PCOS: Symptome und Tipps für den Untersuchungstag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom) ist eine häufige Hormonstörung bei Frauen. Bei PCOS ist das Gleichgewicht der Geschlechtshormone gestört. Dadurch kommt es zu unregelmäßigen Blutungen, vermehrtem Haarwuchs und manchmal zu vielen kleinen Flüssigkeitsbläschen in den Eierstöcken. Auch der Stoffwechsel ist oft betroffen. Dieser Artikel erklärt die typischen Symptome und gibt Ihnen praktische Tipps für den Tag einer Untersuchung oder eines Eingriffs.
Wichtige Fakten
- PCOS betrifft etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter.
- Es ist nicht ansteckend und kein Tumor – die Zysten sind meist harmlos.
- Die Neigung zu PCOS ist oft erblich.
- Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Beschwerden gut in den Griff bekommen.
Ja, PCOS ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen. Schätzungsweise sind 5 bis 15 von 100 Frauen betroffen.
PCOS beginnt meist in der Pubertät und betrifft Frauen bis in die Wechseljahre. Auch junge Mädchen können bereits Anzeichen entwickeln. Nach den Wechseljahren können die typischen Beschwerden nachlassen, aber der Stoffwechsel braucht weiter Beachtung.
Symptome
- Rufen Sie bei diesen Warnzeichen sofort den Notruf 112 oder suchen Sie eine Notaufnahme auf:
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Unterleib oder in der Seite
- Sehr starker Blutverlust aus der Scheide (Sie müssen mehr als eine Binde oder einen Tampon pro Stunde wechseln)
- Ohnmacht oder Kreislaufkollaps
- Fieber über 39 °C mit Schüttelfrost (mögliches Zeichen für eine schwere Infektion)
- ⚠Suchen Sie am selben Tag eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn:
- ⚠Starke Unterleibsschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Fieber, das nicht weggeht, ohne dass ein Infekt bekannt ist
- ⚠Ungewöhnlicher Ausfluss oder Juckreiz
- ⚠Sehstörungen oder starke Kopfschmerzen, wenn Sie eine hormonelle Behandlung erhalten
Häufige Symptome
- Unregelmäßige, seltene oder ausbleibende Monatsblutung
- Stärkerer Haarwuchs im Gesicht, auf der Brust oder am Bauch (Hirsutismus)
- Akne und fettige Haut
- Vermehrtes Haarausdünnen am Kopf
- Gewichtszunahme, besonders um den Bauch
- Verdunkelte oder verdickte Hautstellen (zum Beispiel am Nacken oder in den Achseln)
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen zeigen sich PCOS oft erst nach der ersten Regelblutung: unregelmäßige Monatsblutungen, starke Akne, übermäßiges Übergewicht und vermehrte Körperbehaarung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Frauen über 40 treten die typischen PCOS-Beschwerden oft in den Hintergrund. Stattdessen rücken Stoffwechselprobleme in den Vordergrund, zum Beispiel erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutfette und Bluthochdruck. Die Wechseljahre können die Symptome zusätzlich verändern.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen von einem Zusammenspiel aus:
- Erbliche Veranlagung: PCOS tritt in Familien häufiger auf.
- Insulinresistenz: Die Körperzellen reagieren nicht mehr gut auf Insulin, dadurch steigt der Blutzucker und die Eierstöcke produzieren mehr männliche Hormone.
- Übergewicht begünstigt die Hormonstörung zusätzlich.
- Möglicherweise spielen auch chronische Entzündungen eine Rolle.
Risikofaktoren
- Übergewicht oder starkes Übergewicht (Adipositas)
- PCOS, Diabetes oder Stoffwechselstörungen in der Familie
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung mit viel Zucker und Weißmehl
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Sie plötzlich starke Unterleibsschmerzen haben oder sehr stark bluten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Ihre Periode unregelmäßig ist oder ausbleibt.
- Wenn Sie übermäßig viele Haare bemerken und es Sie belastet.
- Wenn Akne und Gewichtszunahme zunehmen.
- Wenn Sie sich Sorgen um Ihre Fruchtbarkeit machen.
Diagnose
Die Diagnose stellt eine Frauenärztin oder ein Frauenarzt. Sie stützen sich auf typische Beschwerden, eine körperliche Untersuchung, Blutwerte und einen Ultraschall. Dabei werden die international anerkannten Rotterdam-Kriterien herangezogen. Für die Diagnose müssen mindestens zwei von drei Kriterien erfüllt sein: unregelmäßiger Zyklus, zu viele männliche Hormone (sichtbar oder im Blut) und zystisch veränderte Eierstöcke im Ultraschall.
