Vorbereitung auf einen Eingriff bei Osteoporose
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochen an Dichte verlieren und porös und brüchig werden. Ein Eingriff – zum Beispiel eine Knochendichtemessung oder eine Operation nach einem Knochenbruch – erfordert eine gute Vorbereitung. Das bedeutet: Sie besprechen Ihre Medikamente, Ernährung und Bewegung mit Ihrem Behandlungsteam und gehen so abgestimmt in den Eingriff.
Wichtige Fakten
- Bei Osteoporose werden Knochen porös und brechen leichter.
- Eine Knochendichtemessung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
- Mit der richtigen Vorbereitung und Behandlung können Sie das Bruchrisiko deutlich senken.
Ja. In Deutschland sind schätzungsweise 6 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Es ist die häufigste Knochendichtestörung im Alter.
Osteoporose betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren, kann aber auch bei Männern und jüngeren Menschen auftreten – besonders wenn Risikofaktoren vorliegen.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen im Rücken, in der Hüfte oder im Handgelenk nach einem Sturz
- Unfähigkeit, ein Bein zu belasten oder zu bewegen
- Taubheitsgefühl oder Lähmungszeichen in den Beinen
- Sichtbare Verformung eines Knochens oder offener Bruch
- ⚠Anhaltende oder zunehmende Knochenschmerzen ohne klaren Auslöser
- ⚠Schmerzen nach einem Sturz, die Sie in Ihrer Beweglichkeit einschränken
- ⚠Nach einem Eingriff: Rötung, Schwellung, Fieber oder starke Schmerzen an der Wunde
Häufige Symptome
- Im Frühstadium oft keine Beschwerden
- Rückenschmerzen durch eingebrochene Wirbelkörper
- Abnahme der Körpergröße
- Gebückte Haltung (sogenannter Witwembuckel)
Symptome bei Kindern
- Osteoporose bei Kindern ist sehr selten und meist Folge einer anderen Grunderkrankung. Warnzeichen sind wiederholte Knochenbrüche ohne starke Gewalteinwirkung, Knochenschmerzen und eine verzögerte körperliche Entwicklung. Lassen Sie solche Zeichen immer ärztlich abklären.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene bemerken oft eine abnehmende Körpergröße, eine runde Rückenform und Knochenbrüche bereits nach einem Sturz aus dem Stehen. Auch neue Rückenschmerzen können ein Hinweis sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Östrogenmangel nach den Wechseljahren oder durch Entfernung der Eierstöcke
- Alterungsbedingter Verlust an Knochensubstanz
- Ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung, Rauchen und unausgewogener Ernährung
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Alter über 50 Jahre
- Osteoporose in der Familie
- Untergewicht oder Essstörungen
- Langzeitanwendung bestimmter Medikamente (z. B. Kortison)
- Calcium- oder Vitamin-D-Mangel
- Bewegungsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie sofort eine Notaufnahme auf, wenn Sie nach einem Sturz starke Schmerzen haben und einen Knochen nicht mehr bewegen können oder wenn eine offene Verletzung vorliegt. Rufen Sie im Notfall die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, wenn Sie über 50 sind, bereits einen Knochenbruch hatten oder mehrere Risikofaktoren aufweisen. Auch wenn Sie Fragen zur Vorbereitung auf einen geplanten Eingriff haben, ist Ihr Behandlungsteam die erste Anlaufstelle.
Diagnose
Osteoporose wird in der Regel über eine Knochendichtemessung (DXA) festgestellt. Diese Messung ist schmerzfrei und zeigt, wie stabil Ihre Knochen sind. Bei der Vorbereitung auf einen Eingriff hilft diese Messung, das persönliche Bruchrisiko einzuschätzen und die Behandlung darauf abzustimmen. Die AWMF-Leitlinien empfehlen, die DXA bei Menschen mit erhöhtem Risiko einzusetzen.
Mögliche Untersuchungen
- Knochendichtemessung (DXA)
- Blut- und Urintests zum Ausschluss anderer Krankheitsursachen
- Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule zur Erkennung von Wirbelbrüchen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für die Knochendichtemessung liegen Sie bequem bekleidet auf einer Liege. Sie sollten 24 Stunden vorher keine Kalziumtabletten einnehmen und Kleidung ohne Metallteile tragen. Ihr medizinisches Team wird Ihnen genau sagen, was Sie beachten müssen. Wenn ein chirurgischer Eingriff geplant ist, erhalten Sie zusätzlich eine Aufklärung über Narkose, Medikamente und den Ablauf der Operation.
