Grippe und Grippeimpfung: Vorbereitung, Ablauf und Schutz
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Grippe (Influenza) ist eine ansteckende Virusinfektion der Atemwege. Die Grippeimpfung ist eine Schutzimpfung, die vor einer Ansteckung mit dem Grippevirus schützt. Sie wird meist als Spritze in den Oberarm gegeben. Vor der Impfung informiert Sie das medizinische Personal, prüft Ihren Impfstatus und beantwortet Ihre Fragen. Dieser Artikel erklärt, wie Sie sich auf die Impfung vorbereiten und was Sie sonst über die Grippe wissen sollten.
Wichtige Fakten
- Die Grippe wird durch Tröpfchen in der Luft übertragen, zum Beispiel beim Husten oder Niesen.
- Die Grippeimpfung wird jedes Jahr erneuert, weil sich das Virus ständig verändert.
- Für Risikogruppen wie ältere Menschen und chronisch Kranke ist die Impfung besonders wichtig.
In Deutschland gibt es fast jeden Winter eine Grippewelle. Die Grippeimpfung wird daher vielen Menschen jährlich empfohlen.
Die Impfung wird vor allem Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Kranken und medizinischem Personal empfohlen. Aber auch gesunde Erwachsene und Kinder können sich impfen lassen.
Symptome
- Atemnot oder Atemaussetzer
- Brustschmerzen oder starkes Engegefühl
- Bewusstlosigkeit oder krampfartige Anfälle
- Hohes Fieber über 40°C, das nicht sinkt
- Bläuliche Lippen oder Haut
- ⚠Fieber über 39°C bei einem Säugling unter 3 Monaten
- ⚠Starkes Krankheitsgefühl mit schneller Verschlechterung
- ⚠Anzeichen einer Lungenentzündung (zum Beispiel Husten mit grünem oder blutigem Auswurf, schnelle Atmung)
- ⚠Nackensteifheit oder Lichtempfindlichkeit
Häufige Symptome
- Plötzliches Fieber, oft über 39°C
- Husten (meist trocken) oder Halsschmerzen
- Starke Mattigkeit und Abgeschlagenheit
- Glieder- und Kopfschmerzen
- Schüttelfrost und Schwitzen
Symptome bei Kindern
- Hohes Fieber, manchmal mit Fieberkrämpfen
- Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
- Ungewöhnliche Unruhe oder Weinen bei Kleinkindern
- Ohrenschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Hohes oder auch nur leicht erhöhtes Fieber
- Starke Müdigkeit und Schwäche
- Verwirrtheit oder Konzentrationsstörungen
- Verschlechterung bestehender Erkrankungen wie Herz- oder Lungenschwäche
- Weniger typische Symptome wie Husten möglich
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit Influenza-A- oder Influenza-B-Viren
- Ansteckung durch Tröpfchen in der Luft (Niesen, Husten, Sprechen)
- Ansteckung über Hände und Oberflächen, an denen Viren haften
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Schwangerschaft
- Chronische Krankheiten wie Diabetes, Asthma oder Herzerkrankungen
- Geschwächtes Immunsystem
- Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Pflegeheime oder Kindergärten
- Starkes Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Fieber länger als 3 Tage anhält oder sehr hoch ist
- Wenn Sie Atemnot oder Schmerzen beim Atmen entwickeln
- Wenn Sie sehr krank sind und sich schnell schlechter fühlen
- Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören und an Grippe erkranken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie sich impfen lassen möchten
- Wenn Sie Fragen zu Symptomen oder zur Behandlung haben
- Wenn Sie eine chronische Krankheit haben und sich impfen lassen möchten
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose anhand der typischen Symptome und einer körperlichen Untersuchung. Bei Bedarf wird ein Abstrich aus Nase oder Rachen genommen und im Labor auf das Grippevirus untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Hals, Ohren, Lunge abhören, Fieber messen
- Nasen- oder Rachenabstrich (PCR-Test) zur Virusbestimmung
- Bei Verdacht auf Komplikationen: Blutuntersuchung oder Röntgen des Brustkorbs
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten. Sie erhalten danach eine Einschätzung, ob Sie an Grippe oder einer anderen Infektion leiden. Falls Sie geimpft werden sollen, führt das medizinische Personal vor der Impfung ein kurzes Aufklärungsgespräch.
