test im Labor (empfindlicherer Test)
- Blutuntersuchung, um Entzündungszeichen zu prüfen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Eingriff prüft das medizinische Team, ob Ihre Symptome den Eingriff riskanter machen. Sie werden körperlich untersucht und befragt. Auf Grundlage dieser Einschätzung wird über Durchführung oder Verschiebung entschieden.
Behandlung
Eine Grippe wird meist zu Hause behandelt. Wichtig sind Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und fiebersenkende Maßnahmen. Welche Medikamente für Sie infrage kommen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt – hier werden keine Markennamen genannt.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel schlafen und körperliche Schonung
- Ausreichend trinken (Wasser, Tee, Brühe)
- Raum gut lüften und Luftfeuchtigkeit erhöhen
- Auf Alkohol und Nikotin verzichten
- Mit Wärmflasche oder kalten Umschlägen Wohlbefinden fördern
Medizinische Behandlungen
Bei einer schweren oder riskanten Grippe kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt antivirale Medikamente verschreiben. Diese helfen am besten, wenn sie früh eingesetzt werden. Auch Mittel gegen Fieber und Schmerzen können zum Einsatz kommen. Besprechen Sie immer die passenden Optionen mit Ihrem medizinischen Team.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Sie grippeähnliche Symptome haben und ein Eingriff geplant ist, wird dieser oft verschoben. Eine Operation während einer Grippe kann zu Komplikationen führen, zum Beispiel zu Atemproblemen bei der Narkose. Das Behandlungsteam wird gemeinsam mit Ihnen einen neuen, sicheren Termin planen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Ihr Eingriff verschoben wurde, konzentrieren Sie sich vollständig auf Ihre Genesung. Nehmen Sie sich Zeit zum Auskurieren und planen Sie den neuen Termin erst, wenn Sie sich wieder kräftig fühlen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßiges Händewaschen mit Seife und warmem Wasser
- In die Armbeuge niesen oder husten
- Geschirr, Handtücher und Gläser nicht mit anderen teilen
- Schlafenszeiten einhalten und Stress vermeiden
Ernährung und Bewegung
Leichte, warme Kost und viel Flüssigkeit helfen bei der Genesung. Mit Bewegung warten Sie, bis Fieber und Schwäche abgeklungen sind. Gehen Sie dann langsam wieder in den Alltag, ohne sich zu überfordern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Verschiebung kann Enttäuschung, Angst oder Unsicherheit auslösen. Sprechen Sie darüber – mit Ihren Angehörigen, Ihrem Hausarzt oder dem medizinischen Team. Wenn die Sorge stark belastet, holen Sie sich professionelle Unterstützung.
Vorbeugung
Eine Grippe lässt sich nicht immer vermeiden, aber Sie können das Risiko deutlich senken. Dazu gehören eine gute Händehygiene, das Meiden von Menschenmengen während der Grippesaison und das Stärken Ihres Immunsystems durch gesunden Schlaf.
Impfungen
Die Grippeimpfung wird in Deutschland jährlich empfohlen – besonders für Menschen mit erhöhtem Risiko und für Personen mit einem geplanten Eingriff. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zur Impfung beraten.
Früherkennungsprogramme
Ein Screening auf Grippe wird bei Menschen ohne Symptome nicht routinemäßig durchgeführt. Der beste Schutz ist eine rechtzeitige Impfung und das Einhalten von Hygieneregeln.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung (eine Infektion der Lunge, die zusätzlich zur Grippe auftritt)
- Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung
- Verschlechterung von Grunderkrankungen wie Asthma oder Herzschwäche
- In seltenen Fällen Entzündung von Herzmuskel oder Gehirn
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich von einer Grippe vollständig, wenn sie sich ausreichend schonen. Die Verschiebung eines Eingriffs ist keine Katastrophe, sondern eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Ihr Behandlungsteam wird Sie während der Genesung begleiten und den Eingriff nachholen, sobald Ihr Körper bereit ist.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Unabhängige Patientenberatung Deutschland ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.