Behandlung
Die Behandlung der Osteoporose umfasst drei Bausteine: ausreichend Kalzium und Vitamin D, körperliches Training und – wenn nötig – eine medikamentöse Therapie. Vor einem Eingriff wird die Behandlung besonders sorgfältig überprüft und angepasst.
Selbsthilfe zu Hause
- Ernähren Sie sich kalziumreich, zum Beispiel mit Milchprodukten, grünem Gemüse und kalkhaltigem Mineralwasser.
- Sorgen Sie für ausreichend Vitamin D – durch Tageslicht und nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auch über ein Präparat.
- Trainieren Sie Gleichgewicht und Kraft, um Stürze zu vermeiden.
- Stellen Sie sicher, dass Sie zu Hause keine Stolperfallen haben.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamente, die den Knochenabbau bremsen oder den Knochenaufbau anregen. Welches Mittel für Sie geeignet ist, entscheidet Ihr Behandlungsteam anhand Ihres Gesamtbildes. Wichtig: Teilen Sie vor jedem Eingriff immer mit, welche Medikamente Sie einnehmen, damit alles sicher abgestimmt werden kann.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist meist dann erforderlich, wenn infolge einer Osteoporose ein Knochen gebrochen ist – zum Beispiel an der Hüfte oder der Wirbelsäule. Zur Vorbereitung gehören ein Aufklärungsgespräch, eine nüchterne Anreise (nach Anweisung) und die Planung Ihrer Nachsorge. Ihr Behandlungsteam wird Ihnen eine persönliche Checkliste geben.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag geht es darum, das Sturzrisiko zu senken und gleichzeitig aktiv zu bleiben. Planen Sie Pausen ein, tragen Sie rutschfeste Schuhe und holen Sie sich bei Unsicherheit Unterstützung – im Haushalt oder bei der Bewegung.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich mit Freude – ob Spazierengehen, Tanzen oder sanftes Krafttraining.
- Nicht rauchen und nur wenig Alkohol – beides schützt die Knochen.
- Bleiben Sie sozial eingebunden: Austausch gibt Kraft und Sicherheit.
Ernährung und Bewegung
Mit einer ausgewogenen Ernährung und angepasstem Kraft- und Gleichgewichtstraining können Sie Ihre Knochen stärken. Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut kann Ihnen einen individuellen Trainingsplan erstellen, der auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor Stürzen und Brüchen kann den Alltag belasten. Sprechen Sie offen darüber – mit Ihrem medizinischen Team oder in einer Selbsthilfegruppe. Sie sind mit diesen Sorgen nicht allein.
Vorbeugung
Osteoporose lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Aber mit einer knochengesunden Lebensweise, ausreichend Kalzium und Vitamin D sowie regelmäßiger Bewegung können Sie das Erkrankungsrisiko deutlich senken und den Verlauf positiv beeinflussen.
Impfungen
Ein Impfschutz gegen Grippe und Pneumokokken ist sinnvoll, da Infekte zu Stürzen und Komplikationen führen können. Lassen Sie sich von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Für Frauen ab 65 Jahren gibt es in Deutschland ein systematisches Osteoporose-Screening. Auch Männer und jüngere Menschen mit Risikofaktoren können eine Knochendichtemessung erhalten, wenn ein begründeter Verdacht besteht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hüftfrakturen, die zu langer Bettlägerigkeit führen können
- Wirbelkörperbrüche mit chronischen Rückenschmerzen und Größenverlust
- Erhöhte Sturzgefahr durch Schonhaltung und Muskelschwund
- Einschränkung der Selbstständigkeit und Lebensqualität
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Diagnose, einer individuell abgestimmten Behandlung und einem aktiven Alltag kann der Knochenabbau verlangsamt oder sogar gestoppt werden. Auch das Bruchrisiko sinkt deutlich. Viele Menschen mit Osteoporose bleiben bis ins hohe Alter selbstbestimmt und mobil.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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