Behandlung
Gegen die Grippe hilft in erster Linie Schonung. Der Körper braucht Zeit, um das Virus zu bekämpfen. In bestimmten Fällen – zum Beispiel bei Risikopatienten oder schwerem Verlauf – kann ein antivirales Medikament die Krankheitsdauer verkürzen. Fiebersenkende Mittel und Hausmittel lindern die Beschwerden.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel: Wasser, ungesüßter Tee oder Brühe
- Ruhen Sie sich aus und schlafen Sie ausreichend
- Halten Sie die Wohnung angenehm warm, aber lüften Sie regelmäßig
- Kühle Wadenwickel können bei Fieber helfen, aber nur wenn Sie sich dabei wohlfühlen
- Gute Handhygiene und Abstand zu anderen, um Ansteckung zu vermeiden
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet, ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist. Häufig werden fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel eingesetzt. Bei Risikopatienten können antivirale Medikamente verschrieben werden. Diese sind verschreibungspflichtig und werden individuell dosiert. Fragen Sie bei Ihrem medizinischen Fachpersonal nach.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie an Grippe erkrankt sind, sollten Sie mindestens eine Woche zu Hause bleiben – bis Sie 24 Stunden fieberfrei sind und sich deutlich besser fühlen. Trinken Sie ausreichend und schlafen Sie viel. Lüften Sie das Schlafzimmer täglich und waschen Sie sich regelmäßig die Hände.
Tipps für den Alltag
- Viel trinken, insbesondere Wasser und Tee
- Leichte, nährstoffreiche Mahlzeiten
- Regelmäßige Spaziergänge an frischer Luft nach der akuten Phase
- Händewaschen und Husten- und Niesetikette
- Stress vermeiden und ausreichend schlafen
Ernährung und Bewegung
Ernähren Sie sich ausgewogen mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Das unterstützt Ihr Immunsystem. Intensive Übungen sind in der akuten Phase tabu – beginnen Sie langsam mit Spaziergängen und steigern Sie sich allmählich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Grippe kann wochenlang schwächen. Das ist emotional belastend. Nehmen Sie sich Zeit zur Erholung, sprechen Sie mit Ihren Angehörigen und suchen Sie sich Unterstützung, wenn der Druck zu groß wird.
Vorbeugung
Ja, eine Grippeschutzimpfung kann mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einer Erkrankung schützen. Auch regelmäßiges Händewaschen und Abstand zu Erkrankten senken das Risiko. Ein gesunder Lebensstil stärkt zusätzlich das Immunsystem.
Impfungen
Die Grippeimpfung wird jährlich im Herbst angeboten. Bringen Sie Ihren Impfausweis mit. Informieren Sie das medizinische Personal, wenn Sie akut krank sind, Allergien haben oder in den letzten Tagen geimpft wurden. Die Impfung ist ein kleiner Piks in den Oberarm und dauert nur wenige Sekunden. Nach der Impfung werden Sie kurz beobachtet. Starke Impfreaktionen sind selten. Bei Beschwerden wie Fieber oder Schmerzen an der Einstichstelle helfen Ruhe und ein kühlender Umschlag.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung durch das Grippevirus oder zusätzliche Bakterien
- Mittelohrentzündung, besonders bei Kindern
- Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis)
- Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) – sehr selten
- Verschlechterung von Grunderkrankungen wie Asthma oder Herzschwäche
Langzeitprognose
Die große Mehrheit der Menschen erholt sich vollständig von einer Grippe, auch wenn die Erschöpfung oft viele Wochen anhält. Bei rechtzeitiger Behandlung und für Risikogruppen mit Impfung ist die Prognose ausgesprochen gut. Zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen – das unterstützt Ihre Genesung.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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