Mögliche Untersuchungen
- Ein ausführliches Gespräch über Ihre Symptome und Zyklusgeschichte
- Blutentnahme zur Bestimmung der Hormone (zum Beispiel Testosteron), des Blutzuckers und der Blutfette
- Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke und der Gebärmutter
- Gegebenenfalls ein oraler Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest) zur Untersuchung der Insulinwirkung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Termin dauert meist 30 bis 60 Minuten. Sie können normal essen und trinken, außer Ihr Arzt hat Sie gebeten, nüchtern zu kommen (zum Beispiel für eine Blutuntersuchung). Tragen Sie bequeme Kleidung und bringen Sie Ihre Krankenversicherungskarte sowie eine Liste Ihrer Medikamente mit. Wenn Sie Angst vor Blutabnahmen haben, sagen Sie es vorher – das Team kann darauf Rücksicht nehmen. Sie dürfen eine Begleitperson mitnehmen. Tipps für den Untersuchungstag: Planen Sie ausreichend Zeit ein, kommen Sie entspannt, stellen Sie Ihre Fragen und notieren Sie sich die Antworten.
Behandlung
Es gibt keine Heilung für PCOS, aber eine gute Behandlung kann die Symptome lindern und das Risiko für Folgeerkrankungen senken. Die Behandlung ist individuell und hängt davon ab, ob Sie schwanger werden möchten und welche Beschwerden im Vordergrund stehen.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei Übergewicht hilft es, auch mit einer moderaten Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts den Zyklus zu verbessern.
- Bewegen Sie sich regelmäßig – mindestens 30 Minuten Ausdauertraining an den meisten Tagen der Woche.
- Setzen Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß.
- Vermeiden Sie stark zuckerhaltige Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel.
- Suchen Sie sich Entspannungsmethoden wie Yoga, autogenes Training oder Meditation – Stress kann die Hormone beeinflussen.
- Schlafen Sie ausreichend und regelmäßig.
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung können Ärztinnen und Ärzte hormonelle Mittel einsetzen, die den Zyklus regulieren und die männlichen Hormone senken (zum Beispiel hormonelle Verhütungsmittel). Auch Medikamente, die die Insulinwirkung verbessern, kommen zum Einsatz. Wenn Sie schwanger werden möchten, gibt es Therapien, die den Eisprung anregen. Alle Medikamente werden individuell verordnet und begleitet. Besprechen Sie Nutzen und Risiken immer mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig. In manchen Fällen kann ein kleiner Eingriff an den Eierstöcken (laparoskopische Ovarialbohrung) den Hormonhaushalt verbessern, wenn Medikamente nicht ausreichend helfen. Diese Operation wird nur in spezialisierten Zentren angeboten.
Leben mit der Erkrankung
PCOS begleitet Sie oft ein Leben lang, aber Sie können aktiv Einfluss nehmen. Feste Mahlzeiten, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung geben Struktur. Planen Sie regelmäßige Kontrollen bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt. Informieren Sie sich vor einem geplanten Eingriff oder einer Untersuchung über den Ablauf: Fragen Sie, ob Sie nüchtern sein müssen, ob Sie Ihre Medikamente wie gewohnt einnehmen können und wer Sie nach Hause bringt. Diese Vorbereitung nimmt Unsicherheit.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie ausreichend Wasser – etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag.
- Bauen Sie Muskelkräftigung ein – das verbessert die Insulinempfindlichkeit.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkohol.
- Nehmen Sie sich bewusst Zeit für Dinge, die Ihnen Freude machen.
- Wechseln Sie nicht ständig die Diät – setzen Sie auf langfristig machbare Gewohnheiten.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit einem niedrigen glykämischen Index kann helfen, den Blutzucker stabil zu halten. Das bedeutet: Bevorzugen Sie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse. Kombinieren Sie Ausdauersport (zum Beispiel Radfahren, Schwimmen) mit kurzen Krafteinheiten. Schon 30 Minuten Bewegung am Tag wirken sich positiv auf Hormone und Stimmung aus.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PCOS kann das Selbstbild stark belasten – besonders durch Haarwuchs, Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Schwangerwerden. Viele Frauen fühlen sich verunsichert oder traurig. Das ist verständlich. Es kann helfen, mit einer Psychologin oder einem Psychologen zu sprechen. Wenn Sie Gedanken an Selbstverletzung haben, wenden Sie sich sofort an die Telefonseelsorge (kostenlos) oder rufen Sie den Notruf 112 – es ist keine Schande, Hilfe zu holen.
Vorbeugung
PCOS selbst lässt sich nicht verhindern, da die Veranlagung erblich ist. Sie können jedoch das Fortschreiten der Stoffwechselstörung und die Beschwerden günstig beeinflussen, indem Sie auf ein gesundes Gewicht achten, sich ausreichend bewegen und sich ausgewogen ernähren.
Früherkennungsprogramme
Da PCOS mit einem erhöhten Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist, empfehlen Fachleute regelmäßige Untersuchungen: Lassen Sie Blutdruck, Blutzucker und Blutfette mindestens einmal im Jahr kontrollieren – oder so oft, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Diabetes Typ 2
- Bluthochdruck und erhöhte Blutfette
- Gebärmutterschleimhautveränderungen und -krebs durch seltene Blutungen
- Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf)
- Depressionen und Ängste
Langzeitprognose
Mit einer guten ärztlichen Begleitung und einem gesunden Lebensstil lässt sich PCOS meist gut in den Alltag integrieren. Die meisten Frauen können ein erfülltes Leben führen, viele bekommen auch Kinder. Es gibt heute viele Behandlungsmöglichkeiten – Sie müssen nicht allein damit umgehen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.